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WHO EML 2023: Beta-Laktam-Antibiotika & AWaRe-Klassifikation

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO Essential Medicines List (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO Model List of Essential Medicines (EML) identifiziert laut der 23. Ausgabe aus dem Jahr 2023 die wirksamsten, sichersten und kosteneffizientesten Medikamente für prioritäre Erkrankungen. Die Sektion 6.1 der WHO EML 2023 fokussiert sich auf antibakterielle Medikamente, spezifisch auf Beta-Laktam-Antibiotika. Diese Wirkstoffklasse wird von der Weltgesundheitsorganisation als Therapie der ersten Wahl für viele häufige Infektionen eingestuft. Ein zentrales Element der Leitlinie ist das AWaRe-Klassifizierungssystem (Access, Watch, Reserve). Laut WHO dient dieses System der Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen, indem es den angemessenen Einsatz von Antibiotika fördert. Insgesamt umfasst diese Sektion der Liste 14 essenzielle Medikamente.

Empfehlungen

Gemäß der WHO EML 2023 werden die Beta-Laktam-Antibiotika in verschiedene Kategorien des AWaRe-Systems sowie für spezifische Indikationen unterteilt. Die Leitlinie führt folgende Einteilungen auf:

Access-Gruppe (Mittel der ersten Wahl, breit verfügbar):

  • Amoxicillin

  • Amoxicillin + Clavulansäure

  • Ampicillin

  • Benzylpenicillin

  • Cefalexin

  • Phenoxymethylpenicillin (Penicillin V)

Watch-Gruppe (Einsatz mit Vorsicht zur Vermeidung von Resistenzen):

  • Cefixim

  • Cefotaxim

  • Ceftriaxon

  • Piperacillin + Tazobactam

  • Meropenem (laut WHO EML speziell für schwere Infektionen zu reservieren)

Spezifische Indikationen laut Leitlinie:

Benzathin-Benzylpenicillin

Wird für die Behandlung der Syphilis und zur Prophylaxe des rheumatischen Fiebers gelistet.

Cefazolin

Wird von der WHO für die chirurgische Prophylaxe aufgeführt.

Cloxacillin

Ist als Anti-Staphylokokken-Penicillin gelistet.

Dosierung

Die WHO Essential Medicines List 2023 gibt für die gelisteten Beta-Laktam-Antibiotika spezifische Darreichungsformen und Stärken vor. Die folgende Tabelle fasst die Angaben der Leitlinie zusammen:

WirkstoffDarreichungsformStärkeApplikationsweg
AmoxicillinKapsel; Pulver für orale Flüssigkeit; dispergierbare Tablette250-500 mg; 125 mg/5 mLOral
Amoxicillin + ClavulansäureTablette; Pulver für orale Flüssigkeit500+125 mgOral
AmpicillinPulver zur Injektion500 mg; 1 gIV/IM
Benzathin-BenzylpenicillinPulver zur Injektion900 mg; 1,44 gIM
BenzylpenicillinPulver zur Injektion600 mg; 3 gIV/IM
CefalexinKapsel; Pulver für orale Flüssigkeit250-500 mgOral
CefazolinPulver zur Injektion1 gIV/IM
CefiximKapsel; orale Flüssigkeit200-400 mgOral
CefotaximPulver zur Injektion250 mg - 1 gIV/IM
CeftriaxonPulver zur Injektion250 mg; 1 gIV/IM
CloxacillinKapsel; Pulver für orale Flüssigkeit; Injektion500 mg; 125 mg/5 mLOral/IV
PhenoxymethylpenicillinTablette; Pulver für orale Flüssigkeit250-500 mgOral
Piperacillin + TazobactamPulver zur Injektion2g+0,25g; 4g+0,5gIV
MeropenemPulver zur Injektion500 mg; 1 gIV
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💡Praxis-Tipp

Laut der WHO EML 2023 ist Meropenem zwar in der Watch-Gruppe gelistet, es wird jedoch ausdrücklich darauf hingewiesen, dass dieser Wirkstoff für schwere Infektionen reserviert werden soll, um die Wirksamkeit bei kritischen Resistenzen zu erhalten.

Häufig gestellte Fragen

Laut der WHO EML 2023 steht AWaRe für Access, Watch und Reserve. Das System dient der Bekämpfung von Antibiotikaresistenzen, indem es den angemessenen und zielgerichteten Einsatz von Antibiotika fördert.

Gemäß der Leitlinie zählen unter anderem Amoxicillin, Ampicillin, Benzylpenicillin, Cefalexin und Phenoxymethylpenicillin (Penicillin V) zur Access-Gruppe.

Die WHO listet Benzathin-Benzylpenicillin spezifisch für die Behandlung der Syphilis sowie für die Prophylaxe des rheumatischen Fiebers.

Nach Angaben der WHO Essential Medicines List 2023 wird Cefazolin (als Pulver zur Injektion in der Stärke 1 g) für die chirurgische Prophylaxe aufgeführt.

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Quelle: WHO EML 2023: Section 6.1 - Antibacterial Medicines (Beta-Lactams) (WHO Essential Medicines List, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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