Screening auf Angststörungen bei Kindern: USPSTF-Leitlinie
📋Auf einen Blick
- •Etwa 7,8 % der Kinder und Jugendlichen (3-17 Jahre) sind von einer aktuellen Angststörung betroffen.
- •Ein routinemäßiges Screening wird für Kinder und Jugendliche zwischen 8 und 18 Jahren empfohlen (Empfehlungsgrad B).
- •Für Kinder von 7 Jahren oder jünger ist die Evidenz für ein Screening derzeit unzureichend (I-Statement).
- •Die Empfehlungen gelten ausschließlich für asymptomatische Personen ohne bereits diagnostizierte Angststörung.
Hintergrund
Angststörungen gehören zu den häufigsten psychischen Erkrankungen in den USA. Sie umfassen eine Gruppe verwandter Erkrankungen, die durch übermäßige Angst oder Sorge gekennzeichnet sind und sich durch emotionale sowie physische Symptome äußern.
Laut dem National Survey of Children's Health (2018-2019) weisen 7,8 % der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 bis 17 Jahren eine aktuelle Angststörung auf. Unbehandelt sind Angststörungen in der Kindheit und Jugend mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für zukünftige Angststörungen oder Depressionen assoziiert.
Zielgruppe für das Screening
Die Empfehlungen der US Preventive Services Task Force (USPSTF) richten sich an eine spezifische pädiatrische Population:
- Kinder und Jugendliche im Alter von 18 Jahren oder jünger
- Keine bereits diagnostizierte Angststörung
- Keine erkennbaren Anzeichen oder Symptome einer Angststörung (asymptomatische Patienten)
Screening-Empfehlungen
Die USPSTF bewertet den Nettonutzen des Screenings je nach Altersgruppe unterschiedlich. Für die Altersgruppe der 8- bis 18-Jährigen wird mit moderater Sicherheit ein moderater Nettonutzen festgestellt.
| Altersgruppe | Empfehlung | Empfehlungsgrad | Bemerkung |
|---|---|---|---|
| 8 bis 18 Jahre | Screening auf Angststörungen wird empfohlen | Grad B | Moderater Nettonutzen belegt |
| 7 Jahre oder jünger | Evidenz unzureichend | I-Statement | Balance aus Nutzen und Schaden aktuell nicht beurteilbar |
💡Praxis-Tipp
Integrieren Sie ein routinemäßiges Screening auf Angststörungen bei allen asymptomatischen pädiatrischen Patienten zwischen 8 und 18 Jahren in die regulären Vorsorgeuntersuchungen.