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WHO2020

Lepra-Kontaktverfolgung & PEP: WHO-Leitlinie 2020

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Kontaktpersonen von Lepra-Patienten haben ein deutlich erhöhtes Risiko, selbst an Lepra zu erkranken.
  • Die Postexpositionsprophylaxe (PEP) mit einer Einzeldosis Rifampicin (SDR) senkt das Risiko einer Erkrankung bei Kontakten um ca. 57-60 %.
  • Als Kontaktperson gilt, wer über mindestens 3 Monate im Jahr mehr als 20 Stunden pro Woche Kontakt zum Indexfall hatte.
  • Vor der SDR-Gabe müssen eine aktive Lepra, Tuberkulose, Schwangerschaft sowie Leber- und Nierenerkrankungen zwingend ausgeschlossen werden.
  • Die Prophylaxe sollte erst erfolgen, wenn der Indexfall mindestens 4 Wochen lang therapiert wurde.
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Hintergrund

Trotz der Verfügbarkeit der Multidrug-Therapie (MDT) sinkt die weltweite Lepra-Inzidenz nur langsam. Die aktive Fallfindung und Untersuchung von Kontaktpersonen sind essenziell, um die Übertragungskette von Mycobacterium leprae zu unterbrechen. Studien zeigen, dass Haushaltskontakte von multibazillären Lepra-Patienten ein 5- bis 8-fach erhöhtes Risiko haben, selbst zu erkranken. Die Postexpositionsprophylaxe (PEP) mit einer Einzeldosis Rifampicin (SDR) kann das Risiko einer Erkrankung bei Kontaktpersonen um etwa 57 % bis 60 % senken.

Definition der Kontaktpersonen

Als Kontaktperson gilt jeder, der im vergangenen Jahr über mindestens 3 Monate für mindestens 20 Stunden pro Woche engen Kontakt zu einem unbehandelten Indexfall hatte. Der Kontakt muss vor Beginn der Behandlung oder innerhalb der ersten vier Behandlungswochen bestanden haben.

KontakttypDefinition
HaushaltskontaktPersonen, die denselben Wohnraum oder dieselbe Küche wie der Indexfall teilen (inkl. Hausangestellte).
NachbarschaftskontaktPersonen in angrenzenden Häusern oder im Umkreis von ca. 100 Metern.
Sozialer KontaktFreunde, Verwandte, Arbeitskollegen oder Mitschüler mit entsprechend langem Kontakt.

Screening und Diagnostik

Vor der Gabe einer Prophylaxe muss zwingend das Einverständnis (Consent) des Indexfalls zur Offenlegung seiner Erkrankung sowie das Einverständnis der Kontaktperson zur Untersuchung eingeholt werden. Das Screening umfasst eine körperliche Untersuchung (von Kopf bis Fuß bei gutem Licht) zum Ausschluss einer aktiven Lepra sowie eine Anamnese zum Ausschluss von Kontraindikationen.

Postexpositionsprophylaxe (PEP)

Die PEP erfolgt als Einzeldosis Rifampicin (SDR). Sie sollte idealerweise erst verabreicht werden, wenn der Indexfall mindestens 4 Wochen lang behandelt wurde, da er ab diesem Zeitpunkt in der Regel nicht mehr infektiös ist.

Alter / KörpergewichtRifampicin Einzeldosis (SDR)
≥ 15 Jahre600 mg
10-14 Jahre450 mg
6-9 Jahre (≥ 20 kg)300 mg
6-9 Jahre (< 20 kg)150 mg
2-5 Jahre10-15 mg/kg (bevorzugt als Sirup)

Kontraindikationen für SDR

Vor der Verabreichung von Rifampicin müssen folgende Ausschlusskriterien zwingend beachtet werden:

  • Verdacht auf oder bestätigte aktive Lepra (Überweisung zur MDT-Therapie)
  • Verdacht auf oder bestätigte Tuberkulose (Symptome wie chronischer Husten >2 Wochen, Gewichtsverlust, Nachtschweiß)
  • Leber- oder Nierenerkrankungen in der Anamnese
  • Schwangerschaft (SDR kann nach der Entbindung gegeben werden)
  • Rifampicin-Einnahme in den letzten 2 Jahren (z. B. wegen TB, Lepra oder als vorherige PEP)
  • Bekannte Rifampicin-Allergie
  • Kinder unter 2 Jahren (SDR kann beim Follow-up ab dem 2. Lebensjahr nachgeholt werden)

💡Praxis-Tipp

Klären Sie Kontaktpersonen vor der SDR-Gabe unbedingt über die harmlose, vorübergehende Rotfärbung von Urin, Speichel und Tränen auf, um unnötige Ängste zu vermeiden. Warten Sie mit der PEP idealerweise, bis der Indexfall 4 Wochen therapiert wurde.

Häufig gestellte Fragen

Als Kontaktperson gilt, wer im letzten Jahr über mindestens 3 Monate hinweg für mehr als 20 Stunden pro Woche engen Kontakt zu einem unbehandelten Indexfall hatte.
Die Prophylaxe erfolgt durch die einmalige Gabe einer Einzeldosis Rifampicin (SDR). Die Dosis richtet sich nach Alter und Körpergewicht (z.B. 600 mg für Erwachsene).
Kontraindikationen sind unter anderem der Verdacht auf aktive Lepra oder Tuberkulose, Schwangerschaft, Leber- oder Nierenerkrankungen sowie eine Rifampicin-Einnahme in den letzten 2 Jahren.
Haushaltskontakte von multibazillären Lepra-Patienten haben ein 5- bis 8-fach erhöhtes Risiko, selbst an Lepra zu erkranken, verglichen mit der Allgemeinbevölkerung.

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