ADHS: Diagnostik und Therapie bei Kindern & Erwachsenen

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) ist eine der häufigsten psychischen Störungen im Kindes- und Jugendalter. Sie ist durch die Kernsymptome Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität und Impulsivität gekennzeichnet. Diese Symptome treten situationsübergreifend auf und führen zu deutlichen Einschränkungen in der sozialen, schulischen oder beruflichen Funktionsfähigkeit.

Die Prävalenz im Kindes- und Jugendalter liegt weltweit bei etwa 5,3 Prozent. Bei 50 bis 80 Prozent der Betroffenen persistieren die Symptome bis ins Erwachsenenalter, wobei sich das Erscheinungsbild oft wandelt. Während bei Kindern motorische Unruhe im Vordergrund steht, zeigt sich diese bei Erwachsenen häufiger als innere Unruhe.

Die Ätiologie der ADHS ist multifaktoriell. Genetische Prädispositionen spielen eine entscheidende Rolle, interagieren jedoch komplex mit prä-, peri- und postnatalen Umweltfaktoren. Diese Faktoren beeinflussen gemeinsam die strukturelle und funktionelle Hirnentwicklung.

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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont die Wichtigkeit, die Indikation für eine fortgesetzte medikamentöse Behandlung mindestens einmal jährlich im Rahmen einer behandlungsfreien Zeit zu überprüfen. Es wird darauf hingewiesen, dass mangelnde Medikamenten-Adhärenz, insbesondere bei Jugendlichen, auch ein Ausdruck der Ablehnung dieser Therapieform sein kann und die Ursachen hierfür im gemeinsamen Gespräch individuell eruiert werden sollten.

Häufig gestellte Fragen

Die Leitlinie weist darauf hin, dass Methylphenidat erst ab einem Alter von 6 Jahren zugelassen ist. Eine Pharmakotherapie im Vorschulalter (ab 3 Jahren) wird nur in begründeten Ausnahmefällen nach Ausschöpfung psychosozialer Interventionen und durch spezialisierte Ärzte empfohlen.

Vor jeder medikamentösen Einstellung wird empfohlen, Puls, Blutdruck, Körpergewicht und Körpergröße (inklusive Altersperzentilen bei Kindern) zu bestimmen. Ein EKG wird laut Leitlinie nur dann empfohlen, wenn sich aus der Anamnese oder Untersuchung Hinweise auf eine Herz-Kreislauferkrankung ergeben.

Bei Patienten mit ADHS und koexistierenden Tic-Störungen empfiehlt die Leitlinie den Einsatz von Stimulanzien oder alternativ Atomoxetin beziehungsweise Guanfacin. Sollten Tics unter Stimulanzien exazerbieren, wird eine Dosisreduktion oder Umstellung auf Atomoxetin oder Guanfacin angeraten.

Die Leitlinie beschreibt, dass es unter einer kontinuierlichen Stimulanzientherapie zu einer Verzögerung des Längenwachstums und der Gewichtszunahme kommen kann. Bei einer signifikanten Beeinträchtigung wird empfohlen, eine Therapiepause (z.B. in den Schulferien) zu erwägen, um ein Aufholen des Wachstums zu ermöglichen.

Eine routinemäßige apparative Diagnostik wie ein EEG ist laut Leitlinie nicht erforderlich. Ein EEG wird nur dann empfohlen, wenn anamnestische oder klinische Hinweise auf ein Anfallsgeschehen vorliegen, um dieses differenzialdiagnostisch abzuklären.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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