Unterkieferprotrusionsschiene (UPS): Indikation bei OSA
Hintergrund
Die S1-Leitlinie der AWMF behandelt die Anwendung der Unterkieferprotrusionsschiene (UPS) in der zahnärztlichen Schlafmedizin bei Erwachsenen. Sie richtet sich an Zahnärzte zur Behandlung der obstruktiven Schlafapnoe (OSA) und des Schnarchens.
Die Prävalenz der OSA ist in der Bevölkerung hoch, wobei die UPS-Therapie eine wirksame und nebenwirkungsarme Alternative zur Positivdrucktherapie (CPAP) darstellt. Laut Leitlinie weist die UPS eine höhere Therapieadhärenz auf, was zu einer vergleichbaren klinischen Effektivität führt.
Der Wirkmechanismus beruht auf der Vorverlagerung des Unterkiefers. Dies führt zu einer Spannung der suprahyoidalen Gewebe und vergrößert sowie stabilisiert den Atemweg auf Höhe des Velums, des Zungengrundes und der Epiglottis.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie betont die Wichtigkeit von morgendlichen kiefergymnastischen Übungen zur Vermeidung von muskulären Beschwerden und Okklusionsstörungen. Es wird empfohlen, Patienten anzuweisen, nach dem Herausnehmen der Schiene den Unterkiefer aktiv in die ursprüngliche Bissposition zurückzuführen. Dies erhöht die Therapieadhärenz und minimiert das Risiko für dauerhafte Kiefergelenksbeschwerden.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie sollen ausschließlich laborgefertigte, individuell angepasste und bimaxillär verankerte Zweischienensysteme (Biblock) verwendet werden. Konfektionierte "Boil and Bite"-Schienen werden für die Langzeittherapie ausdrücklich nicht empfohlen.
Es wird empfohlen, von der maximalen aktiven Retrusionsposition auszugehen. Die Startposition sollte bei etwa 50 Prozent der maximalen Protrusionskapazität liegen und für den Patienten spannungsfrei sein.
Die mechanische Nachjustierung der Schiene in Millimeterschritten obliegt ausschließlich dem Zahnarzt. Die Überprüfung der therapeutischen Wirksamkeit auf die Schlafapnoe muss jedoch durch einen Schlafmediziner erfolgen.
Die Leitlinie empfiehlt eine erste zahnärztliche Langzeitkontrolle nach sechs Monaten. Im weiteren Verlauf sollten die Kontrolluntersuchungen jährlich stattfinden, sofern keine akuten Beschwerden auftreten.
Bei muskulären Spannungsgefühlen oder Schmerzen in den Kiefergelenken wird die regelmäßige Durchführung von Kiefergymnastik empfohlen. Zudem kann die Protrusion der Schiene durch den Zahnarzt temporär um einen Millimeter nach posterior reduziert werden.
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Quelle: Die Unterkieferprotrusionsschiene (UPS): Anwendung in der zahnärztlichen Schlafmedizin beim Erwachsenen (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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