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WHO2025

Reiseimpfungen: Aktuelle WHO-Leitlinie 2025

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Reiseimpfungen sollten idealerweise 6 Monate, spätestens jedoch 2 Wochen vor Abreise geplant werden.
  • Totimpfstoffe können problemlos kombiniert werden; Lebendimpfstoffe simultan oder im Abstand von mindestens 4 Wochen geben.
  • Malaria-Impfstoffe sind für Reisende nicht indiziert; hier gilt weiterhin die Chemoprophylaxe.
  • Der Dengue-Impfstoff TAK-003 wird in 2 Dosen (Monat 0 und 3) gegeben.
  • Für Hajj- und Umrah-Pilger sind spezifische Impfungen (u.a. Meningokokken, Polio, Influenza) obligatorisch.
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Hintergrund

Eine reisemedizinische Beratung sollte idealerweise mindestens 6 Monate vor der Abreise stattfinden, um optimale Impfschemata abschließen zu können. Alle Impfungen sollten spätestens 2 Wochen vor Reiseantritt verabreicht werden. Die Impfplanung muss individuell an Reiseziel, Reisedauer, Gesundheitszustand und geplante Aktivitäten angepasst werden.

Kategorien von Reiseimpfungen

Die WHO unterteilt Impfungen für Reisende in drei Hauptkategorien:

KategorieBeschreibungBeispiele
Routine-ImpfungenÜberprüfung und Auffrischung nationaler Standardimpfungen.DTP, Hepatitis B, Masern, Polio, HPV, Influenza
Reisespezifische ImpfungenIndiziert nach individuellem Risikoprofil und Reiseziel.Cholera, Dengue, Hepatitis A/E, Japanische Enzephalitis, Tollwut, Typhus, Gelbfieber
PflichtimpfungenVon bestimmten Ländern zur Ein- oder Ausreise verlangt.Gelbfieber, Meningokokken, Polio, Influenza (z.B. Hajj/Umrah)

Koadministration von Impfstoffen

  • Totimpfstoffe: Interagieren in der Regel nicht miteinander. Bei gleichzeitiger Gabe sollten sie an unterschiedlichen Körperstellen (bevorzugt unterschiedliche Extremitäten) oder mit mindestens 2,5 cm Abstand injiziert werden.
  • Lebendimpfstoffe: Können meist simultan an verschiedenen anatomischen Stellen verabreicht werden. Erfolgt die Gabe nicht am selben Tag, muss ein Abstand von mindestens 4 Wochen eingehalten werden.
  • Ausnahme: Orale Lebendimpfstoffe (Polio OPV, Typhus Ty21a) können in jedem beliebigen Abstand zu injizierbaren Lebendimpfstoffen gegeben werden.

Spezifische Impfempfehlungen (Auswahl)

Dengue-Fieber

ImpfstoffSchemaBemerkung
TAK-003 (Qdenga)2 Dosen (0 und 3 Monate)Subkutane Gabe. Abstand nicht verkürzen. Bei Verzögerung Schema nicht neu starten.
CYD-TDV (Dengvaxia)-Wird vom Markt genommen. Nur bei positivem Dengue-IgG anwendbar.

Kontraindikationen: Schwangerschaft, Stillzeit, Immunsuppression.

Hepatitis A und B

  • Hepatitis A: Totimpfstoff (1-2 Dosen) oder Lebendimpfstoff (1 Dosis). Schutz besteht nach 2-4 Wochen. Kann bis zum Tag der Abreise gegeben werden.
  • Hepatitis B: Standardmäßig 3 Dosen. Bei Zeitmangel vor der Reise ist ein Schnellschema (Tag 0, 7, 21) möglich; hierbei ist eine vierte Dosis nach 12 Monaten erforderlich.

Malaria

Die WHO stellt klar: Die verfügbaren Malaria-Impfstoffe (RTS,S/AS01 und R21/Matrix-M) sind nicht für Reisende empfohlen. Sie sind ausschließlich für Kinder in Endemiegebieten vorgesehen. Reisende müssen sich weiterhin auf Chemoprophylaxe und Expositionsprophylaxe (Mückenschutz) verlassen.

Japanische Enzephalitis (JE)

ImpfstofftypSchemaBemerkung
Inaktiviert (Vero-Zell)2 Dosen (Abstand 4 Wochen)Booster nach 1-2 Jahren bei fortbestehendem Risiko.
Lebend-attenuiert1 DosisAb 8 Monaten. Keine Booster-Empfehlung etabliert.
Lebend-rekombinant1 DosisAb 9 Monaten. Subkutane Gabe.

Cholera

Für Reisende mit hohem Risiko (z.B. humanitäre Helfer).

  • Totimpfstoff (WC-rBS): 2 orale Dosen für Erwachsene (Abstand ≥ 7 Tage bis < 6 Wochen). Booster nach 2 Jahren.
  • Nahrungsaufnahme: 1 Stunde vor und nach der Schluckimpfung vermeiden.

Masern

Jeder Reisende sollte über zwei dokumentierte Impfdosen verfügen. Die Impfung sollte mindestens 15 Tage vor Abreise erfolgen. Säuglinge ab 6 Monaten können bei Reisen in Ausbruchsgebiete eine vorgezogene Dosis erhalten.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie bei Last-Minute-Reisenden das beschleunigte Hepatitis-B-Schema (Tag 0, 7, 21) und weisen Sie explizit darauf hin, dass es keine Malaria-Impfung für Touristen gibt (Chemoprophylaxe bleibt Standard).

Häufig gestellte Fragen

Idealerweise 6 Monate, mindestens jedoch 2 Wochen vor der Abreise, um Impfschemata rechtzeitig abschließen zu können.
Ja, sie können simultan an verschiedenen Körperstellen verabreicht werden. Erfolgt die Gabe nicht am selben Tag, muss ein Abstand von mindestens 4 Wochen eingehalten werden.
Nein, die WHO empfiehlt die Malaria-Impfstoffe (RTS,S/AS01, R21/Matrix-M) nicht für Reisende. Es sollte weiterhin eine medikamentöse Chemoprophylaxe erfolgen.
Es werden zwei Dosen subkutan im Abstand von 3 Monaten verabreicht. Der Abstand sollte nicht verkürzt werden.
Saudi-Arabien verlangt unter anderem den Nachweis von Impfungen gegen Meningokokken, Polio, Gelbfieber und saisonale Influenza.

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