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WHO2023

Pandemie-Impfpläne (NDVP): WHO-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Ein Nationaler Impf- und Einsatzplan (NDVP) ist essenziell für die schnelle Reaktion auf pandemische Atemwegsviren.
  • Die Entwicklung eines NDVP erfolgt in vier Phasen: Vorbereitung, Entwicklung, Verabschiedung und kontinuierliche Ausarbeitung.
  • Bestehende saisonale Influenza-Impfprogramme beschleunigen die Einführung pandemischer Impfstoffe erheblich.
  • Regulatorische Notfallzulassungen (z. B. Emergency Use Authorization, WHO EUL) müssen im Vorfeld definiert werden.
  • Importgenehmigungen sollten in maximal 5 Werktagen und die Chargenfreigabe in maximal 2 Tagen erfolgen.
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Hintergrund

Die WHO-Leitlinie zur Entwicklung und Implementierung eines nationalen Einsatz- und Impfplans (NDVP) bietet einen Rahmen für die Vorbereitung auf pandemische Influenza und andere respiratorische Viren. Die Erfahrungen aus der COVID-19-Pandemie und der H1N1-Pandemie 2009 zeigen, dass eine frühzeitige Planung den gerechten und schnellen Zugang zu Impfstoffen sichert. Ein etabliertes saisonales Influenza-Impfprogramm bietet dabei einen erheblichen Vorteil, da bestehende Infrastrukturen, regulatorische Prozesse und das Vertrauen der Bevölkerung genutzt werden können.

Der NDVP-Entwicklungszyklus

Die Erstellung und Pflege eines NDVP ist ein kontinuierlicher Prozess, der in vier Kernphasen unterteilt wird:

PhaseKernaktivitätenBeispiele für Ergebnisse
1. Vorbereitung (Inception)Multidisziplinäres Komitee gründen, SituationsanalyseSWOT-Analyse, Ressourcen-Mapping
2. Entwicklung (Development)Inhalte entwerfen, Stakeholder konsultierenEntwurf des Plans, Rollenverteilung
3. Verabschiedung (Adoption)Plan testen (Simulationen), evaluierenFormelle Genehmigung, Publikation
4. Kontinuierliche AusarbeitungIn Gesundheitssystem integrieren, aktualisierenLückenanalyse, Anpassung nach Übungen

Public-Health-Ziele für medizinische Gegenmaßnahmen

Die Planung muss alle verfügbaren medizinischen Gegenmaßnahmen (MCM) wie Impfstoffe und Therapeutika umfassen. Die WHO definiert verschiedene Public-Health-Ziele, die je nach Pandemie-Szenario kombiniert werden können:

ZielkategorieSpezifische Ziele (Beispiele)
A: Mortalität senkenBehandlung schwerer Fälle, Impfung von Hochrisikogruppen (z. B. >65 Jahre, Komorbiditäten)
B: Morbidität senkenImpfung von jungen, gesunden Erwachsenen (20–65 Jahre)
C: Kritische Dienste erhaltenImpfung von Gesundheitspersonal und essenziellen Arbeitskräften
D: Soziale/wirtschaftliche Störungen begrenzenImpfung eines bestimmten Prozentsatzes der Bevölkerung
E: Vulnerable Gruppen schützenImpfung in humanitären Settings (z. B. Geflüchtete)
F: Transmission verhindernImpfung eines Großteils der Gesamtbevölkerung

Regulatorische Vorbereitung und Zulassungswege

Um Verzögerungen bei der Impfstoffeinführung zu vermeiden, müssen nationale Regulierungsbehörden (NRA) Notfallzulassungswege definieren. Die WHO empfiehlt folgende regulatorische Pfade:

ZulassungswegBeschreibungErforderliche Dokumentation (Beispiele)
Full reviewStandardverfahren für neue oder zuvor zugelassene ImpfstoffeVollständiges CTD-Dossier (Module 1–5)
Emergency Use Authorization (EUA)Notfallzulassung mit begrenzter Gültigkeit basierend auf verfügbaren DatenBewertungsberichte, GMP-Zertifikat
Reliance / RecognitionAnerkennung von Entscheidungen strikter Regulierungsbehörden (WLA) oder der WHOZertifikate der WLA, öffentliche Berichte
WHO EULRisikobasiertes Verfahren der WHO für nicht zugelassene Impfstoffe in NotfällenWHO EUL-Bewertungsbericht
Strain-change procedureVerfahren für Stamm- oder Variantenwechsel bei bereits zugelassenen ImpfstoffenSpezifische Dokumente für Stammwechsel

Import und Freigabe

Die rechtlichen Rahmenbedingungen für Import, Lagerung und Vertrieb müssen in der Interpandemie-Phase geklärt werden.

  • Importgenehmigungen: Die empfohlene Bearbeitungszeit für die Ausstellung einer Importgenehmigung sollte maximal 5 Werktage betragen.
  • Chargenfreigabe: Bei Impfstoffen aus gesicherten Quellen (z. B. WHO-präqualifiziert oder WLA-zugelassen) sollte auf lokale Nachtestungen verzichtet werden. Die Freigabezeit darf maximal 2 Tage betragen.
  • Rückverfolgbarkeit: Die Verwendung von 2D-Barcodes auf der Sekundär- und Primärverpackung wird dringend empfohlen, um die Nachverfolgung zu gewährleisten.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie die Interpandemie-Phase, um rechtliche Hürden für den Import von Impfstoffen abzubauen. Etablieren Sie ein saisonales Influenza-Impfprogramm, um regulatorische Wege, Kühlketten und das Vertrauen der Bevölkerung bereits vor einer Pandemie zu stärken.

Häufig gestellte Fragen

Laut WHO-Leitlinie sollte die Ausstellung einer Importgenehmigung maximal 5 Werktage in Anspruch nehmen.
Nein, bei Impfstoffen aus gesicherten Quellen (z. B. WHO EUL, präqualifiziert oder durch strikte Behörden zugelassen) sollte auf lokale Tests verzichtet werden. Die Chargenfreigabe sollte in maximal 2 Tagen erfolgen.
Zu den wichtigsten Wegen gehören die Emergency Use Authorization (EUA), das Reliance/Recognition-Verfahren (Anerkennung anderer Behörden), das WHO EUL-Verfahren sowie das Strain-Change-Verfahren bei bereits bekannten Impfstoffen.
Ein etabliertes saisonales Impfprogramm beschleunigt die Reaktion auf eine Pandemie erheblich, da Infrastrukturen, Zulassungsprozesse und Überwachungssysteme bereits erprobt sind.

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