Transfettsäuren (TFA): Leitlinien zur Überwachung
Hintergrund
Die WHO-Leitlinie "REPLACE Module 4" bietet einen strategischen Rahmen zur weltweiten Eliminierung industriell hergestellter Transfettsäuren (TFA). Ein zentraler Baustein dieses Ziels ist die systematische Erfassung und Überwachung der TFA-Gehalte in Lebensmitteln und in der Bevölkerung.
Es ist für Länder entscheidend zu wissen, wie viel TFA konsumiert wird und in welchen Lebensmitteln diese vorkommen. Nur so lassen sich Fortschritte bei der Umsetzung von gesetzlichen oder regulatorischen Maßnahmen objektiv messen.
Die Überwachung dient primär drei Zielen: der Sensibilisierung der Öffentlichkeit, der Etablierung von Basiswerten für verschiedene Lebensmittelkategorien sowie der Kontrolle von Veränderungen im Zeitverlauf.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende methodische Ansätze zur Überwachung:
Arten der Überwachung
Es wird grundsätzlich zwischen der Überwachung von Lebensmitteln und der Erfassung in der Bevölkerung unterschieden. Die Lebensmittelanalyse wird als oberste Priorität für alle Länder eingestuft.
Folgende Überwachungsmethoden werden beschrieben:
| Überwachungsart | Methoden | Zielgrößen |
|---|---|---|
| Lebensmittel | Laboranalyse, Auswertung von Nährwertangaben | TFA-Gehalt nach Sektor, Identifikation von Hauptquellen, Compliance-Prüfung |
| Bevölkerung | Blutanalyse, Ernährungsfragebögen | Expositionslevel, Vergleich mit WHO-Zielen (unter 1% der Energieaufnahme) |
Schritte der Lebensmittelanalyse
Für die systematische Erfassung von Transfettsäuren in Lebensmitteln wird ein strukturiertes Vorgehen empfohlen. Zunächst muss das genaue Ziel der Untersuchung definiert werden, beispielsweise ob eine erste Sensibilisierung oder eine umfassende Compliance-Prüfung angestrebt wird.
Folgende Kernschritte werden für die Durchführung genannt:
-
Identifikation wahrscheinlicher TFA-Quellen (z. B. Backwaren, frittierte Speisen, Margarine)
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Sammlung von Daten aus Nährwertkennzeichnungen, sofern verfügbar
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Erstellung eines detaillierten Stichprobenplans nach Region, Lebensmittelsektor und Verkaufsstelle
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Physische Sammlung der Lebensmittelproben
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Laboranalytische Bestimmung von TFA und gesättigten Fettsäuren (SFA)
Bevölkerungsbezogene Erhebungen
Zur Erfassung der tatsächlichen TFA-Aufnahme in der Bevölkerung werden zwei primäre Ansätze beschrieben. Die Blutanalyse dient als direkter Biomarker für die TFA-Exposition und kann Veränderungen objektiv nachweisen.
Alternativ können Ernährungserhebungen genutzt werden. Diese erfordern jedoch detaillierte Befragungen und eine aktuelle Nährwertdatenbank, welche die TFA-Gehalte der konsumierten Lebensmittel präzise abbildet.
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass bei der Überwachung von Veränderungen im Zeitverlauf stets sowohl Transfettsäuren als auch gesättigte Fettsäuren (SFA) analysiert werden sollten. Dies dient der Kontrolle, ob Transfettsäuren tatsächlich durch gesündere ungesättigte Fettsäuren ersetzt werden.
Häufig gestellte Fragen
Zu den Hauptquellen für industriell hergestellte Transfettsäuren zählen teilweise gehärtete pflanzliche Öle und Fette. Diese finden sich häufig in Backwaren, frittierten Speisen sowie in Margarine und industriellen Snacks.
Der Goldstandard zur Bestimmung ist die Laboranalyse. Dabei werden die Fettsäuren extrahiert und mittels Gaschromatographie mit Flammenionisationsdetektor (GC-FID) analysiert.
Die systematische Erfassung ist notwendig, um Basiswerte zu etablieren und den Fortschritt bei der Eliminierung von Transfettsäuren zu messen. Zudem dient sie der Überprüfung, ob gesetzliche Vorgaben von der Lebensmittelindustrie eingehalten werden.
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Quelle: WHO Rehabilitation Programme for People with COVID-19 (WHO, 2023). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.
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