AkdÄ2008

Orlistat und Niereninsuffizienz: AkdÄ-Warnung

Diese Leitlinie stammt aus 2008 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2008)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet über das Risiko einer akuten Oxalat-Nephropathie unter der Therapie mit Orlistat (Xenical). Orlistat ist ein peripher wirkendes Abmagerungsmittel, das gastrointestinale Lipasen hemmt.

Durch die medikamentös induzierte Fettmalabsorption wird im Darm vermehrt Kalzium an langkettige Fettsäuren gebunden. Dadurch steht weniger Kalzium für die Bindung von Oxalat zur Verfügung.

Dies führt zu einer vermehrten Aufnahme von freiem Oxalat über die Darmschleimhaut. Die resultierende enterale Hyperoxalurie kann Nierensteine oder eine akute Oxalat-Nephropathie verursachen.

Empfehlungen

Die Publikation der AkdÄ formuliert folgende Kernpunkte zur Therapie mit Orlistat:

Bewertung der Therapie

Die AkdÄ empfiehlt Orlistat generell nicht zur Therapie der Adipositas. Als Gründe werden die schlechte gastrointestinale Verträglichkeit und der zweifelhafte langfristige Nutzen zur Gewichtsreduktion genannt.

Einsatz bei Niereninsuffizienz

Laut Publikation wird bei bestehender Einschränkung der Nierenfunktion von der Gabe von Orlistat abgeraten. Die Warnung stützt sich auf folgende Beobachtungen:

  • Berichte über akutes Nierenversagen durch intratubuläre und interstitielle Kalzium-Oxalat-Kristalle

  • Verschlechterung der Nierenfunktion bei vorbestehender chronischer Niereninsuffizienz

  • Zusätzliches Risiko einer Nierenschädigung durch Exsikkose infolge von Steatorrhö

Meldung von Nebenwirkungen

Es wird empfohlen, alle beobachteten Nebenwirkungen und Verdachtsfälle im Zusammenhang mit Orlistat an das Spontanmeldesystem zu melden.

Dosierung

Die Publikation nennt folgende Dosierungsangaben im Rahmen der Zulassung und des Fallberichts:

WirkstoffIndikationDosierung
OrlistatAdipositas (BMI > 30 kg/m²)Bis zu 3-mal täglich 120 mg
OrlistatÜbergewicht (BMI > 28 kg/m²) mit RisikofaktorenBis zu 3-mal täglich 120 mg

Kontraindikationen

Laut der zitierten Fachinformation zählt eine eingeschränkte Nierenfunktion offiziell nicht zu den Kontraindikationen. Die AkdÄ rät jedoch aufgrund der Gefahr von Nierenschäden durch eine enterale Hyperoxalurie ausdrücklich von der Anwendung bei vorbestehender Niereninsuffizienz ab.

Frage zu dieser Leitlinie stellen...

💡Praxis-Tipp

Bei Personen mit chronischer Niereninsuffizienz wird von der Verordnung von Orlistat abgeraten, da das Risiko einer akuten Oxalat-Nephropathie besteht. Ein unerklärlicher Kreatininanstieg unter Orlistat-Therapie sollte an eine enterale Hyperoxalurie denken lassen. Eine ausreichende Hydratation ist bei auftretender Steatorrhö essenziell, um eine zusätzliche renale Schädigung durch Exsikkose zu vermeiden.

Häufig gestellte Fragen

Orlistat verursacht eine Fettmalabsorption, wodurch Kalzium im Darm an Fettsäuren gebunden wird. Freies Oxalat wird dadurch vermehrt resorbiert und über die Nieren ausgeschieden. Dies kann laut AkdÄ zu einer akuten Oxalat-Nephropathie führen.

In den beschriebenen Fallberichten kam es zu einem allgemeinen Krankheitsgefühl und einem langsamen, aber deutlichen Anstieg des Serumkreatinins. In der Nierenbiopsie zeigten sich intratubuläre und interstitielle Kalzium-Oxalat-Kristalle.

Laut der in der Publikation zitierten Fachinformation ist eine eingeschränkte Nierenfunktion keine offizielle Kontraindikation. Die AkdÄ rät jedoch aufgrund der gemeldeten Verdachtsfälle ausdrücklich von der Gabe bei diesen Personen ab.

Die AkdÄ empfiehlt Orlistat generell nicht zur Therapie der Adipositas. Als Begründung werden die schlechte gastrointestinale Verträglichkeit und der zweifelhafte langfristige Nutzen angeführt.

War diese Zusammenfassung hilfreich?

Quelle: AkdÄ Bekanntgabe: Akute Oxalat-Nephropathie im Zusammenhang mit der Gabe von Orlistat bei chronischer Niereninsuffizienz (AkdÄ, 2008). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

Verwandte Leitlinien