WHO2021

WASH-Situationsanalyse: Hygiene und Versorgungsqualität

Diese Leitlinie stammt aus 2021 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: WHO (2021)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die WHO-Leitlinie (2021) beschreibt einen methodischen Ansatz zur Durchführung einer nationalen Situationsanalyse von Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene (WASH) in Gesundheitseinrichtungen. Eine angemessene WASH-Infrastruktur gilt als Grundvoraussetzung für eine qualitativ hochwertige Patientenversorgung und Infektionsprävention.

Laut Leitlinie stellt die Situationsanalyse den ersten von acht praktischen Schritten dar, um WASH-Dienstleistungen nachhaltig zu verbessern. Sie dient dazu, politische Lücken zu identifizieren, das Bewusstsein für bestehende Probleme zu schärfen und gezielte Interventionen zu planen.

Die Analyse zielt darauf ab, evidenzbasierte Daten für die Entwicklung einer kostengedeckten Roadmap zu liefern. Dadurch sollen nationale Ziele zur Erreichung einer universellen Gesundheitsversorgung (UHC) unterstützt werden.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die Durchführung der Situationsanalyse:

Vorbereitung und Rahmenbedingungen

Es wird empfohlen, den Umfang, die Methodik und die Verantwortlichkeiten vorab klar zu definieren. Die Analyse sollte als regierungsgesteuerter Prozess ablaufen, bei dem eine federführende Behörde die Koordination übernimmt.

Laut Leitlinie ist die Bereitstellung ausreichender personeller und finanzieller Ressourcen für den gesamten Zeitraum entscheidend.

Analyse des förderlichen Umfelds

Die Leitlinie empfiehlt eine umfassende Überprüfung der politischen Rahmenbedingungen, Standards und institutionellen Vereinbarungen. Hierbei sollen sowohl förderliche Faktoren als auch bestehende Barrieren identifiziert werden.

Für die Bewertung der Indikatoren wird folgendes Klassifikationssystem empfohlen:

Bewertung (Ampelsystem)Bedeutung
GrünSpezifische Aspekte sind vollständig vorhanden
OrangeAspekte sind teilweise vorhanden oder weisen signifikante Mängel auf
RotSpezifische Aspekte sind nicht vorhanden

Zusätzlich wird die Durchführung von halbstrukturierten Interviews mit Experten und Stakeholdern auf allen Ebenen des Gesundheitssystems empfohlen.

Beurteilung der Gesundheitseinrichtungen

Es wird empfohlen, Begehungen (Walk-through-Assessments) in einer repräsentativen Auswahl von Gesundheitseinrichtungen durchzuführen. Diese dienen der Validierung von Überwachungsdaten und der Überprüfung der Richtlinienumsetzung.

Bei den Begehungen sollen folgende Kernbereiche beurteilt werden:

  • Wasserversorgung (Verfügbarkeit, Menge, Qualität)

  • Sanitäranlagen (Zugänglichkeit, Nutzbarkeit, Geschlechtertrennung)

  • Hygiene (Handhygiene am Point-of-Care, Seife, Desinfektionsmittel)

  • Abfallmanagement (Trennung, Lagerung, Entsorgung)

  • Umgebungsreinigung und Desinfektion

Auswertung und Dissemination

Die Leitlinie empfiehlt, die gesammelten Daten systematisch auszuwerten und klare Empfehlungen für das weitere Vorgehen zu formulieren. Die Ergebnisse sollten im Rahmen einer Konsultation mit allen beteiligten Akteuren diskutiert und validiert werden.

Abschließend wird empfohlen, die Erkenntnisse als Grundlage für die Entwicklung einer nationalen, kostengedeckten Roadmap zu nutzen.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie weist darauf hin, dass Begehungen von Gesundheitseinrichtungen nicht als Ersatz für umfassende Überwachungssysteme dienen, sondern lediglich eine Momentaufnahme zur Validierung anderer Datenquellen darstellen. Es wird zudem betont, dass bei der Datenerhebung durch Interviews kulturelle Barrieren berücksichtigt werden müssen, da in einigen Regionen eine offene Kritik an Autoritäten unüblich ist.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie können Einschränkungen durch Online-Umfragen, Telefoninterviews und eine Reduzierung der Vor-Ort-Begehungen abgemildert werden. Es wird empfohlen, verstärkt auf lokale Ressourcen wie Gemeindegesundheitsarbeiter zurückzugreifen.

Die Leitlinie empfiehlt, dass eine staatliche Stelle, wie beispielsweise das Gesundheitsministerium oder eine nationale Gesundheitsbehörde, die Federführung übernimmt. Eine enge Zusammenarbeit mit anderen Sektoren wie Wasser- und Umweltbehörden wird dabei als essenziell erachtet.

Erfahrungsgemäß nimmt eine umfassende Analyse laut Leitlinie etwa drei Monate in Anspruch. Es wird darauf hingewiesen, dass ausreichend Zeit für die Dokumentenprüfung und die Einbindung der verschiedenen Akteure eingeplant werden muss.

Es wird empfohlen, mindestens die Hauptpatientenbereiche wie Ambulanz, Entbindungsstation und Chirurgie zu begehen. Zudem müssen die Infrastrukturen für Wasser, Sanitäranlagen, Handhygiene und Abfallentsorgung inspiziert werden.

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Quelle: Understanding barriers to quality of care: An approach for conducting a situational analysis of water, sanitation and hygiene (WASH) and quality in health care facilities (WHO, 2021). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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