HIV-Screening: USPSTF-Leitlinie (2019)
📋Auf einen Blick
- •Ein routinemäßiges HIV-Screening wird für alle Personen zwischen 15 und 65 Jahren empfohlen (Empfehlungsgrad A).
- •Jüngere (<15 Jahre) und ältere Personen (>65 Jahre) sollten bei erhöhtem Risiko ebenfalls gescreent werden.
- •Alle Schwangeren müssen gescreent werden, auch bei Erstvorstellung unter der Geburt mit unbekanntem Status (Empfehlungsgrad A).
- •Eine frühe antiretrovirale Therapie (ART) senkt Morbidität, Mortalität und das Transmissionsrisiko signifikant.
Hintergrund
In den USA leben etwa 1,1 Millionen Menschen mit HIV. Die Prävalenz bei Personen ab 13 Jahren liegt bei 0,4 %. Da die Daten der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) zeigen, dass die Zahl der Neudiagnosen ab einem Alter von 15 Jahren signifikant ansteigt, hat die USPSTF ihre Empfehlungen zum HIV-Screening aktualisiert.
Empfehlungen zum HIV-Screening
Die USPSTF spricht für das HIV-Screening eine starke Empfehlung aus (Empfehlungsgrad A). Die aktuellen Tests zur Diagnose einer HIV-Infektion weisen eine sehr hohe Genauigkeit auf.
| Patientengruppe | Screening-Empfehlung | Bemerkung |
|---|---|---|
| Jugendliche & Erwachsene (15–65 Jahre) | Generelles Screening empfohlen | Unabhängig vom individuellen Risikoprofil |
| Jüngere (<15) & Ältere (>65) | Screening bei erhöhtem Risiko | Individuelle Risikoevaluation erforderlich |
| Schwangere | Generelles Screening empfohlen | Schließt Personen ein, die sich erst unter der Geburt vorstellen und deren Status unbekannt ist |
Nutzen der Früherkennung und Therapie
Die Identifikation und frühe Behandlung einer HIV-Infektion bietet substanzielle Vorteile. Der Nettonutzen des Screenings wird von der USPSTF mit hoher Sicherheit als substanziell eingestuft:
- Reduktion von Morbidität und Mortalität: Senkung des Risikos für AIDS-assoziierte Ereignisse und Tod.
- Infektionsschutz: Die antiretrovirale Therapie (ART) senkt das Risiko der HIV-Übertragung auf nicht-infizierte Sexualpartner signifikant.
- Prävention der vertikalen Transmission: Die Behandlung von Schwangeren mit HIV reduziert die Rate der Mutter-Kind-Übertragung (während Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit) erheblich.
Risiken der antiretroviralen Therapie (ART)
Obwohl der Nutzen überwiegt, ist die ART mit gewissen Risiken verbunden, über die aufgeklärt werden sollte:
- Neuropsychiatrische Nebenwirkungen
- Renale und hepatische Toxizität
- Erhöhtes Risiko für Frühgeburten bei Schwangeren
💡Praxis-Tipp
Denken Sie an das HIV-Screening bei allen Schwangeren, selbst wenn diese sich erst unter der Geburt im Kreißsaal vorstellen und der HIV-Status bisher unbekannt ist.