AkdÄ2009

Abhängigkeit von Flupirtin: AkdÄ-Sicherheitswarnung

Diese Leitlinie stammt aus 2009 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AkdÄ (2009)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Flupirtin ist ein zentral wirkendes, nicht-opioides Analgetikum. Es ist zur Behandlung von akuten und chronischen Schmerzen wie Muskelverspannungen, Tumorschmerzen oder Schmerzen nach Operationen zugelassen.

Laut den damaligen Fachinformationen soll der Wirkstoff keine Sucht erzeugen und keine Toleranzentwicklung verursachen. Die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) berichtet jedoch in einer Sicherheitswarnung aus dem Jahr 2009 über deutliche Hinweise auf ein Abhängigkeitspotenzial.

Neben der potenziellen Suchtgefahr weist die AkdÄ auch auf das Risiko von Leberschäden unter der Therapie mit Flupirtin hin. Zudem erwies sich das Medikament in Studien zur Behandlung von Kreuzschmerzen gegenüber Placebo als nicht überlegen.

Empfehlungen

Fallbericht zur Abhängigkeitsentwicklung

Die AkdÄ beschreibt den Fall einer 33-jährigen Frau, die eine langjährige Schmerzmittelabhängigkeit von Flupirtin entwickelte. Die Einnahme führte bei ihr zu einem Gefühl der Zufriedenheit und Euphorie.

Gleichzeitig traten laut Bericht neurologische Nebenwirkungen auf. Dazu gehörten:

  • Verwaschene Sprache

  • Konzentrationsstörungen

  • Gangunsicherheit

Entzug und Datenbankauswertung

Laut Mitteilung konnte eine stationäre Entgiftungstherapie bei der betroffenen Person problemlos durchgeführt werden. Es traten keine relevanten psychovegetativen Entzugssyndrome oder Schlafstörungen auf.

Die Auswertung des deutschen Spontanmeldesystems stützt den Verdacht auf ein Suchtpotenzial. Von 579 erfassten Verdachtsfällen unerwünschter Arzneimittelwirkungen entfielen 54 Meldungen auf folgende Bereiche:

  • Arzneimittelmissbrauch

  • Arzneimittelabhängigkeit

  • Entzugssyndrom

Meldung von Nebenwirkungen

Es wird ärztlichem Personal angeraten, alle beobachteten Nebenwirkungen und Verdachtsfälle an die AkdÄ zu melden. Dies dient der kontinuierlichen Überwachung der Arzneimittelsicherheit und der Erfassung seltener Risiken.

Dosierung

Die AkdÄ zitiert in ihrem Bericht die zum damaligen Zeitpunkt gültige Fachinformation bezüglich der maximalen Tagesdosis.

WirkstoffHöchste empfohlene Tagesdosis
Flupirtin600 mg

Im beschriebenen Fallbericht nahm die betroffene Person täglich sieben bis acht Tabletten zu je 100 mg (insgesamt 700 bis 800 mg) ein und überschritt damit die empfohlene Maximaldosis deutlich.

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💡Praxis-Tipp

Entgegen den Angaben in älteren Fachinformationen weist Flupirtin laut AkdÄ ein relevantes Sucht- und Missbrauchspotenzial auf. Es wird empfohlen, bei der Verordnung auf Anzeichen einer Toleranzentwicklung oder einer euphorisierenden Wirkung zu achten. Zudem wird auf die fehlende Überlegenheit gegenüber Placebo bei der Indikation Kreuzschmerzen hingewiesen.

Häufig gestellte Fragen

Laut einer Warnung der AkdÄ gibt es deutliche Hinweise auf ein Abhängigkeitspotenzial von Flupirtin. In Datenbanken finden sich zahlreiche Meldungen zu Missbrauch, Abhängigkeit und Entzugssyndromen.

In einem von der AkdÄ beschriebenen Fallbericht kam es bei hohen Dosen zu verwaschener Sprache, Konzentrationsstörungen und Gangunsicherheit. Gleichzeitig wurde eine euphorisierende Wirkung beschrieben.

Einem Fallbericht der AkdÄ zufolge kann eine Entgiftungstherapie ohne schwerwiegende Komplikationen verlaufen. Es wurden in diesem Fall keine relevanten psychovegetativen Entzugssyndrome oder Schlafstörungen beobachtet.

Die AkdÄ weist darauf hin, dass sich Flupirtin bei der Behandlung von Kreuzschmerzen im Vergleich zu einem Placebo als nicht überlegen erwiesen hat.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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