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WHO2020

Klimaresiliente Gesundheitseinrichtungen: WHO-Leitlinie

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf WHO Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Gesundheitseinrichtungen müssen sich an klimabedingte Schocks anpassen und gleichzeitig ihre eigenen Umweltauswirkungen minimieren.
  • Vier Grundvoraussetzungen sind essenziell: Gesundheitspersonal, Wasser/Sanitärversorgung (WASH), Energie sowie Infrastruktur und Technologien.
  • Extreme Wetterereignisse gefährden die Infrastruktur, unterbrechen Lieferketten und erhöhen das Aufkommen klimasensibler Krankheiten.
  • Umweltfreundliche Maßnahmen umfassen die Reduktion von Treibhausgasen, nachhaltige Beschaffung und sicheres Abfallmanagement.
  • Die Umsetzung erfordert ein multisektorales Team zur Bewertung der Ausgangslage und Identifikation von Schwachstellen durch Stresstests.
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Hintergrund

Gesundheitseinrichtungen sind zunehmend durch den Klimawandel bedroht und tragen gleichzeitig durch Treibhausgasemissionen und Abfallproduktion selbst zur Umweltbelastung bei. Die WHO-Leitlinie zielt darauf ab, Einrichtungen klimaresilient und ökologisch nachhaltig zu gestalten. Klimaresilienz bedeutet die Fähigkeit, klimabedingte Schocks und Stressfaktoren zu antizipieren, darauf zu reagieren und sich anzupassen. Ökologische Nachhaltigkeit erfordert die Optimierung des Ressourcenverbrauchs und die Minimierung von Umweltbelastungen.

Vier Grundvoraussetzungen für sichere Versorgung

Die Leitlinie definiert vier Kernbereiche, die für die Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung unter klimatischen Belastungen essenziell sind:

BereichBeschreibungBemerkung
GesundheitspersonalAusreichend qualifiziertes Personal mit sicheren Arbeitsbedingungen.Muss über Umweltrisiken informiert und handlungsfähig sein.
WASH & AbfallmanagementNachhaltiges Management von Wasser, Sanitäranlagen und medizinischen Abfällen.Essenziell für Infektionsprävention und Ausbruchskontrolle.
EnergieZuverlässige und nachhaltige Energiedienstleistungen.Notwendig für Kühlung, Sterilisation und medizinische Geräte.
Infrastruktur & TechnologieAngemessene Gebäude, Technologien, Produkte und Prozesse.Umfasst auch nachhaltige Lieferketten und Bauweisen.

Klimabedingte Risiken für Gesundheitseinrichtungen

Extreme Wetterereignisse und schleichende Klimaveränderungen haben direkte und indirekte Auswirkungen auf den Klinikbetrieb:

KlimaeffektGesundheitsrisikoKonsequenzen für die Einrichtung
Hitzewellen & DürrenHitzschlag, Exazerbation kardiovaskulärer Erkrankungen.Erhöhter Energie- und Wasserbedarf, Überlastung der Kapazitäten.
Starkregen & ÜberschwemmungenWasser- und lebensmittelübertragene Krankheiten (z. B. Cholera).Ausfall der Wasserversorgung, Schäden an Infrastruktur und Geräten.
Veränderte VektorenverbreitungZunahme von vektorübertragenen Krankheiten (z. B. Malaria, Dengue).Unerwartete Ausbrüche, erhöhter Bedarf an Überwachungssystemen.

Umweltauswirkungen durch den Klinikbetrieb

Einrichtungen müssen ihre eigenen negativen Auswirkungen auf die Umwelt und die Gesundheit der Gemeinschaft reduzieren:

UmweltaspektRisikoAuswirkungen auf die Einrichtung
WasserÜbermäßiger Verbrauch und ineffiziente Nutzung führen zu Wasserknappheit.Einschränkung von Hygienemaßnahmen und medizinischen Prozeduren.
Medizinischer Abfall & ChemikalienUnzureichend behandelter Abfall, Exposition gegenüber gefährlichen Chemikalien.Erhöhtes Risiko für Infektionen, Vergiftungen und Verletzungen beim Personal.
Energie & EmissionenNutzung fossiler Brennstoffe führt zu Luftverschmutzung und Treibhausgasen.Langfristige Gesundheitsschäden beim Personal und in der Bevölkerung.
BeschaffungUnsichere und nicht nachhaltige Lieferketten.Erhöhtes Abfallaufkommen und Umweltverschmutzung.

Instrumente und Umsetzung

Um die Klimaresilienz zu stärken, empfiehlt die WHO verschiedene Instrumente:

  • Stresstests: Szenariobasierte Simulationen (z. B. für Überschwemmungen), um Schwachstellen der Einrichtung zu identifizieren.
  • Hospital Safety Index (HSI): Ein schnelles und kostengünstiges Diagnosetool zur Bewertung der strukturellen und funktionalen Sicherheit eines Krankenhauses bei Notfällen.
  • WASH FIT: Ein Instrument zur Verbesserung von Wasser, Sanitärversorgung und Hygiene, um Einrichtungen sicherer und umweltfreundlicher zu machen.

Schritte zur Implementierung:

  1. Multisektorales Team bilden: Einbindung von Klinikmanagement, Personal und externen Akteuren (z. B. Kommunalverwaltung).
  2. Ausgangslage ermitteln (Baseline): Bewertung der aktuellen Klimaresilienz und ökologischen Nachhaltigkeit der Einrichtung.

💡Praxis-Tipp

Führen Sie regelmäßige Stresstests für extreme Wetterereignisse (z. B. Hitzewellen oder Stromausfälle) durch und nutzen Sie den Hospital Safety Index (HSI), um die strukturelle und funktionale Sicherheit Ihres Krankenhauses kostengünstig zu bewerten.

Häufig gestellte Fragen

Gesundheitspersonal, Wasser/Sanitärversorgung/Abfallmanagement (WASH), Energie sowie Infrastruktur und Technologien.
Durch extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen oder Überschwemmungen kommt es zu Infrastrukturschäden, Stromausfällen, Lieferkettenunterbrechungen und einem plötzlichen Anstieg der Patientenzahlen.
Ein von der WHO empfohlenes Diagnosetool, um die Wahrscheinlichkeit zu bewerten, ob ein Krankenhaus während eines Notfalls oder einer Katastrophe funktionsfähig bleibt.
Unsachgemäß behandelter medizinischer Abfall und Chemikalien führen zu Umweltverschmutzung, Treibhausgasemissionen und direkten Gesundheitsrisiken (Infektionen, Vergiftungen) für Personal und Bevölkerung.

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