Zervixkarzinom-Screening: HPV-Test und Intervalle
Hintergrund
Die USPSTF-Leitlinie aus dem Jahr 2018 formuliert Empfehlungen zum Screening auf Zervixkarzinome bei asymptomatischen Personen mit einer Zervix. Dies gilt unabhängig von der sexuellen Anamnese der untersuchten Personen.
Ausgenommen von diesen Empfehlungen sind Personen mit bereits diagnostizierten hochgradigen präkanzerösen Läsionen oder Zervixkarzinomen. Ebenso ausgenommen sind Personen mit einer In-utero-Exposition gegenüber Diethylstilbestrol oder einem geschwächten Immunsystem, wie beispielsweise bei einer HIV-Infektion.
Die Inzidenz und Mortalität des Zervixkarzinoms sind durch flächendeckende Screening-Programme deutlich gesunken. Dennoch treten die meisten Erkrankungsfälle bei Personen auf, die zuvor nicht adäquat untersucht wurden.
Empfehlungen
Altersgruppe unter 21 Jahren
Die Leitlinie rät von einem Screening bei Frauen unter 21 Jahren ab.
In dieser Altersgruppe überwiegen laut Leitlinie die potenziellen Schäden durch Überdiagnostik und Übertherapie den potenziellen Nutzen.
Altersgruppe 21 bis 29 Jahre
Es wird ein Screening mittels alleiniger Zytologie alle drei Jahre empfohlen.
Ein primäres Screening mittels Testung auf Hochrisiko-HPV-Stämme (hrHPV) wird in dieser Altersgruppe nicht empfohlen.
Dies begründet sich durch die hohe Rate an vorübergehenden HPV-Infektionen, die in der Regel spontan ausheilen.
Altersgruppe 30 bis 65 Jahre
Für diese Altersgruppe empfiehlt die Leitlinie drei gleichwertige Screening-Strategien:
-
Alleinige Zytologie alle drei Jahre
-
Alleinige hrHPV-Testung alle fünf Jahre
-
Ein Cotesting (Zytologie und hrHPV-Testung) alle fünf Jahre
Altersgruppe über 65 Jahre
Ein routinemäßiges Screening wird bei Frauen über 65 Jahren nicht mehr empfohlen, sofern zuvor ein adäquates Screening stattgefunden hat.
Ein adäquates Screening ist definiert als drei aufeinanderfolgende negative Zytologie-Ergebnisse oder zwei negative Cotesting-Ergebnisse innerhalb der letzten zehn Jahre.
Dabei muss der letzte Test innerhalb der vergangenen fünf Jahre erfolgt sein.
Nach Hysterektomie
Die Leitlinie empfiehlt kein Screening bei Frauen, bei denen eine Hysterektomie mit Entfernung der Zervix durchgeführt wurde.
Dies gilt unter der Voraussetzung, dass keine Vorgeschichte von hochgradigen präkanzerösen Läsionen oder Zervixkarzinomen vorliegt.
HPV-Impfung
Der HPV-Impfstatus ändert die Screening-Empfehlungen nicht.
Geimpfte Personen sollen gemäß den regulären altersentsprechenden Intervallen weiter untersucht werden.
Vergleich der Screening-Methoden
| Screening-Methode | Intervall | Altersgruppe | Besonderheiten |
|---|---|---|---|
| Zytologie | Alle 3 Jahre | 21-65 Jahre | Geringere Sensitivität als hrHPV-Testung, weniger falsch-positive Ergebnisse |
| hrHPV-Testung | Alle 5 Jahre | 30-65 Jahre | Höhere Sensitivität, adäquate Alternative zur Zytologie |
| Cotesting (Zytologie + hrHPV) | Alle 5 Jahre | 30-65 Jahre | Erkennt minimal mehr Läsionen als hrHPV allein, führt aber zu mehr Folgeuntersuchungen |
Kontraindikationen
Ein Screening wird laut Leitlinie nicht empfohlen bei:
-
Frauen unter 21 Jahren, da die Schäden den Nutzen überwiegen.
-
Frauen über 65 Jahren mit adäquatem vorherigem Screening und ohne hohes Risiko.
-
Frauen nach Hysterektomie mit Zervixentfernung, sofern keine Anamnese für hochgradige Läsionen oder Karzinome vorliegt.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, bei Frauen unter 30 Jahren primäre hrHPV-Tests durchzuführen, da die hohe Rate an transienten HPV-Infektionen in dieser Altersgruppe zu unnötigen und potenziell schädlichen Folgeeingriffen führen kann. Zudem wird betont, dass ein Stopp des Screenings ab 65 Jahren nur dann erfolgen sollte, wenn die adäquate Screening-Historie der letzten zehn Jahre zweifelsfrei dokumentiert ist.
Häufig gestellte Fragen
Die Leitlinie empfiehlt den Beginn des routinemäßigen Screenings ab einem Alter von 21 Jahren. Bei jüngeren Frauen überwiegen die Risiken durch Überdiagnostik den potenziellen Nutzen.
Es wird empfohlen, entweder alle drei Jahre eine alleinige Zytologie durchzuführen oder alle fünf Jahre auf eine alleinige hrHPV-Testung beziehungsweise ein Cotesting auszuweichen.
Laut Leitlinie wird kein weiteres Screening empfohlen, wenn die Zervix vollständig entfernt wurde und keine Vorgeschichte von hochgradigen präkanzerösen Läsionen oder Zervixkarzinomen besteht.
Nein, die Leitlinie empfiehlt, dass auch gegen HPV geimpfte Frauen weiterhin nach den regulären altersentsprechenden Intervallen gescreent werden sollten.
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Quelle: USPSTF Recommendation: Screening for Cervical Cancer (USPSTF, 2018). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
Verwandte Leitlinien
Screening for Cervical Cancer: US Preventive Services Task Force Recommendation Statement.
StatPearls: Atypical Squamous Cells of Undetermined Significance
WHO guideline for screening and treatment of cervical pre-cancer lesions for cervical cancer prevention: use of dual-stain cytology to triage women
USPSTF: Cervical Cancer: Screening (Grade A, 2018)
Prävention des Zervixkarzinoms
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