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WHO2024

WHO-Leitfaden 2024: MNCAH-Programm-Reviews durchführen

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Der Review-Prozess gliedert sich in Vorbereitung, Datensammlung, einen 4-stufigen Workshop und die Berichterstattung.
  • Schritt 1 analysiert primär Ziele, Zielvorgaben und die Abdeckung von MNCAH-Interventionen.
  • Schritt 2 bewertet die Implementierung anhand von Verfügbarkeit, Zugang, Qualität und Nachfrage.
  • Schritt 3 identifiziert und priorisiert die wichtigsten Probleme, die zu Implementierungslücken führen.
  • Schritt 4 dient der Entwicklung machbarer Lösungen und spezifischer, handlungsorientierter Empfehlungen.
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Hintergrund

Dieser Leitfaden der WHO (2024) unterstützt Länder bei der Planung, Organisation und Durchführung von integrierten Programm-Reviews für die Gesundheit von Müttern, Neugeborenen, Kindern und Heranwachsenden (MNCAH). Der Prozess kann auch genutzt werden, um spezifische Initiativen wie Ending Preventable Maternal Mortality (EPMM) oder den Every Newborn Action Plan (ENAP) auf nationaler oder subnationaler Ebene zu überprüfen.

Vorbereitung und Datenerhebung

Die Vorbereitung sollte 2 bis 4 Wochen vor dem eigentlichen Workshop abgeschlossen sein. Sie umfasst die Mobilisierung von Ressourcen, die Einberufung eines Komitees sowie die systematische Datenerhebung.

Vorhandene Daten aus Routinesystemen und Umfragen müssen zusammengetragen und validiert werden. Hierbei können auch Schlüsselinterviews, Fokusgruppen oder Feldbegehungen zum Einsatz kommen.

Der 4-Stufen-Workshop

Das Kernstück des Reviews ist ein strukturierter Workshop (empfohlen sind 4 Tage), der in vier aufeinander aufbauende Schritte unterteilt ist:

SchrittFragestellungZiel / Ergebnis
1a & 1bInwieweit hat das Programm zur Verbesserung des Gesundheitsstatus beigetragen?Bewertung des Fortschritts, Identifikation leistungsschwacher Interventionspakete.
2a & 2bWelche Interventionen wurden wo und wie gut implementiert?Identifikation von Lücken in der Implementierung und der Systembereitschaft.
3Was sind die wichtigsten Probleme, die zu Implementierungslücken führen?Identifikation und Priorisierung der 3-5 Hauptursachen für Lücken.
4Was sind die Lösungen und Empfehlungen für diese Probleme?Entwicklung machbarer Lösungen und handlungsorientierter Empfehlungen.

Dimensionen der Implementierung (Schritt 2)

Um zu bewerten, wie gut Interventionen umgesetzt wurden, müssen vier Kerndimensionen analysiert werden:

DimensionDefinition
Verfügbarkeit (Availability)Ausmaß, in dem Gesundheitsdienste für Bedürftige vorhanden sind (setzt die tatsächliche Implementierung voraus, nicht nur das Vorhandensein eines Gebäudes).
Zugang (Access)Fähigkeit der Zielgruppe, die Dienste zu erreichen und zu nutzen (Überwindung geografischer, finanzieller oder kultureller Barrieren).
Qualität (Quality)Erbringung der Dienste nach technischen Standards und in einer für die Zielgruppe angemessenen Weise.
Nachfrage (Demand)Motivation und Wissen der Gemeinschaft, die angebotenen Dienste in Anspruch zu nehmen.

Formulierung von Empfehlungen (Schritt 4)

Empfehlungen müssen spezifisch, handlungsorientiert, machbar und realistisch sein. Sie sollten immer mit einem Verb beginnen und klare Verantwortlichkeiten sowie Zeitrahmen definieren.

Vermeiden (Vage)Besser formulieren als (Spezifisch)
"Personal aufstocken""Kapazitäten durch Ausbildung von 100 weiteren Hebammen bis März 2025 aufbauen (Universität X)"
"Kommunikation mit Betreuern verbessern""Poster und Info-Karten für Betreuer bis Juni 2024 entwickeln (Gesundheitsministerium)"

Datenquellen für den Review

Für eine fundierte Analyse empfiehlt die WHO die Nutzung verschiedener Datenquellen:

KategorieBeispiele für Datenquellen
RoutinedatenHealth Management Information System (HMIS), Logistics Management Information System (LMIS)
BevölkerungsumfragenDemographic and Health Survey (DHS), Multiple Indicator Cluster Survey (MICS)
EinrichtungsbewertungenHarmonized Health Facility Assessment (HHFA), Service Provision Assessment (SPA)

💡Praxis-Tipp

Trennen Sie in Workshops die Teilnehmer zunächst nach Fachbereichen (z. B. Müttergesundheit, Kindergesundheit) für die Datenanalyse und gruppieren Sie sie später nach Querschnittsthemen (z. B. Finanzierung, Personal, Lieferketten) um, um systemische Lösungsansätze besser zu bündeln.

Häufig gestellte Fragen

MNCAH steht für Maternal, Newborn, Child and Adolescent Health (Gesundheit von Müttern, Neugeborenen, Kindern und Heranwachsenden).
Die Leitlinie empfiehlt die systematische Bewertung von Verfügbarkeit (Availability), Zugang (Access), Qualität (Quality) und Nachfrage (Demand).
Jeder Teilnehmer kann beispielsweise drei Karten für die wichtigsten Probleme ausfüllen oder Striche auf einem Flipchart machen. Die 3-5 am häufigsten genannten Probleme werden dann für die Lösungsfindung priorisiert.
Empfehlungen müssen spezifisch, handlungsorientiert (beginnend mit einem Verb), terminiert und mit klaren Verantwortlichkeiten versehen sein. Vage Forderungen wie 'Personal aufstocken' sind zu vermeiden.

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