ADHS: Diagnostik und Therapie bei Kindern & Erwachsenen
Hintergrund
Die S3-Leitlinie zur Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) der AWMF (2018) liefert umfassende Empfehlungen für alle Altersgruppen. ADHS ist durch die Kernsymptome Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität gekennzeichnet. Diese Symptome führen zu deutlichen Beeinträchtigungen in verschiedenen Lebensbereichen.
Die Prävalenz im Kindes- und Jugendalter liegt weltweit bei etwa 5,3 Prozent. Etwa 50 bis 80 Prozent der im Kindesalter Betroffenen weisen auch als Erwachsene noch Symptome auf. Ein Drittel zeigt im Erwachsenenalter weiterhin das Vollbild der Störung.
Die Ätiologie der ADHS ist heterogen und multikausal. Genetische Prädispositionen interagieren komplex mit prä-, peri- und postnatalen Umwelteinflüssen. Dies führt zu strukturellen und funktionellen Besonderheiten in der Hirnentwicklung.
💡Praxis-Tipp
Laut Leitlinie ist bei der Diagnosestellung zwingend darauf zu achten, dass die Symptome und Funktionseinschränkungen in mehreren Lebensbereichen (z.B. Familie und Schule) auftreten. Zeigt ein Kind ausschließlich in einem einzigen Kontext Auffälligkeiten, wird empfohlen, differenzialdiagnostisch andere Ursachen wie Anpassungsstörungen, Überforderung oder familiäre Belastungen in Betracht zu ziehen. Eine alleinige Diagnose basierend auf Fragebögen oder einer einmaligen Verhaltensbeobachtung in der Praxis wird von der Leitlinie ausdrücklich als unzureichend eingestuft.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt eine Pharmakotherapie der ADHS in der Regel erst ab dem Schulalter. Bei Vorschulkindern ab 3 Jahren soll eine Medikation nur in begründeten Einzelfällen und nach Ausschöpfung aller psychosozialen Interventionen erwogen werden.
Laut Leitlinie können bei koexistierenden Tic-Störungen Stimulanzien, Atomoxetin oder Guanfacin eingesetzt werden. Da Stimulanzien Tics in einigen Fällen verstärken können, wird bei einer Exazerbation eine Umstellung auf Atomoxetin oder Guanfacin empfohlen.
Eine routinemäßige EKG-Untersuchung vor Therapiebeginn ist laut Leitlinie nicht zwingend erforderlich. Sie wird jedoch empfohlen, wenn sich aus der Anamnese oder der körperlichen Untersuchung Hinweise auf kardiovaskuläre Erkrankungen ergeben.
Es wird empfohlen, die Wirksamkeit und mögliche Nebenwirkungen regelmäßig zu kontrollieren. Mindestens einmal jährlich soll die Notwendigkeit der Fortführung der Medikation, idealerweise durch einen Auslassversuch, überprüft werden.
Die Leitlinie rät von generellen Eliminationsdiäten oder dem pauschalen Verzicht auf Farbstoffe ab. Solche diätetischen Maßnahmen sollten nur bei einem konkreten Verdacht auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten und unter professioneller Anleitung durchgeführt werden.
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Quelle: S3-Leitlinie ADHS bei Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen (AWMF 028-045, 2018) (AWMF / DGKJP / DGPPN, 2018). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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