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WHO2024

Vogelgrippe (H5N1) Exposition: WHO-Leitlinie 2024

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Das Infektionsrisiko fuer die Allgemeinbevoelkerung ist gering, bei beruflicher Exposition gegenueber infizierten Tieren gering bis moderat.
  • Bei beruflichem Kontakt mit potenziell infizierten Tieren ist eine adaequate Schutzausruestung (inkl. FFP2-Maske und Augenschutz) erforderlich.
  • Der Verzehr von rohem Gefluegel und unpasteurisierter Milch ist strikt zu vermeiden.
  • Bei Verdacht auf eine Infektion mit schwerem Verlauf wird der fruehzeitige Einsatz von Oseltamivir empfohlen.
  • Kortikosteroide und Makrolidantibiotika werden mangels Evidenz nicht routinemaessig empfohlen.
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Hintergrund

Die Exposition gegenueber aviaeren Influenzaviren (wie A(H5N1)) durch infizierte Tiere oder kontaminierte Umgebungen birgt ein Infektionsrisiko fuer den Menschen. Die WHO stuft das Risiko fuer die Allgemeinbevoelkerung aktuell als gering ein. Fuer Personen mit Exposition gegenueber infizierten Tieren (z. B. Voegel, Milchvieh) oder kontaminierten Umgebungen gilt das Risiko als gering bis moderat.

Eine humane Infektion kann folgendes klinisches Spektrum umfassen:

  • Konjunktivitis
  • Milde Infektionen der oberen Atemwege
  • Gastrointestinale Beschwerden
  • Schwere Verlaeufe (Enzephalitis, Enzephalopathie, Tod)

Risikogruppen und Aktivitaeten

Ein erhoehtes Infektionsrisiko besteht insbesondere bei folgenden Aktivitaeten:

  • Haltung von lebendem Gefluegel oder Kauf auf Lebendtiermaerkten
  • Hausschlachten und Verarbeiten von Gefluegel
  • Kontakt mit tierischen Nebenprodukten (Rohmilch, Innereien, Kot) oder kontaminiertem Wasser
  • Verzehr von rohem Gefluegel, Rohmilch oder rohem Fleisch
  • Outdoor-Aktivitaeten mit Wildtierkontakt (Jagd, Tierbeobachtung)
  • Arbeit in der Gefluegel-, Nutztier- oder Pelztierindustrie, in Zoos sowie tieraerztliche Taetigkeiten

Praevention und Schutzausruestung

Fuer die Allgemeinbevoelkerung gelten grundlegende Hygienemassnahmen: Kontakt zu kranken oder verendeten Tieren meiden, gute Lebensmittelhygiene einhalten (Fleisch und Eier durchgaren) und auf den Verzehr von Rohmilch verzichten.

Fuer beruflich exponierte Personen ist das korrekte Tragen von persoenlicher Schutzausruestung (PSA) obligatorisch. Bei Taetigkeiten wie Schlachtung sollte idealerweise helle, leicht zu reinigende Schutzkleidung getragen werden, um Verschmutzungen schnell zu erkennen.

PSA-KomponenteSpezifikation
AtemschutzPartikelfiltrierende Halbmaske (Einweg-FFP2, N95 oder hoeherwertig)
AugenschutzSchutzbrille oder Gesichtsschild
KoerperschutzFluessigkeitsabweisende Schutzanzuege / Overalls
HandschuheRobuste Handschuhe (je nach Taetigkeit)
SchuhwerkGummistiefel

Zusaetzliche Hygienemassnahmen am Arbeitsplatz:

  • Regelmaessige Haendehygiene (alkoholisches Haendedesinfektionsmittel oder Wasser und Seife bei sichtbarer Verschmutzung)
  • Beruehren von Gesicht (Nase, Augen, Mund) waehrend der Arbeit vermeiden
  • Nach der Arbeit duschen und saubere Kleidung anziehen

Klinisches Management und Therapie

Personen mit potenzieller Exposition sollen bei Symptomen umgehend medizinische Hilfe in Anspruch nehmen und auf die Exposition hinweisen. Die WHO empfiehlt eine fruehzeitige Testung und den Beginn eines adaequaten klinischen Managements.

TherapieEmpfehlungBemerkung
OseltamivirBedingt empfohlenSo frueh wie moeglich bei Verdacht/Bestaetigung und (Risiko fuer) schweren Verlauf
KortikosteroideBedingt nicht empfohlenAufgrund unzureichender Evidenz fuer die Wirksamkeit
MakrolidantibiotikaBedingt nicht empfohlenAufgrund unzureichender Evidenz fuer die Wirksamkeit

Zur Verhinderung einer weiteren Ausbreitung muessen nationale Behoerden epidemiologische und virologische Ueberwachungen (Surveillance) durchfuehren, einschliesslich Kontaktverfolgung und aktiver Fallsuche.

💡Praxis-Tipp

Fragen Sie bei Patienten mit unklaren respiratorischen Symptomen oder Konjunktivitis gezielt nach beruflichem oder privatem Kontakt zu Gefluegel, Wildvoegeln oder Nutztieren (inkl. Milchvieh) sowie nach dem Verzehr von Rohmilch.

Häufig gestellte Fragen

Die WHO stuft das Risiko fuer die Allgemeinbevoelkerung als gering ein. Bei direktem Kontakt zu infizierten Tieren oder kontaminierten Umgebungen ist es gering bis moderat.
Empfohlen werden fluessigkeitsabweisende Overalls, FFP2/N95-Masken, Augenschutz (Brille oder Schild), robuste Handschuhe und Gummistiefel.
Die WHO empfiehlt bedingt den fruehzeitigen Einsatz von Oseltamivir bei Patienten mit einem (Risiko fuer einen) schweren Verlauf. Kortikosteroide und Makrolide werden nicht empfohlen.
Das Spektrum reicht von Konjunktivitis und milden Atemwegsinfekten ueber gastrointestinale Beschwerden bis hin zu schweren Verlaeufen wie Enzephalitis und Tod.

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