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WHO2025

Pestizid-Registrierung: Datenanforderungen (FAO/WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Die Registrierung von Pestiziden erfordert umfassende wissenschaftliche Daten zu Wirksamkeit, Sicherheit und Umweltauswirkungen.
  • Studien zu Gesundheit und Umwelt müssen nach Guter Laborpraxis (GLP), Wirksamkeitsstudien nach Guter Experimenteller Praxis (GEP) erfolgen.
  • Die Datenanforderungen variieren je nach Produkttyp, Verwendungszweck, geografischen Bedingungen und Art der Registrierung.
  • Ein gestuftes Bewertungsverfahren (Tiered Assessment) kann die anfänglichen Datenanforderungen reduzieren.
  • Vertrauliche Geschäftsinformationen (CBI) müssen geschützt werden, während gleichzeitig Transparenz für die Öffentlichkeit gefördert wird.
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Hintergrund

Die Registrierung von Pestiziden ist der Prozess, durch den nationale oder regionale Behörden den Verkauf und die Verwendung eines Pestizids genehmigen. Dies erfordert die Bewertung umfassender wissenschaftlicher Daten, um sicherzustellen, dass das Produkt für den vorgesehenen Zweck wirksam ist und kein unannehmbares Risiko für die menschliche oder tierische Gesundheit sowie die Umwelt darstellt. Die Leitlinie von FAO und WHO (2025) definiert die hierfür notwendigen Datenanforderungen.

Datenstruktur und Qualität

Ein Registrierungsantrag besteht aus mehreren Komponenten, darunter das Antragsformular, das Dossier, individuelle Studienberichte, Referenzlisten, Etiketten/Sicherheitsdatenblätter und ggf. Proben.

Die Qualität der eingereichten Daten muss hoch sein. Dabei gelten folgende Standards:

  • Gute Laborpraxis (GLP): Für Studien zur Gesundheits- und Umweltsicherheit.
  • Gute Experimentelle Praxis (GEP): Für biologische Wirksamkeitsstudien.
Dossier-SektionChemische PestizideMikrobielle Pestizide
1Identität und ZusammensetzungIdentität und Zusammensetzung
2Physikalische und chemische EigenschaftenBiologische Eigenschaften
3Weitere Informationen zum WirkstoffWeitere Informationen zum Erreger
4Analytische MethodenAnalytische Methoden
5Toxikologie und MetabolismusToxikologie
6RückständeRückstände
7Verhalten in der UmweltVerhalten in der Umwelt
8ÖkotoxikologieÖkotoxikologie

Einflussfaktoren auf die Datenanforderungen

Nicht für jedes Pestizid werden alle Daten benötigt. Die Anforderungen hängen von verschiedenen Faktoren ab:

  • Art des Produkts: Chemische Pestizide, Semiochemikalien oder mikrobielle Erreger erfordern unterschiedliche Tests.
  • Klimatische und geografische Bedingungen: Z. B. Tests mit marinen Spezies bei Inselstaaten oder spezifische Bodenstudien in den Tropen.
  • Art der Registrierung: Eine Neuregistrierung erfordert mehr Daten als eine "Me-too"-Registrierung (Äquivalenzprüfung) oder eine geringfügige Formulierungsänderung.
  • Gestufte Bewertung (Tiered Assessment): Zunächst wird ein minimaler Datensatz gefordert. Nur bei unklaren Risiken werden höherstufige Studien verlangt.

Verwendungszwecke (Use Categories)

Der geplante Einsatzort bestimmt maßgeblich die benötigten Daten:

HauptkategorieBeispiele für Anwendungsmuster
Terrestrisch im FreienObst, Gemüse, Saatgutbehandlung, Rasen, Parks
Aquatisch im FreienWasserreis, Moskitolarven-Bekämpfung, Zierteiche
GewächshausObst, Gemüse, Zierpflanzen
ForstwirtschaftWälder, Entfernung gebietsfremder Vegetation
Wohnbereich im FreienRasenprodukte, Nagerbekämpfung am Haus
InnenräumeMoskitospiralen, Aerosole, Holzschutzmittel
Direkte Anwendung am MenschenRepellents, Insektizide gegen Läuse/Krätze

Verwendung der Bewertungsdaten

Die eingereichten Daten dienen spezifischen Bewertungszwecken:

  • Toxikologie und Metabolismus: Ableitung von Endpunkten (z. B. NOAEL, LD50) zur Festlegung von Referenzwerten wie ADI (Acceptable Daily Intake) und ARfD (Acute Reference Dose).
  • Rückstände: Bestimmung von Rückstandsdefinitionen und maximalen Rückstandshöchstgehalten (MRL) zum Schutz der Verbraucher.
  • Verhalten in der Umwelt: Ermittlung der Abbauhalbwertszeit (DegT50) in Boden, Wasser und Luft zur Abschätzung von Akkumulation und Grundwassergefährdung.
  • Ökotoxikologie: Bewertung der Gefahren für Nichtzielorganismen (Vögel, Fische, Bienen, Bodenorganismen).
  • Wirksamkeit: Nachweis, dass das Produkt bei der empfohlenen minimalen effektiven Dosis den gewünschten Nutzen bringt, ohne inakzeptable Phytotoxizität oder Resistenzentwicklung zu fördern.

Verfahren und Datenschutz

Ein Vorab-Gespräch (Pre-application meeting) zwischen Antragsteller und Behörde wird dringend empfohlen, um die spezifischen Datenanforderungen frühzeitig abzustimmen und unnötige Studien zu vermeiden.

Behörden müssen den Zugang der Öffentlichkeit zu Gesundheits- und Umweltdaten gewährleisten, gleichzeitig aber vertrauliche Geschäftsinformationen (CBI) schützen. Zu den CBI gehören in der Regel:

  • Spezifikationen von Verunreinigungen (sofern nicht toxikologisch relevant)
  • Detaillierte Herstellungs- und Qualitätskontrollprozesse
  • Genaue Zusammensetzung der Formulierung (außer Wirkstoffgehalt)

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie Pre-Application-Meetings mit der Registrierungsbehörde, um die Datenanforderungen (insbesondere für höherstufige Studien) frühzeitig abzustimmen. Achten Sie strikt auf die Einhaltung von GLP- und GEP-Standards, da die Daten sonst abgelehnt werden können.

Häufig gestellte Fragen

Bei "Me-too"-Registrierungen (Äquivalenz), geringfügigen Formulierungsänderungen oder durch ein gestuftes Bewertungsverfahren (Tiered Assessment), wenn bereits Basisdaten für eine Entscheidung ausreichen.
Studien zur Gesundheits- und Umweltsicherheit müssen nach Guter Laborpraxis (GLP) durchgeführt werden, Wirksamkeitsstudien nach Guter Experimenteller Praxis (GEP).
Nein. Vertrauliche Geschäftsinformationen (CBI) wie genaue Herstellungsprozesse oder die exakte Zusammensetzung von Beistoffen werden geschützt, während sicherheitsrelevante Daten transparent gemacht werden sollen.
Ein von der OECD entwickelter weltweiter technischer Standard zur Erstellung und elektronischen Übermittlung von Pestizid-Dossiers an Behörden.

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