Zoonosen: One-Health-Koordinierung und Management
Hintergrund
Die WHO-Leitlinie (2022), entwickelt in Zusammenarbeit mit FAO und WOAH, präsentiert das Multisectoral Coordination Mechanism Operational Tool (MCM OT). Dieses Instrument dient der Etablierung oder Stärkung eines staatlichen One-Health-Mechanismus zur Bewältigung von Zoonosen und anderen Gesundheitsbedrohungen an der Schnittstelle von Mensch, Tier und Umwelt.
Das Tool basiert auf dem Tripartite Zoonoses Guide (TZG) und bietet einen standardisierten, schrittweisen Ansatz. Es fördert die sektorübergreifende Zusammenarbeit zwischen Humanmedizin, Veterinärwesen und Umweltwissenschaften.
Ziel ist es, administrative und technische Aktivitäten zu koordinieren, um die Gesundheitsvorsorge und Reaktionsfähigkeit zu verbessern. Der Prozess umfasst zehn definierte Schritte, die vor, während und nach einem dreitägigen Workshop durchgeführt werden.
Empfehlungen
Die Leitlinie strukturiert den Prozess in drei aufeinanderfolgende Module mit insgesamt zehn Schritten:
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Vorbereitung (Modul 1): Gründung eines Lenkungsausschusses und eines Planungsteams sowie die Festlegung des Geltungsbereichs.
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Technische Entwicklung (Modul 2): Durchführung eines dreitägigen Workshops zur Bewertung von Kernelementen und Erstellung eines Aktionsplans.
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Implementierung (Modul 3): Erstellung eines Abschlussberichts und Durchführung einer Wirkungsbeurteilung nach sechs bis zwölf Monaten.
Einstufung der Ausgangssituation
Laut Leitlinie wird empfohlen, vor der Planung die aktuelle Entwicklungsstufe des nationalen One-Health-Mechanismus zu definieren. Dies bestimmt den weiteren Fokus der Evaluierung.
| Situation | Beschreibung | Fokus der Anwendung |
|---|---|---|
| Situation A | Kein existierender Mechanismus | Startpunkt zum Aufbau eines One-Health-Ansatzes |
| Situation B | Krankheitsspezifische Taskforce (z.B. für Tollwut) | Erweiterung zu einem voll funktionsfähigen Mechanismus |
| Situation C | Voll funktionsfähiger One-Health-Mechanismus | Iterative Verbesserung und fortlaufende Evaluierung |
Technische Kernelemente
Das Tool umfasst 18 strategische Elemente, die zur Bewertung und Planung herangezogen werden. Die Leitlinie unterteilt diese in vier Hauptkategorien:
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Kernelemente (1-6): Mitgliedschaft, Führung und Governance, rechtliche Rahmenbedingungen, Ressourcen, Priorisierung von Zoonosen und Aktivitäten.
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Organisatorische Elemente (7-10): Untergruppen, subnationale Strukturen, Kommunikation sowie Monitoring und Evaluation.
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Mapping-Elemente (11-12): Erfassung bestehender Infrastrukturen und aktueller One-Health-Aktivitäten.
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Planungselemente (13-18): Koordinierte Planung, Überwachung, Untersuchung, Risikobewertung, Risikokommunikation und Personalentwicklung.
Es wird beschrieben, dass aus diesen 18 Elementen sechs bis zehn prioritäre Bereiche für die Entwicklung des Aktionsplans ausgewählt werden sollen. Die Auswahl basiert auf der Machbarkeit und den potenziellen Auswirkungen auf die Funktionalität des Mechanismus.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont, dass bei der Priorisierung der zu bearbeitenden Elemente nicht zwingend die wichtigsten, sondern die aktuell machbarsten und wirkungsvollsten Aspekte ausgewählt werden sollen. Elemente, die bereits gut funktionieren oder derzeit nicht umsetzbar sind, können laut Leitlinie auf einen späteren Zeitpunkt verschoben werden.
Häufig gestellte Fragen
Die WHO-Leitlinie beschreibt, dass der Lenkungsausschuss idealerweise aus Vertretern aller relevanten Ministerien bestehen sollte. Es wird ein Minimum an Repräsentanz aus den Bereichen der öffentlichen Gesundheit und der Tiergesundheit vorausgesetzt.
Laut Leitlinie ist ein dreitägiger Workshop in der Regel ausreichend, um die technischen Schritte abzuschließen. Voraussetzung dafür ist eine gründliche Vorbereitung durch das Planungsteam im Vorfeld.
Es wird beschrieben, dass eine Wirkungsbeurteilung (Impact Evaluation) etwa sechs bis zwölf Monate nach der Validierung des Aktionsplans durchgeführt werden soll. Diese basiert auf den zuvor definierten Indikatoren und Zeitplänen.
Situation A beschreibt Länder ohne bestehenden Koordinationsmechanismus, die am Anfang des One-Health-Aufbaus stehen. Situation B umfasst Länder, die bereits eine krankheitsspezifische Taskforce besitzen, welche als Basis für eine Erweiterung genutzt werden kann.
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Quelle: Multisectoral coordination mechanisms operational tool: an operational tool of the tripartite zoonoses guide (WHO, 2022). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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