Wiederholte Spontanaborte (WSA): Diagnostik & Therapie

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die AWMF-Leitlinie befasst sich mit der Diagnostik und Therapie von Frauen mit wiederholten Spontanaborten (WSA). Etwa ein bis drei Prozent aller Paare im reproduktionsfähigen Alter sind von wiederholten Fehlgeburten betroffen, was mit einem hohen psychischen Leidensdruck einhergeht.

Gemäß der Weltgesundheitsorganisation (WHO) wird ein WSA als drei oder mehr konsekutive Fehlgeburten vor der 20. Schwangerschaftswoche definiert. Die Leitlinie merkt jedoch an, dass eine Abklärung möglicher Risikofaktoren in begründeten Fällen bereits nach zwei konsekutiven Aborten erfolgen sollte.

Ziel der strukturierten Diagnostik ist es, behandelbare Ursachen zu identifizieren und empirische, nicht evidenzbasierte Therapien zu vermeiden. Bei 50 bis 75 Prozent der betroffenen Paare lässt sich trotz ausführlicher Diagnostik keine eindeutige Ursache finden, was als idiopathischer WSA bezeichnet wird.

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💡Praxis-Tipp

Ein häufiger Fehler im klinischen Alltag ist die empirische Verordnung von Heparin und Acetylsalicylsäure (ASS) zur Abortprophylaxe. Die Leitlinie betont, dass diese Kombination ausschließlich bei einem nachgewiesenen Antiphospholipid-Syndrom (APS) einen Nutzen zeigt. Bei idiopathischen wiederholten Spontanaborten oder isolierten hereditären Thrombophilien wird von einer Heparinisierung zur reinen Abortprävention abgeraten.

Häufig gestellte Fragen

Die WHO definiert wiederholte Spontanaborte als drei oder mehr aufeinanderfolgende Fehlgeburten. Laut Leitlinie sollte eine ausführliche Diagnostik jedoch in begründeten Fällen bereits nach zwei Aborten angeboten werden.

Die Leitlinie rät von einer routinemäßigen Thrombophiliediagnostik zur reinen Abortprophylaxe ab. Eine Testung auf Faktoren wie die Faktor-V-Leiden-Mutation wird nur empfohlen, wenn bei der Patientin ein erhöhtes mütterliches Thromboserisiko besteht.

Bei idiopathischen wiederholten Spontanaborten und dem Auftreten von Blutungen (Abortus imminens) wird eine vaginale Progesterongabe bis zur 16. Schwangerschaftswoche empfohlen. Eine routinemäßige Gabe ohne Blutungen zeigt laut Leitlinie keinen eindeutigen Nutzen.

Eine manifeste Schilddrüsenüber- oder -unterfunktion soll präkonzeptionell therapiert werden. Bei einer latenten Hypothyreose oder isoliert positiven TPO-Antikörpern wird laut Leitlinie jedoch keine L-Thyroxin-Substitution empfohlen.

Die Leitlinie rät von der Bestimmung natürlicher Killerzellen (NK-Zellen) im Blut oder in der Gebärmutter außerhalb von klinischen Studien ab. Es gibt derzeit keine ausreichende Evidenz, um daraus eine wirksame Therapieempfehlung abzuleiten.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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