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WHO EML 2023: Antidote und Vergiftungsbehandlung

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO Essential Medicines List (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO Model List of Essential Medicines (EML) identifiziert in ihrer 23. Ausgabe aus dem Jahr 2023 die wirksamsten, sichersten und kosteneffektivsten Medikamente für prioritäre Erkrankungen. Die Sektion 4 der WHO EML 2023 widmet sich spezifisch den Antidoten und anderen Substanzen zur Behandlung von Vergiftungen. Laut der Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind diese Wirkstoffe von kritischer Bedeutung für die Notfallmedizin und Toxikologie. Die Liste wird alle zwei Jahre aktualisiert und dient weltweit als Leitfaden für die Entwicklung nationaler Formulare und Beschaffungsentscheidungen. Insgesamt umfasst die aktuelle Liste rund 670 Medikamente, wovon 13 essenzielle Arzneimittel dieser spezifischen Sektion für Vergiftungen zugeordnet sind.

Empfehlungen

Die WHO EML 2023 listet 13 spezifische Antidote und Substanzen auf, die für die Behandlung häufiger Vergiftungen und Überdosierungen als essenziell eingestuft werden. Gemäß der Leitlinie werden folgende Zuordnungen zwischen Wirkstoff und Indikation getroffen:

Acetylcystein

Wird laut WHO als Antidot bei Paracetamol-Vergiftungen geführt.

Atropin

Ist in der Liste für die Behandlung von Organophosphat-Vergiftungen vorgesehen.

Calciumgluconat

Wird gemäß Leitlinie bei Überdosierungen von Calciumkanalblockern sowie bei Verbrennungen durch Flusssäure (HF) eingesetzt.

Deferoxamin

Dient nach Angaben der WHO der Eisen-Chelatbildung.

Flumazenil

Ist als Antagonisierungsmittel bei Benzodiazepin-Überdosierungen gelistet.

Naloxon

Wird in der EML zur Antagonisierung von Opioiden aufgeführt.

Aktivkohle

Ist laut Leitlinie für die gastrointestinale Dekontamination vorgesehen.

Berliner Blau (Eisen(III)-hexacyanoferrat(II))

Wird für Vergiftungen mit Thallium oder Cäsium empfohlen.

Natriumnitrit

Ist in der Liste für die Behandlung von Cyanid-Vergiftungen verzeichnet.

Penicillamin

Dient laut WHO der Chelatbildung bei Blei- und Kupfervergiftungen.

Dimercaprol

Wird für Schwermetallvergiftungen gelistet.

Succimer (DMSA)

Ist gemäß der EML spezifisch für die Blei-Chelatbildung in der Pädiatrie vorgesehen.

Fomepizol

Wird für Vergiftungen mit Methanol oder Ethylenglykol aufgeführt.

Dosierung

Die WHO EML 2023 macht Vorgaben zu den essenziellen Darreichungsformen und Stärken der jeweiligen Antidote. Dosierungsempfehlungen für den individuellen Patienten sind in diesem Dokument nicht enthalten.

WirkstoffDarreichungsformStärkeApplikationsweg
AcetylcysteinInjektion, orale Flüssigkeit200 mg/mL (Injektion)IV / Oral
AtropinInjektion1 mg/mLIV
CalciumgluconatInjektion100 mg/mLIV
DeferoxaminPulver zur Injektion500 mgIV / IM / SC
FlumazenilInjektion0,1 mg/mLIV
NaloxonInjektion0,4 mg/mLIV / IM / SC / IN
AktivkohlePulver zur oralen Suspension-Oral
Berliner BlauKapsel500 mgOral
NatriumnitritInjektion30 mg/mLIV
PenicillaminKapsel, Tablette250 mgOral
DimercaprolInjektion50 mg/mLIM
Succimer (DMSA)Kapsel100 mgOral
FomepizolInjektion1 g/mLIV
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💡Praxis-Tipp

Laut der WHO EML 2023 ist Succimer (DMSA) spezifisch als essenzielles Medikament für die Blei-Chelatbildung bei pädiatrischen Patienten gelistet.

Häufig gestellte Fragen

Gemäß der WHO EML 2023 werden in dieser Sektion 13 essenzielle Medikamente für Vergiftungen und Überdosierungen gelistet.

Die Leitlinie führt Acetylcystein als spezifisches Antidot für Paracetamol-Vergiftungen auf.

Nach Angaben der WHO EML 2023 ist Calciumgluconat für Überdosierungen mit Calciumkanalblockern sowie für Verbrennungen durch Flusssäure (HF) vorgesehen.

Flumazenil wird in der Leitlinie als essenzielles Medikament zur Antagonisierung von Benzodiazepinen aufgeführt.

Laut dem Dokument der Weltgesundheitsorganisation wird die Liste alle zwei Jahre aktualisiert.

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Quelle: WHO EML 2023: Section 4 - Antidotes and Other Substances Used in Poisonings (WHO Essential Medicines List, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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