Ulcus cruris venosum: SEPS-Chirurgie und Indikation
Hintergrund
Dieser Artikel basiert auf einem Cochrane Review zur Behandlung des Ulcus cruris venosum. Venöse Beingeschwüre sind komplex, verursachen hohe Kosten und ihre Prävalenz wird mit einer alternden Bevölkerung voraussichtlich steigen.
Eine mögliche Ursache für diese Geschwüre ist die venöse Stauung. Die subfasziale endoskopische Perforansvenenchirurgie (SEPS) zielt darauf ab, diese Stauung zu behandeln, indem die Verbindung zwischen tiefen und oberflächlichen Venen (Perforansvenen) durchtrennt wird.
Der vorliegende Review untersucht den Nutzen und die Risiken der SEPS. Die Evidenzlage stützt sich auf vier randomisiert-kontrollierte Studien mit insgesamt 322 Teilnehmern.
Empfehlungen
Der Review kommt zu dem Schluss, dass die Rolle der SEPS bei der Behandlung venöser Beingeschwüre derzeit ungewiss ist. Es liegt ausschließlich Evidenz von niedriger oder sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit vor.
Vergleich der Interventionen
Die eingeschlossenen Studien untersuchten drei verschiedene Vergleiche. Die Ergebnisse stellen sich laut Review wie folgt dar:
| Intervention | Vergleichsgruppe | Heilungsrate | Rezidivrisiko | Unerwünschte Ereignisse |
|---|---|---|---|---|
| SEPS + Kompression | Kompressionstherapie | Mögliche Erhöhung nach 24 Monaten (niedrige Evidenz) | Ungewisser Effekt (sehr niedrige Evidenz) | Keine Daten |
| SEPS | Linton-Verfahren (offene OP) | Ungewisser Effekt (sehr niedrige Evidenz) | Ungewisser Effekt (sehr niedrige Evidenz) | Möglicherweise geringer bei SEPS (sehr niedrige Evidenz) |
| SEPS + Saphenachirurgie | Saphenachirurgie | Ungewisser Effekt (sehr niedrige Evidenz) | Ungewisser Effekt (sehr niedrige Evidenz) | Ungewisser Effekt (sehr niedrige Evidenz) |
Fehlende Endpunkte
Der Review bemängelt, dass in den eingeschlossenen Studien wichtige klinische Endpunkte nicht oder unzureichend erfasst wurden. Dazu zählen:
-
Zeit bis zur vollständigen Heilung
-
Gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQOL)
-
Schmerzintensität
-
Dauer des Krankenhausaufenthalts und Pflegebedarf
💡Praxis-Tipp
Der Review betont, dass der klinische Nutzen der SEPS aufgrund der mangelhaften Datenlage und kleiner Stichprobengrößen unklar bleibt. Es wird darauf hingewiesen, dass das offene Linton-Verfahren im Vergleich zur SEPS möglicherweise mit mehr unerwünschten Ereignissen einhergeht.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es Hinweise von niedriger Vertrauenswürdigkeit, dass die Kombination aus SEPS und Kompression die Heilungsrate nach 24 Monaten im Vergleich zur alleinigen Kompression erhöhen könnte.
Der Review stuft den Effekt der SEPS auf das Rezidivrisiko als ungewiss ein. Die verfügbare Evidenz ist von sehr niedriger Qualität.
Es gibt Hinweise von sehr niedriger Vertrauenswürdigkeit, dass das Linton-Verfahren möglicherweise mit mehr unerwünschten Ereignissen verbunden ist als die SEPS. Eine abschließende Bewertung ist laut Review jedoch nicht möglich.
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Quelle: Cochrane Review: Subfascial endoscopic perforator surgery (SEPS) for treating venous leg ulcers (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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