Koronarspasmus durch Carboplatin: AkdÄ-Sicherheitswarnung
Hintergrund
Carboplatin ist ein Zytostatikum, das durch die Vernetzung von DNS-Strängen die Zellteilung hemmt. Es wird unter anderem zur Behandlung von fortgeschrittenen Ovarial- und Bronchialkarzinomen eingesetzt.
Zu den bekannten unerwünschten Arzneimittelwirkungen gehören dosislimitierende Myelosuppression, Übelkeit und periphere Neuropathien. Kardiovaskuläre Ereignisse wie Herzinsuffizienz und Embolien sind in der Fachinformation als sehr seltene Ereignisse aufgeführt.
Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) veröffentlichte 2010 einen Fallbericht zu einer kardialen Komplikation. Diese Zusammenfassung basiert auf der entsprechenden Sicherheitswarnung aus der UAW-Datenbank.
Empfehlungen
Klinische Präsentation des Koronarspasmus
Laut AkdÄ kann es kurz nach Beginn einer Carboplatin-Infusion zu schweren kardiovaskulären Reaktionen kommen. In dem dokumentierten Fall traten die Symptome bereits zwei bis zehn Minuten nach Infusionsbeginn auf.
Folgende klinische Zeichen wurden in Zusammenhang mit dem vermuteten Koronarspasmus beobachtet:
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Plötzlicher Blutdruckabfall und kollaptische Zustände
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Thoraxschmerzen (pectanginöse Beschwerden)
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Zerebrale Krampfanfälle oder Krampfäquivalente
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Bradykardie
Diagnostische Befunde
Im EKG zeigten sich passager ST-Strecken-Hebungen über der Hinterwand, die sich innerhalb kurzer Zeit ohne Residuen zurückbildeten. Laborchemisch waren keine Infarktzeichen wie ein erhöhtes Troponin T oder eine erhöhte Creatinkinase (CK) nachweisbar.
Der Bericht legt nahe, dass die Kombination aus Bradykardie, Blutdruckabfall und ST-Hebungen auf eine Beteiligung der rechten Koronararterie hindeutet.
Einordnung der Nebenwirkung
Die AkdÄ stuft den zytostatikainduzierten Koronarspasmus unter Carboplatin als eine vermutlich sehr seltene, aber im Einzelfall bedrohliche Komplikation ein.
Es wird darauf hingewiesen, dass myokardiale Ischämien auch bei anderen Zytostatika wie 5-Fluorouracil, Capecitabin und Cyclophosphamid beschrieben sind. Ärzte werden aufgerufen, entsprechende Verdachtsfälle von unerwünschten Arzneimittelwirkungen an die AkdÄ zu melden.
💡Praxis-Tipp
Bei einem plötzlichen Kollaps, Krampfanfällen oder Thoraxschmerzen unmittelbar nach Beginn einer Carboplatin-Infusion sollte an einen Koronarspasmus gedacht werden. Die AkdÄ betont, dass diese lebensbedrohliche Komplikation auch dann auftreten kann, wenn vorherige Zyklen der gleichen Chemotherapie problemlos vertragen wurden. Ein unauffälliges kardiales Labor (Troponin, CK) schließt einen passageren Vasospasmus nicht aus.
Häufig gestellte Fragen
Laut Fachinformation gelten Herzinsuffizienz und Embolien als sehr seltene Ereignisse. Die AkdÄ warnt zusätzlich vor myokardialen Ischämien und Koronarspasmen, die sich durch Thoraxschmerzen und EKG-Veränderungen äußern können.
In dem von der AkdÄ dokumentierten Fall traten die Symptome extrem schnell auf. Die Patientin reagierte bereits zwei bis zehn Minuten nach Beginn der Carboplatin-Infusion mit einem Kollaps und ST-Hebungen.
Bei einem reinen Koronarspasmus bilden sich die EKG-Veränderungen wie ST-Strecken-Hebungen oft nach kurzer Zeit vollständig zurück. Zudem bleiben laborchemische Infarktmarker wie Troponin T und CK in der Regel unauffällig.
Der Bericht erwähnt, dass myokardiale Ischämien und Vasospasmen auch bei anderen Wirkstoffen bekannt sind. Dazu zählen insbesondere 5-Fluorouracil, Capecitabin und Cyclophosphamid.
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Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Koronarspasmus unter Carboplatin (AkdÄ, 2010). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.