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WHO2019

Globale RSV-Surveillance: WHO-Strategie 2019

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die RSV-Surveillance der WHO baut auf dem bestehenden Influenza-Netzwerk (GISRS) auf.
  • Der Fokus liegt auf schweren, hospitalisierungspflichtigen RSV-Infektionen bei Kindern unter 2 Jahren.
  • Es wird eine erweiterte SARI-Falldefinition angewendet, die kein Fieber voraussetzt.
  • Bei Säuglingen unter 6 Monaten gelten auch Apnoe oder Sepsis als Einschlusskriterien.
  • Goldstandard der Diagnostik ist die rRT-PCR mit anschließender Typisierung in RSV-A und RSV-B.
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Hintergrund

Das Respiratory Syncytial Virus (RSV) ist ein bedeutender Atemwegserreger, der weltweit jährlich schätzungsweise 33 Millionen akute tiefe Atemwegsinfektionen verursacht. Dies führt zu über 3 Millionen Hospitalisierungen und rund 59.600 Todesfällen im Krankenhaus bei Kindern unter 5 Jahren. Die WHO nutzt das etablierte Global Influenza Surveillance and Response System (GISRS), um eine weltweite RSV-Überwachung aufzubauen, ohne die bestehende Influenza-Surveillance zu beeinträchtigen. Die Phase II des Projekts fokussiert sich auf Kinder unter 2 Jahren und schwere Krankheitsverläufe, die eine Hospitalisierung erfordern.

Falldefinitionen für die RSV-Surveillance

Da ein erheblicher Teil der Kleinkinder mit RSV-Infektion kein Fieber entwickelt, greift die klassische SARI-Definition (Severe Acute Respiratory Infection) zu kurz. Für die RSV-Surveillance wird daher eine erweiterte SARI-Definition verwendet:

KriteriumErweiterte SARI (RSV)Klassische SARI (Influenza)
SchweregradHospitalisierung (>24h)Hospitalisierung
VerlaufAkut (Beginn in den letzten 10 Tagen)Akut (Beginn in den letzten 10 Tagen)
AtemwegssymptomeHusten oder AtemnotHusten oder Atemnot
FieberNicht erforderlichFieber ≥ 38 °C (gemessen oder anamnestisch)
Sonderkriterien (<6 Monate)Apnoe oder SepsisKeine spezifischen Sonderkriterien

Überwachungsstrategie und Zielgruppen

Das Hauptziel der Überwachung ist die Erfassung schwerer RSV-Infektionen bei Kindern unter 2 Jahren. Jedes teilnehmende Land soll jährlich 400 Proben sammeln und testen. Um eine repräsentative Altersverteilung zu gewährleisten, wird folgende Stratifizierung vorgegeben:

  • 100 Proben: 0 bis <3 Monate
  • 100 Proben: 3 bis <6 Monate
  • 100 Proben: 6 bis <12 Monate
  • 100 Proben: 12 bis <24 Monate

Probenentnahme und Transport

Die Qualität der klinischen Proben ist entscheidend für die korrekte Diagnostik:

  • Probenmaterial: Nasenabstriche (mittlere Nasenmuschel) oder nasopharyngeale Aspirate.
  • Tupfer-Art: Es dürfen nur beflockte Nylon-Tupfer verwendet werden. Tupfer aus Baumwolle, Calciumalginat oder mit Holzstiel sind kontraindiziert, da sie Viren inaktivieren und die PCR hemmen können.
  • Zeitfenster: Die Entnahme sollte idealerweise innerhalb von 3 Tagen nach Symptombeginn erfolgen.
  • Lagerung: Sofort bei 4 °C kühlen und zeitnah ins Labor transportieren. Kann die Probe nicht innerhalb von 48 Stunden verarbeitet werden, muss sie bei -70 °C eingefroren werden (wiederholtes Einfrieren/Auftauen vermeiden).

Labordiagnostik

Der Goldstandard für den Nachweis ist die real-time RT-PCR (rRT-PCR). Der empfohlene Testalgorithmus sieht wie folgt aus:

  1. Nachweis: Testung auf RSV (z. B. CDC rRT-PCR Assay inkl. RNase P als interne Kontrolle).
  2. Typisierung: Positive Proben werden anschließend in RSV-A und RSV-B typisiert (z. B. mittels VIDRL- oder CDC-Multiplex-Assays).
  3. Influenza-Testung: RSV-negative Proben sollten auf Influenza getestet werden (sofern die Patienten Fieber hatten und in das Influenza-Überwachungsschema fallen).

💡Praxis-Tipp

Verwenden Sie für die RSV-Diagnostik ausschließlich beflockte Nylon-Tupfer. Baumwoll- oder Alginattupfer können die PCR-Reaktion hemmen und zu falsch-negativen Ergebnissen führen.

Häufig gestellte Fragen

Viele Kinder unter 2 Jahren entwickeln bei einer RSV-Infektion kein Fieber. Die erweiterte SARI-Definition verzichtet daher auf das Kriterium Fieber, um diese Fälle nicht zu übersehen.
Bei Säuglingen unter 6 Monaten gelten neben den typischen Atemwegssymptomen auch Apnoe oder Sepsis als ausreichende Kriterien für die erweiterte SARI-Definition.
Proben müssen sofort bei 4 °C gelagert werden. Wenn eine Verarbeitung nicht innerhalb von 48 Stunden möglich ist, müssen sie bei -70 °C eingefroren werden.
Der Goldstandard ist die real-time RT-PCR (rRT-PCR) zum Nachweis des Virus, gefolgt von einer Typisierung in RSV-A und RSV-B.

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