Personalentwicklung bei Zoonosen: Leitlinie (WHO)
📋Auf einen Blick
- •Das WFD-Tool der WHO, FAO und WOAH fördert einen sektorübergreifenden One-Health-Ansatz beim Zoonosen-Management.
- •Der Prozess gliedert sich in drei Module: Vorbereitung, Personalbedarfsanalyse und nachhaltige Personalplanung.
- •Zielgruppe sind Regierungsbehörden aus den Bereichen Humanmedizin, Tiermedizin und Umwelt.
- •Kernstück ist die Identifikation und Bewertung von Prioritäten bei Funktionen, Berufen und Kompetenzen.
- •Die Leitlinie liefert konkrete Schritte zur Verknüpfung von Kompetenzlücken mit globalen und regionalen Trainingsressourcen.
Hintergrund
Das "Workforce Development Operational Tool" (WFD OT) ist Teil des Tripartite Zoonoses Guide von WHO, FAO und WOAH. Es unterstützt Länder bei der Planung und Stärkung einer multisektoralen Belegschaft zur effektiven Bewältigung von Zoonosen. Dabei steht der One-Health-Ansatz im Mittelpunkt, der die Schnittstellen zwischen Mensch, Tier und Umwelt berücksichtigt.
Zielgruppe und Anwendungsbereich
Die Zielgruppe umfasst Regierungsbehörden auf nationaler und subnationaler Ebene aus allen relevanten Sektoren (Gesundheit, Landwirtschaft, Umwelt) sowie Personalverantwortliche und Ausbilder. Das Tool zielt darauf ab, institutionelle Funktionen, Berufe und Kompetenzen zu bewerten und zu stärken.
Die 3 Module des WFD-Tools
Der Prozess ist in drei aufeinander aufbauende Module mit insgesamt 10 Schritten unterteilt:
| Modul | Phase | Kernschritte |
|---|---|---|
| 1 | Vorbereitung (Setting up) | Buy-in sichern, Teams bilden, Situationsanalyse |
| 2 | Personalbedarfsanalyse | Funktionen priorisieren, Berufe zuordnen, Kompetenzen bewerten |
| 3 | Nachhaltige Planung | Ressourcen identifizieren, Arbeitsplan erstellen, Monitoring & Evaluation |
Modul 1: Vorbereitung (Setting up)
- Schritt 1: Zustimmung und Unterstützung (Buy-in) von hochrangigen Entscheidungsträgern sichern.
- Schritt 2: Einen Lenkungsausschuss (Steering Committee) und ein technisches Team bilden. Das Team sollte aus Experten der Humangesundheit, Tiergesundheit, Umwelt und Wildtiere bestehen.
- Schritt 3: Eine Situationsanalyse durchführen und den Geltungsbereich (national/subnational) festlegen. Hierbei werden bestehende Personalbewertungen und One-Health-Prioritäten gebündelt.
Modul 2: Personalbedarfsanalyse (Workforce analysis)
- Schritt 4: Prioritäre Funktionen der Belegschaft auswählen. Funktionen umfassen sektorspezifische (technische) und multisektorale (nicht-technische, z.B. Koordination) Aufgaben.
- Schritt 5: Berufe den prioritären Funktionen zuordnen.
- Schritt 6: Bedürfnisse und Herausforderungen identifizieren (z.B. im Arbeitsumfeld, bei Richtlinien oder der Finanzierung).
- Schritt 7: Erforderliche Kompetenzpakete für die prioritären Funktionen bewerten.
Die Bewertung der Kompetenzpakete erfolgt nach einem Ampelsystem:
| Bewertung | Bedeutung |
|---|---|
| Grün | Kompetenzpaket in der Institution stark ausgeprägt (>75% der Anforderungen erfüllt) |
| Gelb | Kompetenzpaket in der Institution ausreichend (25-75% der Anforderungen erfüllt) |
| Rot | Kompetenzpaket muss gestärkt werden (<25% der Anforderungen erfüllt) |
Modul 3: Nachhaltige Personalplanung (Sustainable planning)
- Schritt 8: Ressourcen und Trainings zur Stärkung der Kompetenzpakete identifizieren. Hierfür stellt das Tool Datenbanken mit globalen und regionalen Trainings bereit.
- Schritt 9: Kritische Bedürfnisse, Kompetenzen und Ressourcen verknüpfen und einen konkreten Arbeitsplan initiieren.
- Schritt 10: Ein Framework für Monitoring und Evaluation (M&E) entwickeln oder anpassen und in die nationalen Pläne integrieren, um den langfristigen Erfolg zu messen.
💡Praxis-Tipp
Binden Sie bei der Personalplanung für das Zoonosen-Management zwingend Vertreter der Veterinärmedizin, des Umweltsektors und des Wildtiermanagements von Beginn an ein, um den One-Health-Ansatz operativ umzusetzen.