Adipositas: Diagnostik und multimodale Therapie
Hintergrund
Die AWMF-S3-Leitlinie (Version 5.0, 2024) behandelt die Prävention und Therapie der Adipositas bei Erwachsenen. Adipositas wird als chronische Krankheit definiert, die durch eine über das Normalmaß hinausgehende Vermehrung des Körperfetts gekennzeichnet ist.
Die Erkrankung ist mit zahlreichen somatischen und psychischen Komorbiditäten assoziiert. Dazu zählen unter anderem Typ-2-Diabetes, kardiovaskuläre Erkrankungen, Fettlebererkrankungen (MASLD) sowie depressive Störungen.
Ein zentrales Anliegen der Leitlinie ist die Vermeidung von gewichtsbezogener Stigmatisierung im Gesundheitswesen. Es wird betont, dass die komplexe Ätiologie der Adipositas genetische, biologische und umweltbedingte Faktoren umfasst.
💡Praxis-Tipp
Ein zentraler Praxisaspekt der Leitlinie ist die Vermeidung von gewichtsbezogener Stigmatisierung im klinischen Alltag. Es wird nachdrücklich empfohlen, in Gesundheitseinrichtungen eine adäquate Ausstattung wie Schwerlaststühle und geeignete Körperwaagen vorzuhalten. Zudem sollte bei der Anamnese stets nach bisherigen Diäterfahrungen und dem individuellen Leidensdruck gefragt werden, um die Therapieziele realistisch und patientenzentriert anzupassen.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie kann eine Pharmakotherapie ab einem BMI von 30 kg/m² erwogen werden. Bei Vorliegen von gewichtsbedingten Begleiterkrankungen ist ein Einsatz bereits ab einem BMI von 27 kg/m² (bei Orlistat ab 28 kg/m²) möglich.
Die Leitlinie empfiehlt ein tägliches Energiedefizit von etwa 500 bis 600 kcal. Dies ermöglicht in der Regel einen moderaten und nachhaltigen Gewichtsverlust.
Es wird empfohlen, bei betroffenen Personen bevorzugt GLP-1-Rezeptoragonisten wie Liraglutid oder Semaglutid einzusetzen. Diese Wirkstoffe unterstützen laut Leitlinie sowohl die Gewichtsreduktion als auch die Blutzuckerkontrolle.
Sehr niedrig kalorische Kostformen mit 800 bis 1200 kcal pro Tag können laut Leitlinie zeitlich begrenzt für maximal 12 Wochen eingesetzt werden. Dies sollte jedoch nur unter medizinischer Betreuung und bei speziellen Indikationen wie schwerer Adipositas erfolgen.
Die Leitlinie rät zu 150 bis 300 Minuten moderater oder 75 bis 150 Minuten intensiver körperlicher Aktivität pro Woche. Zusätzlich wird ein Krafttraining der großen Muskelgruppen an mindestens zwei Tagen pro Woche empfohlen.
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Quelle: Prävention und Therapie der Adipositas (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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