AkdÄ2016

Quetiapin und Kardiomyopathie: AkdÄ Sicherheitswarnung

Diese Leitlinie stammt aus 2016 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2016)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Quetiapin ist ein häufig verordnetes Antipsychotikum der zweiten Generation. Es ist chemisch mit Clozapin verwandt und wird zur Behandlung von Schizophrenie sowie bipolaren Störungen eingesetzt.

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet über Fälle von medikamentös-toxischer Kardiomyopathie unter Quetiapin. Obwohl kardiovaskuläre Nebenwirkungen wie QT-Verlängerung oder orthostatische Hypotonie bekannt sind, stellt die Kardiomyopathie eine sehr seltene, aber potenziell lebensbedrohliche Komplikation dar.

In der Fachinformation wird auf Berichte über Kardiomyopathien hingewiesen, ein kausaler Zusammenhang galt jedoch bisher als nicht eindeutig belegt. Die aktuelle Publikation stützt sich auf gut dokumentierte Einzelfälle und Literaturberichte, die auf eine dilatative Kardiomyopathie mit eingeschränkter Pumpfunktion hindeuten.

Empfehlungen

Die AkdÄ formuliert basierend auf den vorliegenden Fallberichten folgende Kernaspekte für den klinischen Alltag:

Klinische Überwachung

Es wird empfohlen, bei Personen unter Quetiapin-Therapie auf Symptome einer Herzinsuffizienz zu achten. Dazu zählen laut Publikation insbesondere neu auftretende Luftnot, eine eingeschränkte Belastbarkeit oder periphere Ödeme.

Differenzialdiagnostik

Bei Auftreten entsprechender kardialer Symptome sollte eine medikamentös-toxische Kardiomyopathie als Differenzialdiagnose frühzeitig in Betracht gezogen werden. Die AkdÄ weist darauf hin, dass diese Nebenwirkung zwar sehr selten ist, aber schwerwiegend und sogar tödlich verlaufen kann.

In den dokumentierten Fällen trat die kardiale Symptomatik in einem sehr variablen Zeitraum auf. Die Latenzzeit reichte von vier Monaten bis zu vier Jahren nach Therapiebeginn.

Meldung von Nebenwirkungen

Die Publikation betont die Wichtigkeit der Pharmakovigilanz. Es wird darum gebeten, entsprechende Verdachtsfälle einer Kardiomyopathie unter Quetiapin an die AkdÄ zu melden.

Dosierung

Die Publikation nennt folgende Dosierungsbereiche für Quetiapin im Kontext der zugelassenen Indikationen und der beobachteten Fallberichte:

Indikation / SituationDosierungAnmerkung
Erhaltungstherapie (Schizophrenie, bipolare Störung)150–800 mg/TagEmpfohlene Tagesdosis laut Fachinformation
Empfohlene Höchstdosis750–800 mg/TagJe nach genauer Indikation
Beobachtete Kardiomyopathie-Fälle600–1000 mg/TagTeilweise Überschreitung der empfohlenen Höchstdosis

Die AkdÄ merkt an, dass die Anwendung von hohen Dosierungen über 800 mg pro Tag im klinischen Alltag nicht selten vorkommt.

Kontraindikationen

Laut Fachinformation sind unter Quetiapin verschiedene kardiovaskuläre Nebenwirkungen bekannt. Dazu gehören Bradykardien, Tachykardien, Palpitationen, QT-Verlängerungen, orthostatische Hypotonien sowie venöse Thromboembolien.

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💡Praxis-Tipp

Ein wichtiges klinisches Signal ist das Auftreten von unspezifischen Herzinsuffizienz-Symptomen wie Dyspnoe oder Ödemen bei ansonsten herzgesunden Personen unter Quetiapin. Die AkdÄ betont, dass eine medikamentös-toxische Kardiomyopathie auch nach einer Latenzzeit von mehreren Jahren auftreten kann und als Differenzialdiagnose frühzeitig evaluiert werden sollte.

Häufig gestellte Fragen

Aufgrund der breiten Anwendung von Quetiapin geht die AkdÄ davon aus, dass es sich um eine sehr seltene Nebenwirkung handelt. Genaue Inzidenzzahlen liegen jedoch nicht vor.

Die Latenzzeit bis zum Auftreten der Kardiomyopathie ist laut den publizierten Fallberichten sehr variabel. Sie reicht von vier Monaten bis zu vier Jahren nach Beginn der Einnahme.

In den dokumentierten Fällen nahmen die Betroffenen Tagesdosen zwischen 600 und 1000 mg ein. Dies liegt teilweise über der in der Fachinformation empfohlenen Höchstdosis von 750 bis 800 mg.

In dem von der AkdÄ detailliert beschriebenen Fallbericht kam es nach Absetzen von Quetiapin und Einleitung einer Herzinsuffizienztherapie zu einer vollständigen Erholung der linksventrikulären Funktion. Es sind in der Literatur jedoch auch Fälle mit tödlichem Ausgang beschrieben.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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