AkdÄ2011

Aktinische Keratosen durch Tacrolimus: AkdÄ Warnung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2011)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Tacrolimus (Protopic) ist ein topischer Calcineurin-Inhibitor mit immunsuppressiver Wirkung. Er ist zur Zweitlinienbehandlung des mittelschweren bis schweren atopischen Ekzems zugelassen, wenn topische Kortikosteroide nicht ausreichend wirken oder nicht vertragen werden.

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet über einen Fall von multiplen aktinischen Keratosen nach langjähriger Anwendung. Aktinische Keratosen gelten als Carcinoma in situ der Haut und werden primär durch chronische Lichteinwirkung induziert.

Da in dem berichteten Fall keine klassischen Risikofaktoren wie hohe Sonnenexposition oder ein hohes Alter vorlagen, wird ein kausaler Zusammenhang mit der lokalen Immunsuppression durch Tacrolimus vermutet. Zudem weisen große Kohortenstudien auf ein signifikant erhöhtes Risiko für T-Zell-Lymphome unter der Therapie hin.

Empfehlungen

Die AkdÄ formuliert basierend auf den Sicherheitsbedenken folgende Kernempfehlungen für den Einsatz von topischen Calcineurin-Inhibitoren:

Indikationsstellung und Anwendung

Laut Bekanntgabe sollen sich die Anwendung und die eingesetzten Dosierungen strikt an den zugelassenen Indikationen orientieren. Es wird betont, dass Tacrolimus und Pimecrolimus ausschließlich zur Zweitlinienbehandlung eingesetzt werden dürfen.

Vorsichtsmaßnahmen während der Therapie

Um das Risiko für maligne Hautveränderungen zu minimieren, werden folgende Maßnahmen empfohlen:

  • Die behandelte Haut darf während der Therapie keinem natürlichen oder künstlichen Sonnenlicht ausgesetzt werden.

  • Bei einer längerfristigen Anwendung wird zu regelmäßigen Untersuchungen auf suspekte Hautveränderungen geraten.

  • Verdachtsfälle von unerwünschten Arzneimittelwirkungen sollen konsequent an die AkdÄ gemeldet werden.

Dosierung

Die Bekanntgabe zitiert die Fachinformation bezüglich der korrekten Dosierung zur Erhaltungstherapie, um eine übermäßige Immunsuppression zu vermeiden.

MedikamentPatientengruppeDosierung zur Erhaltungstherapie
Tacrolimus (Protopic) 0,1 % SalbeErwachseneZweimal pro Woche einmal täglich auf betroffene Bereiche

Kontraindikationen

Gemäß der AkdÄ-Bekanntgabe muss die Anwendung von topischem Tacrolimus in folgenden Fällen zwingend vermieden werden:

  • Bei Kindern unter zwei Jahren

  • Bei immungeschwächten Personen

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💡Praxis-Tipp

Ein kritischer Fehler in der Praxis ist die zu häufige Applikation von topischem Tacrolimus, was den lokalen immunsuppressiven Effekt unkontrolliert verstärken kann. Es wird angeraten, auch bei jüngeren Personen ohne klassische UV-Schäden auf die Entstehung von aktinischen Keratosen oder Lymphomen zu achten. Die Aufklärung über konsequenten Sonnenschutz während der Therapie ist dabei essenziell.

Häufig gestellte Fragen

Die AkdÄ betont, dass topisches Tacrolimus nur als Zweitlinientherapie beim mittelschweren bis schweren atopischen Ekzem eingesetzt werden darf. Dies gilt für Fälle, in denen herkömmliche Therapien wie Kortikosteroide nicht wirken oder nicht vertragen werden.

Laut großen Kohortenstudien besteht ein signifikant erhöhtes Risiko für T-Zell-Lymphome. Zudem wird ein Zusammenhang mit der Entstehung von aktinischen Keratosen (Carcinoma in situ) durch die lokale Immunsuppression vermutet.

Die Fachinformation empfiehlt für Erwachsene mit der 0,1 % Salbe eine Anwendung von einmal täglich an zwei Tagen pro Woche. Eine häufigere Anwendung kann das Risiko für Nebenwirkungen durch eine verstärkte Immunsuppression erhöhen.

Es wird strikt davon abgeraten. Laut Bekanntgabe darf die Haut während der Behandlung weder natürlichem noch künstlichem Sonnenlicht ausgesetzt werden.

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Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Multiple aktinische Keratosen (Carcinomata in situ der Haut) nach langjähriger topischer Anwendung von Tacrolimus (Protopic®) (AkdÄ, 2011). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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