Genitalherpes Screening: USPSTF Leitlinie 2023
📋Auf einen Blick
- •Die USPSTF spricht sich gegen ein Routine-Screening auf Genitalherpes bei asymptomatischen Personen aus (Empfehlungsgrad D).
- •Dies gilt für Jugendliche, Erwachsene und explizit auch für Schwangere ohne Symptome oder bekannte Anamnese.
- •Die potenziellen Schäden eines bevölkerungsbasierten Screenings überwiegen den Nutzen.
- •Bei Schwangeren mit Läsionen oder Prodromalsymptomen kann eine Kaiserschnittentbindung das Übertragungsrisiko auf das Neugeborene senken.
Hintergrund
Genitalherpes ist eine häufige sexuell übertragbare Infektion, die durch die beiden verwandten Viren Herpes simplex Typ 1 (HSV-1) und Herpes simplex Typ 2 (HSV-2) verursacht wird. Die Infektion ist lebenslang, da es derzeit keine Heilung für eine HSV-Infektion gibt. Antivirale Medikamente können jedoch bei symptomatischen Personen einen klinischen Nutzen bieten.
Eine Übertragung von HSV von einer schwangeren Person auf das Neugeborene ist möglich und findet am häufigsten während der Entbindung statt. Eine neonatale Herpesinfektion ist zwar selten, kann aber zu erheblicher Morbidität und Mortalität führen. Wenn genitale Läsionen oder Prodromalsymptome vorliegen, kann eine Kaiserschnittentbindung das Risiko einer Übertragung verringern.
Zielgruppe
Die Empfehlungen der USPSTF richten sich an folgende asymptomatische Personengruppen ohne bekannte Anamnese, Anzeichen oder Symptome einer genitalen HSV-Infektion:
- Jugendliche
- Erwachsene
- Schwangere Personen
Empfehlung zum Screening
Die US Preventive Services Task Force (USPSTF) hat ihre Empfehlung aus dem Jahr 2016 nach einer systematischen Bewertung der Evidenz zu Genauigkeit, Nutzen und Risiken eines routinemäßigen serologischen Screenings auf HSV-2 bekräftigt.
| Zielgruppe | Empfehlung | Empfehlungsgrad | Begründung |
|---|---|---|---|
| Asymptomatische Jugendliche, Erwachsene und Schwangere | Kein routinemäßiges serologisches Screening auf genitale HSV-Infektionen | D | Die USPSTF kommt mit moderater Sicherheit zu dem Schluss, dass bei einem bevölkerungsbasierten Screening die potenziellen Schäden den Nutzen überwiegen. |
💡Praxis-Tipp
Verzichten Sie auf serologische HSV-Routinetests bei asymptomatischen Patienten und Schwangeren. Achten Sie bei Schwangeren stattdessen klinisch auf genitale Läsionen oder Prodromalsymptome zur Indikationsstellung einer Sectio.