Kolorektales Karzinom: Screening-Intervalle und Alter

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: USPSTF (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Kolorektaler Krebs ist eine der häufigsten krebsbedingten Todesursachen. Die Inzidenz bei Erwachsenen unter 50 Jahren ist in den letzten Jahren signifikant gestiegen.

Die USPSTF-Leitlinie von 2021 aktualisiert die Empfehlungen zum Screening bei asymptomatischen Erwachsenen mit durchschnittlichem Risiko. Personen mit genetischen Syndromen (wie Lynch-Syndrom) oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen sind von dieser Leitlinie ausgenommen.

Ein besonderer Fokus liegt auf der Reduktion von gesundheitlichen Ungleichheiten. Schwarze Erwachsene weisen die höchste Inzidenz und Mortalität auf, weshalb ein barrierefreier Zugang zum Screening und zur Nachsorge hier besonders betont wird.

Empfehlungen

Die USPSTF-Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zum Screening auf kolorektales Karzinom:

Altersgruppen für das Screening

Die Leitlinie unterteilt die Empfehlungen nach Altersgruppen und dem zu erwartenden Nettonutzen:

  • 45 bis 49 Jahre: Es wird der Beginn des Screenings empfohlen, da ein moderater Nettonutzen besteht (moderate Sicherheit).

  • 50 bis 75 Jahre: Das Screening wird stark empfohlen, da ein substanzieller Nettonutzen vorliegt (hohe Sicherheit).

  • 76 bis 85 Jahre: Die Entscheidung sollte individuell getroffen werden, da der Nettonutzen in dieser Gruppe gering ist.

  • Ab 86 Jahren: Ein weiteres Screening wird nicht mehr empfohlen.

Empfohlene Screening-Verfahren und Intervalle

Laut Leitlinie stehen verschiedene stuhlbasierte und direkte Visualisierungsverfahren zur Verfügung. Ein positiver Befund bei einem nicht-koloskopischen Test erfordert zwingend eine diagnostische Koloskopie zur Abklärung.

Screening-MethodeEmpfohlenes IntervallTestart
FIT (Fäkaler Immunologischer Test)JährlichStuhlbasiert
Hochsensitiver gFOBTJährlichStuhlbasiert
sDNA-FIT (Multitarget-Stuhl-DNA-Test)Alle 1 bis 3 JahreStuhlbasiert
KoloskopieAlle 10 JahreDirekte Visualisierung
CT-KolonographieAlle 5 JahreDirekte Visualisierung
Flexible SigmoidoskopieAlle 5 JahreDirekte Visualisierung
Flexible Sigmoidoskopie + FITSigmoidoskopie alle 10 Jahre + FIT jährlichKombination

Nicht empfohlene Verfahren

Die Leitlinie schließt bestimmte Verfahren aufgrund unzureichender Evidenz explizit vom routinemäßigen Screening aus. Dazu gehören blutserumbasierte Tests, Urintests sowie die Kapselendoskopie.

Kontraindikationen

Die Leitlinie weist auf spezifische Risiken der Screening-Verfahren hin:

  • Koloskopie: Es besteht ein Risiko für schwerwiegende Blutungen und Perforationen, welches mit zunehmendem Alter ansteigt.

  • CT-Kolonographie: Die Strahlenbelastung sowie die häufige Entdeckung extrakolonischer Zufallsbefunde, die weitere medizinische Abklärungen erfordern, werden als potenzielle Nachteile genannt.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont nachdrücklich, dass der Nutzen von stuhlbasierten Tests oder alternativen bildgebenden Verfahren nur dann erreicht wird, wenn bei einem auffälligen Befund konsequent eine Koloskopie zur weiteren Abklärung erfolgt. Es wird empfohlen, die Wahl des primären Screening-Tests an den Präferenzen und der Adhärenzbereitschaft der untersuchten Person auszurichten, da die regelmäßige Wiederholung der Tests entscheidend für den Erfolg ist.

Häufig gestellte Fragen

Die USPSTF-Leitlinie empfiehlt den Beginn des routinemäßigen Screenings für Personen mit durchschnittlichem Risiko ab einem Alter von 45 Jahren. Zuvor lag die empfohlene Altersgrenze bei 50 Jahren.

Bei einem unauffälligen Befund und durchschnittlichem Risiko wird eine Screening-Koloskopie alle 10 Jahre empfohlen. Alternativ können andere Verfahren wie Stuhltests in kürzeren Intervallen gewählt werden.

Laut Leitlinie bieten jährliche immunologische Stuhltests (FIT) oder sDNA-FIT-Tests (alle 1-3 Jahre) eine angemessene Balance aus Nutzen und Aufwand. Ein positiver Stuhltest muss jedoch immer durch eine zeitnahe Koloskopie abgeklärt werden.

Zwischen 76 und 85 Jahren wird eine individuelle Nutzen-Risiko-Abwägung unter Berücksichtigung des Gesundheitszustandes empfohlen. Ab einem Alter von 86 Jahren rät die Leitlinie von einem weiteren Screening ab.

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Quelle: USPSTF Recommendation: Screening for Colorectal Cancer (USPSTF, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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