Transition Pädiatrie: Planung, Assessment & Epikrise
Hintergrund
Die Transition beschreibt den zielgerichteten, geplanten Übergang von Jugendlichen und jungen Erwachsenen mit chronischen Erkrankungen von der pädiatrischen in die erwachsenenorientierte Gesundheitsversorgung. Laut AWMF-S3-Leitlinie unterscheidet sich dieser Prozess vom bloßen Transfer, welcher lediglich die direkte, einmalige Übergabe des Patienten darstellt.
Ziel der strukturierten Transition ist es, eine kontinuierliche spezialisierte medizinische Betreuung sicherzustellen und Versorgungsabbrüche zu vermeiden. Bis zu 40 Prozent der jugendlichen Patienten verlieren während des Übergangs den Anschluss an eine Spezialversorgung, was zu erhöhter Morbidität führen kann.
Ein erfolgreicher Übergang ist erreicht, wenn der junge Erwachsene am Ende der Transitionsphase selbst zum Experten für seine Gesundheit geworden ist. Die Leitlinie betont die Wichtigkeit der Förderung von Gesundheitskompetenz und Eigenverantwortung.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt davor, den Transfer starr an den 18. Geburtstag zu koppeln, da dies häufig mit anderen weitreichenden Lebensveränderungen zusammenfällt und zu einer Destabilisierung führen kann. Es wird stattdessen empfohlen, den Zeitpunkt flexibel an die individuelle Reife des Jugendlichen anzupassen und eine stabile Krankheitsphase abzuwarten. Zudem wird betont, dass die Therapieverantwortung nicht abrupt, sondern schrittweise von den Eltern auf den Jugendlichen übergehen sollte.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie sollten Transitionsgespräche frühzeitig und entwicklungsangepasst beginnen. Es wird empfohlen, ab Beginn des Jugendalters, spätestens jedoch mit dem 16. Geburtstag, mit der Beratung zu starten.
Die Leitlinie empfiehlt eine strukturierte Zusammenfassung, die Informationen zur Erstdiagnose, dem Krankheits- und Behandlungsverlauf sowie Begleiterkrankungen enthält. Zudem sollten relevante Befunde, psychosoziale Informationen und konkrete Empfehlungen für die weitere Behandlung aufgeführt werden.
Bei jüngeren Jugendlichen sollen die Eltern laut Leitlinie zwingend in den Transitionsprozess einbezogen werden. Die Verantwortung für das Krankheitsmanagement sollte jedoch schrittweise von den Eltern auf den Jugendlichen übergehen, um dessen Eigenständigkeit zu fördern.
Es wird empfohlen, einen verantwortlichen Ansprechpartner zu benennen, der den Prozess begleitet und das Schnittstellenmanagement übernimmt. Dies muss nicht zwingend ein Arzt sein, sondern kann auch an qualifizierte Personen wie Transitionskoordinatoren oder Casemanager delegiert werden.
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Quelle: Transition von der Pädiatrie in die Erwachsenenmedizin (AWMF). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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