USPSTF Leitlinie: Screening auf Depression und Suizidrisiko
📋Auf einen Blick
- •Die USPSTF empfiehlt das Screening auf Depressionen bei allen asymptomatischen Erwachsenen ab 19 Jahren (Empfehlungsgrad B).
- •Die Empfehlung schließt schwangere und postpartale Personen sowie ältere Erwachsene ab 65 Jahren explizit ein.
- •Für ein allgemeines Screening auf Suizidrisiko reicht die aktuelle Evidenz nicht aus (I-Statement).
Hintergrund
Die Major Depression (MDD) ist eine häufige psychische Erkrankung in den USA, die erhebliche Auswirkungen auf das Leben der Betroffenen haben kann. Unbehandelt kann sie die alltägliche Funktionsfähigkeit beeinträchtigen. Zudem ist sie mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse, der Verschlechterung von Begleiterkrankungen sowie einer erhöhten Mortalität assoziiert.
Die US Preventive Services Task Force (USPSTF) hat die Evidenz zu Nutzen und Risiken eines Screenings im hausärztlichen Bereich (Primary Care) systematisch bewertet.
Zielgruppe
Die Empfehlungen richten sich an asymptomatische Erwachsene ab 19 Jahren. Dies schließt explizit folgende Gruppen ein:
- Schwangere Personen
- Postpartale Personen
- Ältere Erwachsene (definiert als Personen ab 65 Jahren)
Empfehlungen zum Screening
Die USPSTF kommt zu unterschiedlichen Schlüssen bezüglich des Screenings auf Depressionen und des Screenings auf Suizidrisiko. Die Empfehlungen gelten für das Setting der Primärversorgung.
| Screening-Ziel | Zielgruppe | Empfehlungsgrad | Begründung / Evidenz |
|---|---|---|---|
| Depression (MDD) | Alle Erwachsenen (inkl. Schwangere, Postpartale, ab 65 J.) | B-Empfehlung | Die USPSTF schließt mit moderater Sicherheit auf einen moderaten Nettonutzen des Screenings. |
| Suizidrisiko | Alle Erwachsenen (inkl. Schwangere, Postpartale, ab 65 J.) | I-Statement | Die aktuelle Evidenz ist unzureichend, um das Verhältnis von Nutzen und Risiken eines Screenings zu beurteilen. |
💡Praxis-Tipp
Integrieren Sie ein standardisiertes Depressions-Screening in die hausärztliche Routine bei allen Erwachsenen, einschließlich Schwangeren und Senioren. Ein isoliertes Screening auf Suizidrisiko bei asymptomatischen Patienten wird mangels Evidenz derzeit nicht routinemäßig empfohlen.