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NICE

Impfquoten steigern: NICE-Leitlinie zur Impfbereitschaft

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf NICE Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Jede impfende Organisation benötigt einen benannten Impfbeauftragten (named vaccination lead).
  • Opportunistische Impfungen sollen bei jedem Patientenkontakt (z. B. Vorsorge, chronische Erkrankungen) geprüft und angeboten werden.
  • Bei unklarer Impfhistorie ist der Patient als ungeimpft zu betrachten und ein vollständiger Impfplan zu erstellen.
  • Impfdaten müssen zeitnah dokumentiert werden (Hausärzte innerhalb von 2 Wochen, CHIS innerhalb von 5 Tagen).
  • Erinnerungssysteme und Eskalationsstufen sind essenziell für Patienten, die nicht auf initiale Einladungen reagieren.
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Hintergrund

Die NICE-Leitlinie NG218 befasst sich mit Strategien zur Steigerung der Impfquoten in der Allgemeinbevölkerung. Ziel ist es, den Zugang zu Impfungen zu erleichtern, Barrieren abzubauen und durch systematische Einladungs- und Erinnerungsprozesse die Durchimpfungsrate zu maximieren.

Organisation und Zugänglichkeit

Jede Organisation, die Impfungen anbietet oder organisiert, muss einen benannten Impfbeauftragten ernennen. Dieser ist verantwortlich für die Aktualisierung der Impfregister, die Identifikation berechtigter Personen und die Koordination der Einladungen.

Um die Zugänglichkeit zu verbessern, müssen lokale Barrieren und Risikogruppen identifiziert und gezielt adressiert werden:

KategorieBeispiele für Barrieren und Risikogruppen
Systemische BarrierenUnflexible Klinikzeiten, Sprach- und Leseprobleme, zu kurze Konsultationszeiten
Individuelle BarrierenNadelphobie, sensorische Einschränkungen, Skepsis gegenüber Impfstoffen
RisikogruppenObdachlose, Migranten, Asylbewerber, Menschen ohne Hausarztanbindung
Spezifische PopulationenRoma/Sinti, orthodoxe Religionsgemeinschaften, Pflegekinder

Identifikation und opportunistisches Impfen

Jeder Kontakt mit dem Gesundheitssystem sollte genutzt werden, um den Impfstatus zu prüfen. Wenn keine verlässliche (schriftliche oder mündliche) Impfhistorie vorliegt, ist der Patient als ungeimpft zu betrachten und ein vollständiger Impfplan zu planen.

Situation / SettingMaßnahme
HausarztpraxisPrüfung bei Neuanmeldung, Gesundheits-Checks und chronischen Erkrankungen
Krankenhaus / NotaufnahmeImpfstatus bei Aufnahme, Entlassung oder in Spezialambulanzen prüfen
ApothekenAnsprache bei Medikamenten-Reviews oder Rezeptabholung
SchwangerschaftHebammen prüfen Pertussis-Impfstatus (nach der 20. Woche)

Dokumentation und Datenmanagement

Eine präzise und zeitnahe Dokumentation ist entscheidend, um Doppelimpfungen zu vermeiden und Erinnerungssysteme effektiv zu nutzen. Impfungen müssen mit Dosis, Chargennummer, Verfallsdatum, Impfstoffname, Datum, Route und Applikationsort dokumentiert werden.

AkteurFrist zur DatenaktualisierungBemerkung
CHIS (Child Health Info)Innerhalb von 5 TagenBei neuen Informationen zum Impfstatus
HausarztpraxenInnerhalb von 2 WochenAbgleich mit externen Impfdaten
Impfende StellenInnerhalb von 5 WerktagenMeldung an Hausarzt oder CHIS

Einladungen, Erinnerungen und Eskalation

Einladungen sollten in der bevorzugten Sprache und dem bevorzugten Format des Patienten erfolgen. Reagieren Patienten nicht, greift ein Eskalationsschema:

  • Kinder unter 1 Jahr: Erinnerung und Gesprächsangebot, wenn die Impfung 2 Wochen überfällig ist.
  • Kinder über 1 Jahr: Erinnerung und Gesprächsangebot, wenn die Impfung 3 Monate überfällig ist.
  • Schulkinder: Bei fehlender Rückmeldung der Einverständniserklärung telefonische Einholung der mündlichen Zustimmung durch die Eltern. Jugendliche unter 16 Jahren können bei festgestellter Einsichtsfähigkeit (Gillick-Kompetenz) selbst einwilligen.
  • Erwachsene und Schwangere: Direkte Kontaktaufnahme (z. B. telefonisch) bei ausbleibender Reaktion auf Erinnerungen.

Wichtig: Bei Ablehnung einer Impfung muss der Grund (falls angegeben) dokumentiert werden. Dem Patienten ist mitzuteilen, wie er die Impfung zu einem späteren Zeitpunkt unkompliziert nachholen kann.

💡Praxis-Tipp

Nutzen Sie jeden Patientenkontakt (z. B. bei der Rezeptausgabe oder Blutentnahme) für einen kurzen Check des Impfpasses. Gehen Sie bei unklarer oder fehlender Dokumentation stets davon aus, dass der Patient ungeimpft ist, und leiten Sie eine Grundimmunisierung ein.

Häufig gestellte Fragen

Wenn keine verlässliche mündliche oder schriftliche Dokumentation vorliegt, wird der Patient als ungeimpft betrachtet und ein vollständiger Impfplan gestartet.
Jede Einrichtung sollte einen benannten Impfbeauftragten (named vaccination lead) haben, der für Einladungen, Erinnerungen und den Datenabgleich verantwortlich ist.
Hausarztpraxen sollten ihre Impfregister innerhalb von 2 Wochen nach Erhalt neuer Informationen aktualisieren.
Bei Kindern unter 1 Jahr sollte bereits nach 2 Wochen Verzögerung aktiv das Gespräch mit den Eltern gesucht werden.
Ja, sofern der impfende Arzt die sogenannte Einsichtsfähigkeit (Gillick-Kompetenz) feststellt, können Jugendliche selbst einwilligen.

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