BfArM1996

Heparin-assoziierte Thrombozytopenie (HIT): BfArM Warnung

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KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: BfArM (1996)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Die Sicherheitswarnung des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) aus dem Jahr 1996 thematisiert das Risiko von Thrombosen bei einer relativen Heparin-assoziierten Thrombozytopenie (HAT bzw. HIT). Heparine, sowohl unfraktioniert als auch niedermolekular, werden standardmäßig zur Thromboembolieprophylaxe eingesetzt.

Unter der Therapie kann es zu einem Abfall der Thrombozyten kommen. Dabei wird zwischen einer meist harmlosen frühen Form und einer antikörpervermittelten, potenziell lebensbedrohlichen Spätform unterschieden.

Bei bis zu 20 Prozent der Betroffenen mit der schweren Form kommt es zu Thrombosen und Gefäßverschlüssen durch ein sogenanntes White-Clot-Syndrom. Die Letalität dieser Komplikation wird in der Mitteilung mit 25 bis 30 Prozent angegeben.

Empfehlungen

Die Mitteilung des BfArM formuliert folgende Kernaspekte zur Diagnostik und zum klinischen Management:

Klassifikation der Thrombozytopenie

Das Dokument unterscheidet zwei Formen des Thrombozytenabfalls unter Heparintherapie:

KlassifikationThrombozytenzahlPathogeneseKlinische Relevanz
HAT Typ I100.000 - 150.000 /µlNicht antikörpervermitteltGilt als unbedenklich
HAT Typ II< 100.000 /µl oder Abfall > 50%AntikörpervermitteltPotenziell lebensbedrohlich

Diagnostik und Monitoring

Laut BfArM wird eine hinreichend häufige Kontrolle der Thrombozytenzahlen unter der Therapie mit unfraktionierten oder niedermolekularen Heparinen empfohlen.

Ein Verdacht auf eine HAT Typ II liegt gemäß der Warnung in folgenden Fällen nahe:

  • Absinken der absoluten Thrombozytenzahl auf unter 100.000 /µl

  • Signifikanter Abfall der Thrombozytenzahl auf weniger als 50 Prozent des Ausgangswertes (auch bei initialer Thrombozytose)

  • Auftreten von (Re-)Thrombosierungen und arteriellen Embolien unter laufender Prophylaxe

Zur Sicherung der Diagnose wird die Durchführung eines immunologischen In-vitro-Tests auf Heparin-Antikörper (z.B. HIPA-Test oder ELISA) empfohlen.

Klinisches Management

Beim Auftreten einer Thrombose unter Heparinprophylaxe muss laut Dokument zwingend differenziert werden, ob eine unzureichende Heparinwirkung oder eine HAT Typ II vorliegt.

Wird eine HAT Typ II diagnostiziert, wird die Auswahl eines alternativen, nicht kreuzreagierenden Wirkstoffes zur Weiterführung der Thromboembolieprophylaxe empfohlen.

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💡Praxis-Tipp

Ein häufiger und gefährlicher klinischer Fehler ist die Fehlinterpretation einer (Re-)Thrombose unter Heparingabe als unzureichende Dosierung. Das BfArM warnt ausdrücklich davor, in einer solchen Situation die Heparindosis zu erhöhen. Stattdessen wird empfohlen, primär an eine Heparin-assoziierte Thrombozytopenie Typ II zu denken, auch wenn die absoluten Thrombozytenzahlen noch im Normbereich liegen.

Häufig gestellte Fragen

Laut BfArM tritt die HAT Typ II bei zuvor nicht sensibilisierten Personen meistens erst nach 6 bis 14 Tagen der Heparinbehandlung auf.

Ein Verdacht auf eine HAT Typ II ist gerechtfertigt, wenn die Thrombozyten auf unter 100.000 /µl fallen. Die Warnung betont jedoch, dass auch ein relativer Abfall auf weniger als 50 Prozent des Ausgangswertes verdächtig ist, selbst wenn die absoluten Werte noch über 150.000 /µl liegen.

Zur Diagnosesicherung wird die Durchführung immunologischer In-vitro-Tests auf Heparin-Antikörper empfohlen. Das Dokument nennt hierbei beispielhaft den HIPA-Test oder ELISA-Verfahren.

Das White-Clot-Syndrom beschreibt die Ausbildung von Thrombosen und Gefäßverschlüssen infolge einer HAT Typ II. Laut Dokument betrifft dies bis zu 20 Prozent der Betroffenen mit dieser Komplikation und weist eine hohe Letalität auf.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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