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WHO2012

Lepra-Kontrolle: Monitoring-Strategie der WHO (2012)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Ziel der Strategie (2011-2015) ist die Reduktion neuer Fälle mit Grad-2-Behinderungen um 35 %.
  • Das Monitoring basiert auf drei Indikatorengruppen: Fallfindung, Integration der Multidrug-Therapie (MDT) und Servicequalität.
  • Ein Therapieabbruch (Defaulter) liegt vor, wenn bei paucibazillärer (PB) Lepra >3 Monate oder bei multibazillärer (MB) Lepra >6 Monate der Therapie verpasst wurden.
  • Die Beurteilung von Behinderungen erfolgt in einem standardisierten 3-stufigen Grading-System (Grad 0-2) für Augen, Hände und Füße.
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Hintergrund

Die "Enhanced Global Leprosy Strategy" der WHO (2011-2015) hat das primäre Ziel, die Zahl der neu aufgetretenen Lepra-Fälle mit Grad-2-Behinderungen um 35 % zu senken. Um dies zu erreichen, ist ein standardisiertes Monitoring der Kontrollprogramme unerlässlich. Die Leitlinie definiert ein Set aus Routine- und Zusatzindikatoren zur Bewertung von Fallfindung, Integration der Multidrug-Therapie (MDT) und Behandlungsqualität.

Klassifikation von Behinderungen (Disability Grading)

Ein zentraler Indikator ist der Anteil an Neudiagnosen mit bereits bestehenden Grad-2-Behinderungen. Die Einteilung erfolgt nach folgendem Schema:

GradHände und FüßeAugen
0Keine Anästhesie, keine sichtbare Deformität oder SchädigungKeine leprabedingten Augenprobleme, kein Sehverlust
1Anästhesie vorhanden, aber keine sichtbare Deformität/SchädigungLeprabedingtes Augenproblem, Sehkraft ≥ 6/60 (kann Finger auf 6m zählen)
2Sichtbare Deformität oder Schädigung vorhandenSchwere Sehbehinderung (< 6/60), Lagophthalmus, Iridocyclitis, Hornhauttrübungen

Indikatoren der Fallfindung (Gruppe I)

Zur Bewertung der Fallfindungsaktivitäten werden unter anderem folgende Parameter bei neu diagnostizierten, bisher unbehandelten Patienten herangezogen:

  • Anteil an Grad-2-Behinderungen: Spiegelt die Verzögerung der Diagnosestellung wider.
  • Durchschnittliche Diagnoseverzögerung: Zeit in Monaten zwischen ersten Symptomen und Diagnose.
  • Anteil an Kindern: Alterspezifische Detektionsrate (< 15 Jahre).
  • Anteil an multibazillären (MB) Fällen: Klinische oder bakteriologische Klassifikation.
  • Anteil an Frauen: Geschlechtsspezifische Detektionsrate.

Therapie-Monitoring und Definitionen (Gruppe II & III)

Die Multidrug-Therapie (MDT) ist der Eckpfeiler der Lepra-Kontrolle. Das Monitoring erfasst die Verfügbarkeit der Medikamente, die Zugänglichkeit für Patienten (Entfernung, Kosten) sowie die Behandlungsqualität (Case Holding).

Für die Auswertung der Therapieergebnisse gelten folgende Definitionen:

StatusPaucibazilläre Lepra (PB)Multibazilläre Lepra (MB)
Therapieabschluss6 Dosen absolviert12 Dosen absolviert
Therapieabbruch (Defaulter)> 3 Monate der Therapie verpasst> 6 Monate der Therapie verpasst

Zusätzlich zur rein klinischen Auswertung empfiehlt die WHO die Erhebung von qualitativen Parametern. Dazu gehören die Erfassung neu aufgetretener Behinderungen nach der Registrierung, die Patientenzufriedenheit, die Wahrnehmung in der Gemeinschaft sowie das von den Patienten empfundene Stigma.

💡Praxis-Tipp

Achten Sie bei der Erstdiagnose von Lepra stets auf eine exakte Dokumentation des Disability Gradings (Grad 0-2) für Augen, Hände und Füße, da dies der wichtigste Indikator für eine Diagnoseverzögerung ist.

Häufig gestellte Fragen

Ein Patient mit paucibazillärer Lepra (PB) gilt als Defaulter, wenn er mehr als 3 Monate der Therapie verpasst hat. Bei multibazillärer Lepra (MB) liegt die Grenze bei mehr als 6 verpassten Monaten.
Eine Grad-2-Behinderung der Augen liegt vor bei schwerer Sehbehinderung (Sehkraft schlechter als 6/60 bzw. Unfähigkeit, Finger auf 6 Meter zu zählen), Lagophthalmus, Iridocyclitis oder Hornhauttrübungen.
Die Fixdosis-Therapie gilt als abgeschlossen, wenn bei paucibazillärer Lepra (PB) 6 Dosen und bei multibazillärer Lepra (MB) 12 Dosen verabreicht wurden.

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