Genitalherpes-Screening: USPSTF-Leitlinie
📋Auf einen Blick
- •Genitalherpes betrifft in den USA fast 1 von 6 Personen im Alter von 14 bis 49 Jahren.
- •Die USPSTF empfiehlt kein routinemäßiges serologisches Screening auf Genitalherpes bei asymptomatischen Personen.
- •Diese Empfehlung gegen das Screening (Empfehlungsgrad D) schließt auch Schwangere ausdrücklich mit ein.
- •Die potenziellen Schäden eines Screenings überwiegen laut Evidenz den Nutzen.
Hintergrund
Genitalherpes ist eine in den USA sehr häufige sexuell übertragbare Infektion, von der fast 1 von 6 Personen im Alter von 14 bis 49 Jahren betroffen ist. Die Infektion wird durch zwei Subtypen des Herpes-simplex-Virus (HSV) verursacht: HSV-1 und HSV-2.
Antivirale Medikamente können bei Ausbrüchen eine symptomatische Linderung verschaffen, heilen die HSV-Infektion jedoch nicht. Eine neonatale Herpesinfektion ist zwar selten, kann aber zu erheblicher Morbidität und Mortalität führen.
Screening-Empfehlung
Die US Preventive Services Task Force (USPSTF) hat die Evidenz zur Genauigkeit, zum Nutzen und zu den Risiken eines serologischen Screenings auf HSV-2-Infektionen bei asymptomatischen Personen untersucht. Basierend auf dem natürlichen Verlauf der HSV-Infektion, der Epidemiologie und der Testgenauigkeit kommt die USPSTF zu dem Schluss, dass die potenziellen Schäden eines Screenings den Nutzen überwiegen.
- Die USPSTF empfiehlt, kein routinemäßiges serologisches Screening auf genitale HSV-Infektionen bei asymptomatischen Jugendlichen und Erwachsenen durchzuführen.
- Diese Empfehlung schließt schwangere Personen ausdrücklich mit ein.
| Population | Empfehlung | Empfehlungsgrad |
|---|---|---|
| Asymptomatische Jugendliche und Erwachsene | Kein Routine-Screening auf HSV | D |
| Asymptomatische Schwangere | Kein Routine-Screening auf HSV | D |
💡Praxis-Tipp
Verzichten Sie im klinischen Alltag auf ein routinemäßiges serologisches HSV-Screening bei asymptomatischen Patienten. Dies gilt auch im Rahmen der Schwangerschaftsvorsorge, da die potenziellen Schäden den Nutzen überwiegen.