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Screening auf Partnerschaftsgewalt & Missbrauch (USPSTF)

KI-generierte Zusammenfassung · Basiert auf USPSTF Leitlinie · Erstellt: April 2026 · Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

📋Auf einen Blick

  • Ein Screening auf Partnerschaftsgewalt (IPV) wird für Frauen im gebärfähigen Alter empfohlen (Empfehlungsgrad B).
  • Die Empfehlung schließt schwangere und postpartale Jugendliche sowie Erwachsene explizit mit ein.
  • Bei positivem IPV-Screening sollen multikomponente Interventionen angeboten oder vermittelt werden.
  • Für das Screening auf Missbrauch bei asymptomatischen älteren oder vulnerablen Erwachsenen ist die Evidenz unzureichend (I-Statement).
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Hintergrund

Partnerschaftsgewalt (Intimate Partner Violence, IPV) betrifft Millionen von Menschen und bleibt im klinischen Alltag oft unerkannt. Ebenso ist der Missbrauch von älteren oder vulnerablen Erwachsenen durch Betreuungspersonen (Caregiver) oder andere Vertrauenspersonen häufig. Diese Gewaltformen können zu erheblichen Verletzungen, langfristigen negativen gesundheitlichen Folgen oder sogar zum Tod führen. Die US Preventive Services Task Force (USPSTF) hat die Evidenz zum Nutzen und Schaden eines systematischen Screenings in der Primärversorgung evaluiert.

Empfehlungen zum Screening

Die USPSTF unterscheidet in ihrer Leitlinie klar zwischen zwei Zielgruppen und kommt zu unterschiedlichen Bewertungen hinsichtlich des Nutzens:

ZielgruppeScreening-FokusEmpfehlungEmpfehlungsgrad
Frauen im gebärfähigen Alter (inkl. schwangere/postpartale Jugendliche und Erwachsene)Partnerschaftsgewalt (IPV)Screening durchführen. Der Nettonutzen wird als moderat eingestuft.B
Ältere oder vulnerable Erwachsene (ohne erkennbare Anzeichen von Missbrauch/Vernachlässigung)Missbrauch und Vernachlässigung durch BetreuungspersonenAktuelle Evidenz ist unzureichend, um das Verhältnis von Nutzen und Schaden zu beurteilen.I

Maßnahmen bei positivem Screening

  • Bei einem positiven Screening auf Partnerschaftsgewalt (IPV) bei Frauen im gebärfähigen Alter müssen multikomponente Interventionen bereitgestellt werden.
  • Alternativ sollen die betroffenen Patientinnen an entsprechende Fachstellen überwiesen werden.

💡Praxis-Tipp

Integrieren Sie ein routinemäßiges Screening auf Partnerschaftsgewalt bei allen Frauen im gebärfähigen Alter (insbesondere in der Schwangeren- und Wochenbettbetreuung) und halten Sie lokale Kontaktadressen für Hilfsangebote griffbereit.

Häufig gestellte Fragen

Frauen im gebärfähigen Alter, einschließlich schwangerer und postpartaler Jugendlicher und Erwachsener.
Die USPSTF vergibt hierfür eine B-Empfehlung, da ein moderater Nettonutzen festgestellt wurde.
Bei älteren oder vulnerablen Erwachsenen ohne erkennbare Symptome ist die Evidenz aktuell unzureichend (I-Statement), um ein Routine-Screening zu empfehlen.
Den Betroffenen sollten multikomponente Interventionen direkt angeboten oder durch Überweisung vermittelt werden.

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