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WHO2022

Impfung von Gesundheitspersonal: WHO-Leitlinie 2022

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Gesundheitspersonal hat ein erhöhtes berufliches Risiko für impfpräventable Krankheiten und sollte zum Eigenschutz sowie zur Patientensicherheit geimpft werden.
  • Die WHO empfiehlt spezifische Routineimpfungen, darunter Hepatitis B, Influenza, Masern, Röteln, Pertussis und SARS-CoV-2.
  • Impfprogramme für Mitarbeiter sollten fest in den Arbeitsschutz (OHS) und die Infektionsprävention (IPC) integriert werden.
  • Eine Überprüfung des Impfstatus sollte idealerweise bereits vor Ausbildungsbeginn oder bei der Einstellung erfolgen.
  • Freiwillige Impfprogramme erreichen oft geringere Quoten; bei Pflichtimpfungen müssen ethische Rahmenbedingungen und medizinische Ausnahmen beachtet werden.
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Hintergrund

Gesundheitspersonal bildet das Rückgrat jedes funktionierenden Gesundheitssystems. Aufgrund des direkten Kontakts mit Patienten und infektiösem Material besteht ein erhöhtes berufliches Risiko für die Exposition gegenüber impfpräventablen Krankheiten (VPDs). Die Impfung von Gesundheitspersonal ist ein zentraler Bestandteil der Infektionsprävention und -kontrolle (IPC) sowie des Arbeitsschutzes (OHS). Sie schützt nicht nur das Personal selbst, sondern verhindert auch die nosokomiale Übertragung auf vulnerable Patienten und sichert die Aufrechterhaltung des Gesundheitssystems, insbesondere während Ausbrüchen.

WHO-Impfempfehlungen für Gesundheitspersonal

Die WHO empfiehlt spezifische Impfungen für Gesundheitspersonal aufgrund des erhöhten Übertragungsrisikos in medizinischen Einrichtungen. Alle Beschäftigten sollten idealerweise vor dem Eintritt in das Berufsleben vollständig geimpft sein.

ImpfstoffWHO-Empfehlung
BCGFür ungeimpfte TST- oder IGRA-negative Personen mit beruflichem Expositionsrisiko in Gebieten mit niedriger und hoher TB-Inzidenz.
DiphtherieBei möglicher beruflicher Exposition gegenüber C. diphtheriae.
Hepatitis BFür Risikogruppen ohne vorherige Impfung (z. B. bei Kontakt mit Blut/Blutprodukten).
InfluenzaJährliche Immunisierung mit einer Einzeldosis.
MasernAlle Beschäftigten sollten immun oder geimpft sein.
MeningokokkenEine Auffrischungsdosis 3-5 Jahre nach der Grundimmunisierung bei anhaltendem Expositionsrisiko.
PertussisGesundheitspersonal sollte als Prioritätsgruppe geimpft werden.
PolioVollständige Grundimmunisierung erforderlich.
RötelnAlle Beschäftigten sollten immun oder geimpft sein (sofern im nationalen Programm eingeführt).
SARS-CoV-2Höchste Prioritätsgruppe für die Impfung.
VarizellenZwei Dosen für potenziell empfängliche Beschäftigte (ungeimpft und ohne Varizellen-Anamnese).

Politische Rahmenbedingungen

Die Entscheidung über Impfrichtlinien erfordert eine sorgfältige Abwägung zwischen freiwilligen und verpflichtenden Ansätzen:

  • Freiwillige Impfung: Führt oft zu suboptimalen Impfquoten. Erfordert intensive Aufklärung und Anreize.
  • Pflichtimpfung: Kann die Quoten deutlich erhöhen, erfordert jedoch klare ethische Rahmenbedingungen. Es müssen Ausnahmeregelungen für medizinische Kontraindikationen bestehen.
  • Umgang mit Ungeimpften: Für Personal, das nicht geimpft werden kann oder will, müssen alternative Schutzmaßnahmen ergriffen werden (z. B. Maskenpflicht, Versetzung in Bereiche mit geringerem Risiko oder Freistellung während Ausbrüchen).
  • Gender-Aspekte: Da Frauen etwa 70 % des Gesundheitspersonals ausmachen, müssen Richtlinien geschlechterspezifische Aspekte wie Schwangerschaft, Stillzeit und potenziell unterschiedliche Nebenwirkungsprofile berücksichtigen.

Implementierungsstrategien

Die Umsetzung von Impfprogrammen lässt sich in drei Hauptstrategien unterteilen:

StrategieZielgruppeMaßnahmen & Bemerkungen
Pre-service ScreeningStudenten & neue MitarbeiterImpfstatusprüfung vor Ausbildungs- oder Arbeitsbeginn. Bei fehlender Dokumentation Catch-up-Impfungen oder serologische Testung anbieten.
Laufende ImpfungenAktuelles PersonalJährliche Impfungen (z. B. Influenza) direkt am Arbeitsplatz anbieten. Peer-to-Peer-Impfprogramme erhöhen die Zugänglichkeit.
Notfall-ImpfungenPersonal in AusbruchssituationenHöchste Priorisierung bei knappen Impfstoffen (z. B. Ebola, COVID-19). Erfordert schnelle Aufklärung und angepasste Einwilligungsprozesse.

Förderung der Impfbereitschaft

Die Impfbereitschaft des Personals ist komplex und kontextabhängig. Folgende Faktoren beeinflussen die Akzeptanz maßgeblich:

  • Bequemlichkeit und Zugänglichkeit: Kostenlose Impfungen direkt am Arbeitsplatz erhöhen die Quoten erheblich.
  • Risikowahrnehmung: Eine geringe Risikowahrnehmung oder das Vertrauen in andere Hygienemaßnahmen (z. B. Händewaschen) senken die Impfbereitschaft. Angst vor der Erkrankung fördert sie.
  • Vorherige Impfungen: Der stärkste Prädiktor für die Bereitschaft zur Influenza-Impfung ist eine bereits in der Vergangenheit erhaltene Influenza-Impfung.
  • Motivation: Selbstschutz, der Schutz von Patienten und Familie sowie die sichtbare Unterstützung durch die Führungsebene sind entscheidende Treiber.

💡Praxis-Tipp

Integrieren Sie die Überprüfung des Impfstatus standardmäßig in den Einstellungsprozess und bieten Sie fehlende Impfungen direkt vor Ort und kostenlos an. Nutzen Sie zudem 'Peer-to-Peer'-Impfprogramme, bei denen geschultes Personal Kollegen auf Station impft, um die Zugänglichkeit zu maximieren.

Häufig gestellte Fragen

Zu den wichtigsten empfohlenen Impfungen gehören Hepatitis B, Influenza, Masern, Röteln, Pertussis, Polio, Diphtherie, Varizellen, Meningokokken, BCG und SARS-CoV-2.
Wenn keine Dokumentation vorliegt, sollte das Personal als ungeimpft betrachtet und eine Nachholimpfung (Catch-up) oder, falls verfügbar und zuverlässig, eine serologische Testung auf Immunität angeboten werden.
Die WHO nennt Pflichtimpfungen als Option zur Erhöhung der Impfquote, betont aber, dass diese ethisch vertretbar umgesetzt werden müssen, inklusive medizinischer Ausnahmeregelungen und alternativer Schutzmaßnahmen (z. B. Maskenpflicht).
Durch kostenlose Impfangebote direkt am Arbeitsplatz, Peer-to-Peer-Impfprogramme, die Vorbildfunktion der Führungskräfte und gezielte Aufklärung über das eigene Risiko und den Patientenschutz.

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