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WHO2019

One Health Leitlinie: Zoonosen-Management (WHO/FAO/OIE)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Ein effektiver One-Health-Ansatz erfordert die gleichberechtigte Zusammenarbeit von Humanmedizin, Tiermedizin und Umweltsektor.
  • Die Einrichtung eines ständigen, multisektoralen Koordinationsmechanismus (MCM) ist essenziell für die Zoonosen-Prävention und -Reaktion.
  • Die Priorisierung von Zoonosen muss gemeinsam durch alle relevanten Sektoren erfolgen.
  • Kernaktivitäten umfassen strategische Planung, gemeinsame Überwachung, Ausbruchsuntersuchung und Risikokommunikation.
  • Für Kernaktivitäten im Zoonosen-Management sollten primär inländische Finanzierungsquellen genutzt werden.
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Hintergrund

Zoonosen und andere Gesundheitsbedrohungen an der Schnittstelle zwischen Mensch, Tier und Umwelt (wie Antibiotikaresistenzen und Lebensmittelsicherheit) erfordern eine sektorübergreifende Zusammenarbeit. Der One-Health-Ansatz ist eine kollaborative, multidisziplinäre und multisektorale Methode, um diese Bedrohungen auf subnationaler, nationaler und globaler Ebene zu adressieren. Ein zentrales Prinzip ist dabei die Ausgewogenheit und Gleichberechtigung aller beteiligten Sektoren (Humanmedizin, Tiermedizin und Umweltsektor).

Multisektoraler Koordinationsmechanismus (MCM)

Um den One-Health-Ansatz nachhaltig zu verankern, wird die Einrichtung eines ständigen multisektoralen Koordinationsmechanismus (MCM) empfohlen. Dieser sollte idealerweise durch die höchste administrative Ebene (z. B. Premierminister) mandatiert und gesetzlich verankert werden.

FunktionsebeneAufgabenBemerkung
Interministerielle FührungPolitische Entscheidungsfindung, strategische Planung, RessourcenallokationSichert den politischen Willen und die Finanzierung
Technische KoordinationUmsetzung von Fachaktivitäten, Überwachung, RisikobewertungOft durch spezialisierte Untergruppen (Subgroups) durchgeführt

Zusammensetzung des MCM:

  • Pflichtmitglieder: Vertreter der Sektoren Humanmedizin, Tiergesundheit und Umwelt (inkl. Wildtiere und Vektoren).
  • Weitere Stakeholder: Je nach Bedarf Vertreter aus Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit, Finanzen, Sicherheit oder Nichtregierungsorganisationen (als Berater oder Beobachter).

Kernaktivitäten im Zoonosen-Management

Die Leitlinie definiert sechs technische Kernbereiche, die durch den MCM koordiniert werden müssen:

BereichAktivitätZiel
1. Strategische PlanungEntwicklung von Zoonosen-Rahmenwerken und NotfallplänenVorbereitung auf endemische und neu auftretende Bedrohungen
2. SurveillanceGemeinsame Überwachung und InformationsaustauschFrühzeitige Erkennung von Zoonose-Ereignissen
3. AusbruchsmanagementKoordinierte Untersuchung und ReaktionSchnelle und effektive Eindämmung von Ausbrüchen
4. RisikobewertungJoint Risk Assessment (JRA)Sektorübergreifende Einschätzung von Gesundheitsgefahren
5. RisikokommunikationAufklärung und Einbindung der GemeinschaftKonsistente Botschaften an die Öffentlichkeit
6. PersonalentwicklungSektorübergreifendes Training (Workforce Development)Aufbau von gemeinsamen Kapazitäten

Priorisierung von Zoonosen

Die Priorisierung von Zoonosen muss in einem transparenten Prozess unter Beteiligung aller relevanten Sektoren erfolgen. Dies ermöglicht eine fokussierte Nutzung begrenzter Ressourcen und fördert die gemeinsame Aktionsplanung für den Kapazitätsaufbau (z. B. Laborausbau, Überwachungssysteme).

Finanzierung und Nachhaltigkeit

Um die Kontinuität der Programme zu gewährleisten, müssen nachhaltige Finanzierungsmodelle etabliert werden:

  • Nationale Mittel: Für alle Kernaktivitäten im Bereich Zoonosen sollten primär inländische Finanzierungsquellen genutzt werden.
  • Ressourcenteilung: Sektoren, die von der Bekämpfung einer Zoonose profitieren (z. B. Humanmedizin), sollten sich an den Kosten der Maßnahmen in anderen Sektoren (z. B. Tierimpfungen) beteiligen.
  • Gesetzliche Basis: Ein gesetzlich verankerter MCM kann effektiver Ressourcen einwerben und ist unabhängiger von Regierungswechseln.

💡Praxis-Tipp

Etablieren Sie Kommunikationswege zur Veterinär- und Umweltbehörde bereits vor einer Krise. Ein ständiger, formalisierter Austausch beschleunigt die Reaktion bei Zoonose-Ausbrüchen erheblich.

Häufig gestellte Fragen

Ein kollaborativer, multidisziplinärer Ansatz, der die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt als untrennbar verbunden betrachtet und eine gleichberechtigte Zusammenarbeit dieser Sektoren erfordert.
Zwingend erforderlich sind Vertreter der Humanmedizin, der Tiergesundheit und des Umweltsektors (inklusive Wildtiere). Weitere Sektoren können je nach Bedarf hinzugezogen werden.
Die Leitlinie empfiehlt dringend, für alle Kernaktivitäten im Zoonosen-Management primär inländische (nationale) Finanzierungsquellen zu nutzen, um Nachhaltigkeit zu gewährleisten.
Sie bündelt begrenzte Ressourcen, schafft eine gemeinsame Vision aller Sektoren und ist Voraussetzung für gezielte Kapazitätsaufbauten wie Labornetzwerke und Überwachungssysteme.

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