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WHO2023

Tuberkulose bei Kindern & Jugendlichen: WHO-Roadmap 2023

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Über 50 % der an Tuberkulose erkrankten Kinder (0-14 Jahre) werden weltweit nicht diagnostiziert oder gemeldet.
  • Für nicht-schwere, medikamentensensible Tuberkulose wird bei Kindern (3 Monate bis 16 Jahre) eine auf 4 Monate verkürzte Therapie empfohlen.
  • Zur Diagnostik bei Kindern werden nun auch Stuhlproben und Nasopharyngealsekrete für molekulare Schnelltests (Xpert Ultra) empfohlen.
  • Bei multiresistenter Tuberkulose (MDR-TB) sollen rein orale Therapieregime (inklusive Bedaquilin und Delamanid) für alle Altersgruppen eingesetzt werden.
  • Die präventive Tuberkulosetherapie (TPT) weist insbesondere bei Haushaltskontakten unter 5 Jahren weiterhin große Versorgungslücken auf.
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Hintergrund

Tuberkulose (TB) gehört weltweit weiterhin zu den zehn häufigsten Todesursachen bei Kindern unter fünf Jahren und ist neben HIV die wichtigste infektiöse Morbiditäts- und Mortalitätsursache bei Jugendlichen. Die WHO-Roadmap 2023 fasst die aktuellen Entwicklungen, Leitlinien und verbleibenden Herausforderungen zusammen.

Im Jahr 2022 erkrankten schätzungsweise 1,25 Millionen Kinder und junge Jugendliche (0-14 Jahre) an Tuberkulose. Die Diagnoselücke in dieser Altersgruppe ist massiv: 51 % der Fälle werden nicht diagnostiziert oder nicht gemeldet. Bei Kindern unter fünf Jahren liegt diese Lücke sogar bei 58 %.

Epidemiologischer Parameter (0-14 Jahre)Wert (2022)Bemerkung
Geschätzte Neuerkrankungen1,25 MillionenEntspricht 12 % aller TB-Fälle weltweit
Diagnoselücke gesamt51 %Nicht diagnostiziert oder gemeldet
Diagnoselücke < 5 Jahre58 %Höchstes Risiko für schwere Verläufe
MDR-TB Inzidenz25.000 - 32.000Geschätzte Neuerkrankungen pro Jahr
MDR-TB Diagnoselücke> 80 %Massive Unterversorgung

Diagnostik

Die Diagnose der Tuberkulose bei Kindern ist oft klinisch-radiologisch geprägt, da Kinder häufig kein Sputum produzieren können und die Erkrankung paucibazillär (geringe Bakterienlast) verläuft. Die WHO empfiehlt den Einsatz molekularer Schnelltests (mWRDs, z. B. Xpert Ultra) und hat die zugelassenen Probenmaterialien erweitert.

Diagnostische MethodeProbenmaterialBemerkung
Molekulare Schnelltests (Xpert Ultra)Stuhl, Nasopharyngealsekret, induziertes Sputum, MagensaftStuhlproben erfordern keine invasiven Maßnahmen und sind leicht zu gewinnen
LF-LAMUrinEmpfohlen als Teil der Diagnostik bei Kindern und Jugendlichen mit HIV
Röntgen-Thorax (CXR)BildgebungWichtiger Bestandteil der klinischen Diagnose; KI-gestützte Auswertung (CAD) bei <15 J. noch ohne ausreichende Evidenz

Therapie der Tuberkulose

Die WHO hat 2022 neue, verkürzte und kindgerechtere Therapieregime etabliert. Ein zentraler Fortschritt ist die Verfügbarkeit von pädiatrischen, dispergierbaren Fixdosiskombinationen.

IndikationAltersgruppeEmpfohlenes RegimeBemerkung
Nicht-schwere DS-TB3 Monate - 16 Jahre4 Monate: 2HRZ(E)/2HRVerkürzte Standardtherapie
Nicht-schwere DS-TBab 12 Jahren4 Monate: 2HPMZ/2HPMIsoniazid, Rifapentin, Moxifloxacin, Pyrazinamid
TB-MeningitisKinder6 Monate: 6HRZEtoIntensives Kurzregime
MDR-TBAlle AltersgruppenRein orale RegimeEinsatz von Bedaquilin und Delamanid; Injektionen sollen vermieden werden

Prävention und Kontaktpersonennachverfolgung

Die präventive Tuberkulosetherapie (TPT) ist entscheidend, um den Ausbruch der Erkrankung bei exponierten Personen zu verhindern. Die Umsetzung stagniert jedoch: 2022 erhielten nur 37 % der berechtigten Haushaltskontakte unter 5 Jahren eine TPT. Bei Kontakten über 5 Jahren lag die Quote bei lediglich 11 %.

Die WHO empfiehlt den Einsatz verkürzter TPT-Regime, wie beispielsweise:

  • 3HR: 3 Monate Isoniazid plus Rifampicin täglich
  • 3HP: 3 Monate Isoniazid plus Rifapentin wöchentlich

Besondere Risikogruppen

Jugendliche

Jugendliche haben spezifische Bedürfnisse und hohe Verlustraten in der Nachsorge (Loss to follow-up). Sie leiden häufig unter Stigmatisierung, sozialer Isolation und Unterbrechungen der Schulbildung. Differenzierte, jugendgerechte Versorgungsmodelle (z. B. Peer-Support, psychologische Beratung) sind essenziell.

Schwangere und postpartale Frauen

Diese Gruppe hat ein stark erhöhtes Risiko für eine TB-Erkrankung, was zu schweren Komplikationen (Frühgeburt, niedriges Geburtsgewicht, vertikale HIV-Transmission) führen kann. Neugeborene von an TB erkrankten Müttern haben ein hohes Risiko, selbst zu erkranken. Die systematische Erfassung und Einbindung dieser Gruppe in Sicherheitsstudien für neue Medikamente wird von der WHO dringend gefordert.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie nicht-invasive Probenmaterialien wie Stuhl für die molekulare Tuberkulosediagnostik (Xpert Ultra) bei Kindern, da diese oft kein Sputum produzieren können. Denken Sie zudem bei schwangeren und postpartalen Frauen mit entsprechenden Symptomen aktiv an Tuberkulose.

Häufig gestellte Fragen

Die WHO empfiehlt eine auf 4 Monate verkürzte Therapie (2 Monate Isoniazid, Rifampicin, Pyrazinamid +/- Ethambutol, gefolgt von 2 Monaten Isoniazid und Rifampicin) für Kinder zwischen 3 Monaten und 16 Jahren.
Neben induziertem Sputum und Magensaft werden nun auch Stuhlproben und Nasopharyngealsekrete für molekulare Schnelltests (wie Xpert Ultra) empfohlen.
Es werden rein orale Therapieregime unter Einsatz von Bedaquilin und Delamanid für Kinder aller Altersgruppen empfohlen. Injektionen mit schweren Nebenwirkungen sollen nicht mehr verwendet werden.
Insbesondere Haushaltskontakte unter 5 Jahren sowie Kinder und Jugendliche mit HIV-Infektion haben höchste Priorität für eine TPT, da sie ein hohes Risiko für eine Progression zur aktiven Erkrankung aufweisen.

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