Tibolon (Liviella): Schlaganfallrisiko und Indikation

Diese Leitlinie stammt aus 2006 und ist möglicherweise nicht mehr aktuell. Aktualität beim Herausgeber prüfen
KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: BfArM (2006)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) informierte 2006 über ein erhöhtes Schlaganfallrisiko unter der Einnahme von Tibolon. Diese Warnung basiert auf den Daten der vorzeitig beendeten LIFT-Studie.

In der multinationalen Studie mit etwa 4.500 Teilnehmerinnen wurde ursprünglich die Wirksamkeit von Tibolon bei bestehender Osteoporose untersucht. Dabei zeigte sich zwar eine Halbierung der neu auftretenden Wirbelkörperfrakturen, jedoch überwog laut dem zuständigen Sicherheitskomitee (DSMB) das kardiovaskuläre Risiko.

Tibolon ist ein synthetisches Steroid, das in Deutschland unter dem Handelsnamen Liviella® vertrieben wird. Es wird zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden eingesetzt, wenn die letzte natürliche Regelblutung mindestens ein Jahr zurückliegt.

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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Es wird darauf hingewiesen, dass das erhöhte Schlaganfallrisiko in der LIFT-Studie bereits bei einer Tagesdosis von 1,25 mg auftrat, was der Hälfte der in Deutschland zugelassenen Standarddosierung von 2,5 mg entspricht. Das genaue Risiko für jüngere Frauen in der zugelassenen Indikation lässt sich laut BfArM aus den Daten zwar nicht direkt ableiten, sollte jedoch bei der ärztlichen Nutzen-Risiko-Abwägung bedacht werden.

Häufig gestellte Fragen

Die Studie wurde im Januar 2006 vorzeitig beendet, da ein 2,3-fach erhöhtes Schlaganfallrisiko in der Tibolon-Gruppe festgestellt wurde. Laut BfArM kompensierte der Nutzen der Frakturreduktion dieses Risiko nicht.

Nein, das BfArM stellt klar, dass Tibolon in Deutschland nicht zur Vorbeugung oder Behandlung einer Osteoporose zugelassen ist. Die Zulassung beschränkt sich auf Wechseljahresbeschwerden.

In der untersuchten Studienpopulation traten über einen Zeitraum von fünf Jahren etwa 11,5 zusätzliche Schlaganfälle pro 1.000 Frauen auf. Das BfArM merkt an, dass sich dieses absolute Risiko auf ältere Frauen bezieht und nicht direkt auf die Behandlung von Wechseljahresbeschwerden übertragbar ist.

Zur Behandlung von Wechseljahresbeschwerden ist Tibolon (Liviella®) in einer Tagesdosis von 2,5 mg zugelassen. Die Warnung des BfArM basiert auf Studiendaten, bei denen eine niedrigere Dosis von 1,25 mg eingesetzt wurde.

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Quelle: Tibolon: Studienergebnisse zeigen erhöhtes Schlaganfallrisiko (BfArM, 2006). Originaldokument ansehen

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