ClariMedClariMed
WHO2023

Beikost bei Säuglingen und Kleinkindern: Leitlinie (WHO)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Beikost sollte im Alter von 6 Monaten (180 Tagen) eingeführt werden, während das Stillen fortgesetzt wird.
  • Das Stillen sollte bis zum Alter von 2 Jahren oder darüber hinaus beibehalten werden.
  • Tierische Lebensmittel (Fleisch, Fisch, Eier) sowie Obst und Gemüse sollten täglich konsumiert werden.
  • Lebensmittel mit viel Zucker, Salz und Transfetten sowie gesüßte Getränke und Süßstoffe sollen strikt gemieden werden.
  • Für nicht gestillte Kinder ab 12 Monaten wird Tiermilch empfohlen; Folgemilch wird ausdrücklich nicht empfohlen.
Frage zu dieser Leitlinie stellen...

Hintergrund

Die Beikostphase (6 bis 23 Monate) ist eine kritische Entwicklungsperiode, in der Kinder lernen, gesunde Lebensmittel zu akzeptieren und langfristige Ernährungsgewohnheiten zu etablieren. In dieser Zeit ist das Risiko für Wachstumsverzögerungen und Nährstoffmangel am höchsten. Die WHO-Leitlinie liefert evidenzbasierte Empfehlungen für gestillte und nicht gestillte Kinder in diesem Alter.

Stillen und Milchnahrung

  • Starke Empfehlung: Das Stillen sollte bis zu 2 Jahren oder darüber hinaus fortgesetzt werden (sehr niedrige Evidenz).

Für Kinder, die nicht gestillt werden, gelten je nach Alter unterschiedliche Empfehlungen zur Milchnahrung:

AlterEmpfohlene MilchnahrungBemerkungEvidenzgrad
6–11 MonateSäuglingsanfangsnahrung (Formula) oder TiermilchBei Tiermilch Vollmilch verwenden.Bedingt, niedrige Evidenz
12–23 MonateTiermilchFolgemilch wird nicht empfohlen.Bedingt, niedrige Evidenz

Einführung von Beikost

  • Starke Empfehlung: Säuglinge sollten im Alter von 6 Monaten (180 Tagen) an Beikost herangeführt werden, während das Stillen fortgesetzt wird (niedrige Evidenz).

Nahrungsvielfalt und Ernährung

Säuglinge und Kleinkinder (6–23 Monate) sollten eine vielfältige Ernährung erhalten. Stärkehaltige Grundnahrungsmittel sollten minimiert werden, da sie nicht die gleiche Proteinqualität wie tierische Produkte aufweisen.

LebensmittelgruppeEmpfehlungshäufigkeitEvidenzgrad
Tierische Produkte (Fleisch, Fisch, Eier)TäglichStark, niedrige Evidenz
Obst und GemüseTäglichStark, niedrige Evidenz
Hülsenfrüchte, Nüsse und SamenHäufig (besonders wenn tierische Produkte/Gemüse limitiert sind)Bedingt, sehr niedrige Evidenz

Ungesunde Lebensmittel und Getränke

  • Starke Empfehlung: Lebensmittel mit hohem Gehalt an Zucker, Salz und Transfetten sollten nicht konsumiert werden (niedrige Evidenz).
  • Starke Empfehlung: Zuckergesüßte Getränke sollten nicht konsumiert werden (niedrige Evidenz).
  • Starke Empfehlung: Zuckerfreie Süßstoffe sollten nicht konsumiert werden (sehr niedrige Evidenz).
  • Bedingte Empfehlung: Der Konsum von 100%igem Fruchtsaft sollte begrenzt werden (niedrige Evidenz).

Nährstoffpräparate und angereicherte Lebensmittel

In Kontexten, in denen der Nährstoffbedarf nicht allein durch unfortifizierte Lebensmittel gedeckt werden kann, können Präparate sinnvoll sein:

PräparatIndikation / NutzenEvidenzgrad
Multiple Mikronährstoffpulver (MNP)Liefern zusätzliche Vitamine/Mineralien, ohne andere Lebensmittel zu verdrängen.Kontextspezifisch, moderate Evidenz
Angereicherte GetreideprodukteKönnen die Mikronährstoffaufnahme verbessern (Konsum sollte aber nicht aktiv gefördert werden).Kontextspezifisch, moderate Evidenz
Lipidbasierte Nährstoffpräparate (SQ-LNS)Nützlich in Populationen mit Ernährungsunsicherheit und signifikanten Mangelerscheinungen.Kontextspezifisch, hohe Evidenz

Responsives Füttern

  • Starke Empfehlung: Kinder von 6–23 Monaten sollten responsiv gefüttert werden (niedrige Evidenz).

Dies bedeutet, das Kind zum autonomen Essen zu ermutigen und auf physiologische sowie entwicklungsbedingte Bedürfnisse einzugehen, um die Selbstregulation beim Essen sowie die kognitive, emotionale und soziale Entwicklung zu unterstützen.

💡Praxis-Tipp

Raten Sie Eltern von Folgemilch ab dem 12. Lebensmonat ab – normale Tiermilch (Vollmilch) ist ausreichend. Betonen Sie zudem, dass Beikost erst ab dem 6. Monat eingeführt werden sollte, um das Stillen nicht vorzeitig zu verdrängen.

Häufig gestellte Fragen

Laut WHO sollte Beikost im Alter von 6 Monaten (180 Tagen) eingeführt werden, parallel zum weiteren Stillen.
Nein, die WHO empfiehlt für nicht gestillte Kinder ab 12 Monaten normale Tiermilch. Folgemilch wird ausdrücklich nicht empfohlen.
Ja, für nicht gestillte Säuglinge zwischen 6 und 11 Monaten kann neben Säuglingsanfangsnahrung auch Tiermilch (Vollmilch) gegeben werden.
Tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch oder Eier sollten täglich auf dem Speiseplan von Säuglingen und Kleinkindern stehen.
Der Konsum von 100%igem Fruchtsaft sollte laut Leitlinie stark begrenzt werden. Zuckergesüßte Getränke sind komplett zu meiden.

Verwandte Leitlinien