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WHO2020

Influenza-Surveillance in der COVID-19-Pandemie (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Influenza-Surveillance muss trotz der COVID-19-Pandemie kontinuierlich aufrechterhalten werden.
  • Vor der Virusisolierung unter BSL-2-Bedingungen müssen Influenza-positive Proben zwingend negativ auf SARS-CoV-2 getestet werden.
  • Nationale Influenza-Zentren (NICs) sollen wöchentlich mindestens 150 respiratorische Proben aus Sentinel-Standorten testen.
  • Die syndromische Überwachung (ILI, ARI, SARI) dient der Beobachtung beider Viren in der Bevölkerung.
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Hintergrund

Seit dem Auftreten von SARS-CoV-2 haben viele Labore des Global Influenza Surveillance and Response System (GISRS) ihre Kapazitäten auf COVID-19-Testungen verlagert. Dies führte zu einem signifikanten Rückgang der getesteten Influenza-Proben und verzögerten Meldungen an FluNet. Da die Ko-Zirkulation von Influenza und COVID-19 eine erhebliche Gefahr für die öffentliche Gesundheit darstellt, fordert die WHO die Aufrechterhaltung und Anpassung der Influenza-Überwachungssysteme.

Ziele der Surveillance

Die WHO definiert zwei parallele Hauptziele für die Überwachungssysteme:

BereichZielsetzungBemerkung
InfluenzaKontinuierliche Überwachung und RisikobewertungFokus auf saisonale, zoonotische und pandemische Viren
COVID-19Nutzung von GISRS für Sentinel-SurveillanceIntegration in bestehende Netzwerke

Anforderungen an Nationale Influenza-Zentren (NICs)

Nationale Überwachungssysteme müssen an die neuen Herausforderungen angepasst werden. Die WHO empfiehlt folgende Maßnahmen:

  • Probenanzahl: Wöchentlich mindestens 150 respiratorische Proben pro Land aus Sentinel-Standorten testen.
  • Syndromische Überwachung: Kontinuierliche Erfassung von ILI (Influenza-like illness), ARI (Acute respiratory infection) und SARI (Severe acute respiratory infection).
  • Datenmeldung: Wöchentliche aggregierte Meldung von Influenza- und COVID-19-Daten über WHO-Plattformen (FluNet, FluID).
  • Sequenzierung: Durchführung von Sequenzierungen (intern oder extern) und zeitnahes Teilen der genetischen Daten in Datenbanken wie GISAID oder GenBank.

Labor und Diagnostik

Besondere Vorsicht gilt bei der Handhabung potenziell koinfizierter Proben. Die Anpassung der Laboralgorithmen ist zwingend erforderlich.

MaßnahmeVorgabeBegründung
Virusisolierung (BSL-2)Nur nach negativem COVID-19-TestVermeidung von SARS-CoV-2-Exposition in BSL-2-Laboren
TestalgorithmenAnpassung an WHO-VorgabenIntegration von Influenza- und COVID-19-Diagnostik
Multiplex-AssaysEntwicklung und ValidierungEffizientere Testung auf beide Erreger

Aufgaben der WHO-Kooperationszentren

Die WHO-Kooperationszentren und essenziellen regulatorischen Labore des GISRS haben folgende Kernaufgaben:

  • Ganzjährige Influenza-Surveillance und Viruscharakterisierung.
  • Entwicklung von Impfstoffempfehlungen (auch bei ungewöhnlicher Saisonalität oder reduzierter Probenanzahl).
  • Unterstützung der NICs bei der Labordiagnostik.
  • Vorbereitung auf die Charakterisierung von Viren aus Ko-Infektionen (Influenza und COVID-19).

💡Praxis-Tipp

Stellen Sie vor jeder Influenza-Virusisolierung in Zellkulturen oder Eiern unter BSL-2-Bedingungen sicher, dass die Probe nachweislich negativ auf SARS-CoV-2 getestet wurde.

Häufig gestellte Fragen

Die WHO empfiehlt, wöchentlich mindestens 150 respiratorische Proben pro Land aus Sentinel-Standorten zu testen.
Influenza-positive Proben müssen zwingend negativ auf COVID-19 getestet werden, bevor eine Isolierung unter BSL-2-Bedingungen erfolgt.
Die Überwachung soll weiterhin über etablierte ILI- (Influenza-like illness), ARI- (Acute respiratory infection) und SARI- (Severe acute respiratory infection) Netzwerke erfolgen.

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