AkdÄ2024

Deferasirox (Exjade) Dosierung & Sicherheit: AkdÄ Warnung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2024)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Deferasirox (Exjade) ist ein Eisenchelatbildner zur Behandlung der chronischen Eisenüberladung. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) weist in einer Sicherheitsinformation auf das Risiko von Überdosierungen hin.

Besondere Vorsicht ist laut Dokument beim Wechsel zwischen verschiedenen Darreichungsformen geboten, da hierbei die Dosierung zwingend angepasst werden muss. Die früher verfügbaren Tabletten zur Herstellung einer Suspension sind in der EU nicht mehr im Handel, weshalb sich der aktuelle Leitfaden ausschließlich auf Filmtabletten bezieht.

Die Indikation umfasst primär Patienten mit transfusionsbedingter Eisenüberladung bei Beta-Thalassämia major sowie anderen Anämien. Zudem wird das Medikament bei nicht-transfusionsabhängigen Thalassämie-Syndromen (NTDT) eingesetzt, sofern eine Deferoxamin-Therapie kontraindiziert oder unangemessen ist.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zur sicheren Anwendung:

Diagnostik vor Therapiebeginn

Vor dem Start einer Behandlung mit Deferasirox wird laut Leitfaden eine umfassende Basisdiagnostik empfohlen. Dazu gehören:

  • Zweimalige Bestimmung des Serumkreatinins sowie der Kreatinin-Clearance

  • Kontrolle von Serumferritin (SF) und bei NTDT-Patienten der Lebereisenkonzentration (LIC)

  • Bestimmung von Transaminasen, Bilirubin und alkalischer Phosphatase

  • Durchführung von Hör- und Sehtests

  • Erfassung von Körpergewicht, Größe und sexueller Entwicklung bei Kindern

Monitoring der Leberfunktion

Das Dokument weist auf das Risiko von Leberversagen hin. Es wird empfohlen, die Leberwerte in den ersten vier Wochen alle zwei Wochen und danach monatlich zu kontrollieren.

  • Bei persistierender Erhöhung der Leberenzyme sollte die Therapie unterbrochen werden.

  • Bei ungeklärten mentalen Veränderungen wird eine Kontrolle der Ammoniakwerte empfohlen, um eine hyperammonämische Enzephalopathie auszuschließen.

Monitoring der Nierenfunktion

Da Deferasirox zu akutem Nierenversagen führen kann, wird im ersten Monat eine wöchentliche, danach eine monatliche Kontrolle der Nierenwerte empfohlen.

  • Die Nierenfunktion ist mittels Serumkreatinin, Kreatinin-Clearance und Urinuntersuchung (Proteinurie) zu überwachen.

  • Bei signifikantem Kreatinin-Anstieg oder Abfall der Clearance wird eine Dosisreduktion oder Therapieunterbrechung empfohlen.

  • Bei anhaltenden Auffälligkeiten wird die Überweisung an einen Nephrologen angeraten.

Dosierung

Die Dosierung der Exjade Filmtabletten richtet sich nach der Grunderkrankung und dem Eisenstatus.

Transfusionsbedingte Eisenüberladung

Patientengruppe / SituationEmpfohlene DosisBemerkung
Initialdosis (Standard)14 mg/kg/TagNach 20 Einheiten Erythrozytenkonzentrat oder SF > 1.000 µg/l
Geringe Transfusionslast (< 7 ml/kg/Monat)7 mg/kg/TagWenn keine Reduktion der Eisenspiegel erforderlich ist
Hohe Transfusionslast (> 14 ml/kg/Monat)21 mg/kg/TagWenn eine Reduktion erhöhter Eisenspiegel erforderlich ist
Vorbehandelte Patienten1/3 der Deferoxamin-DosisBei guter Einstellung auf Deferoxamin
Dosissteigerung+ 3,5 bis 7 mg/kg/TagMaximaldosis: 28 mg/kg/Tag

Nicht-transfusionsabhängige Thalassämie (NTDT)

Patientengruppe / SituationEmpfohlene DosisBemerkung
Initialdosis7 mg/kg/TagBei LIC ≥ 5 mg Fe/g TG oder SF > 800 µg/l
Dosissteigerung+ 3,5 bis 7 mg/kg/TagMax. 14 mg/kg/Tag (Erwachsene) bzw. 7 mg/kg/Tag (Kinder)
Therapieabbruch0 mg/kg/TagWenn LIC < 3 mg Fe/g TG oder SF < 300 µg/l

Bei Patienten mit mittelschwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh B) wird eine Reduktion der Initialdosis um mehr als 50 % empfohlen.

Kontraindikationen

Laut Leitfaden bestehen folgende Kontraindikationen und Warnhinweise für Deferasirox:

  • Niereninsuffizienz: Kontraindiziert bei einer Kreatinin-Clearance < 60 ml/min.

  • Leberinsuffizienz: Die Anwendung bei schwerer Leberfunktionsstörung (Child-Pugh-Klasse C) wird nicht empfohlen.

  • Pädiatrie: Bei Kindern mit NTDT sind die Daten sehr begrenzt; eine engmaschige Überwachung wird dringend angeraten.

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💡Praxis-Tipp

Die AkdÄ warnt ausdrücklich davor, dass beim Wechsel zwischen verschiedenen Darreichungsformen von Deferasirox (z. B. von Suspensionstabletten auf Filmtabletten) die Dosierung zwingend neu berechnet und angepasst werden muss. Es wird betont, dass ein unbedachter Wechsel ohne Dosisanpassung zu schweren Überdosierungen und toxischen Organschäden führen kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitfaden wird empfohlen, die Leberwerte im ersten Behandlungsmonat alle zwei Wochen zu überprüfen. Danach sollte die Kontrolle monatlich erfolgen.

Die Leitlinie empfiehlt eine Therapieunterbrechung, wenn das Serumkreatinin dauerhaft mehr als 33 % über dem Ausgangswert liegt oder die Kreatinin-Clearance unter 90 ml/min fällt. Bei einer Clearance unter 60 ml/min ist das Medikament strikt kontraindiziert.

Bei transfusionsbedingter Eisenüberladung liegt die empfohlene Maximaldosis laut Fachinformation bei 28 mg/kg Körpergewicht pro Tag. Bei nicht-transfusionsabhängiger Thalassämie (NTDT) beträgt das Maximum 14 mg/kg/Tag für Erwachsene.

Vor Therapiebeginn wird eine umfassende Diagnostik empfohlen, darunter die Bestimmung von Serumferritin, Nieren- und Leberwerten. Zusätzlich rät der Leitfaden zu einem Hörtest und einer augenärztlichen Untersuchung.

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Quelle: AkdÄ: Information des BfArM zu Deferasirox: Anwendungsfehler mit Überdosierung (AkdÄ, 2024). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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