Thoraxschmerz bei Kindern: Diagnostik und Red Flags

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: AWMF|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Thoraxschmerzen im Kindes- und Jugendalter sind ein häufiges Symptom in der pädiatrischen Praxis. Laut der AWMF-Leitlinie geben bis zu acht Prozent der gesunden Kinder entsprechende Beschwerden an.

Eine kardiale Ursache liegt dem Symptom jedoch nur in etwa einem Prozent der Fälle zugrunde. Der überwiegende Teil der Beschwerden lässt sich nicht-kardiologischen Diagnosen zuordnen oder bleibt ohne klares organisches Korrelat.

Dennoch ist der Ausschluss einer vital bedrohlichen Herzerkrankung essenziell. Die Leitlinie fokussiert sich daher auf die Identifikation kardialer Ursachen und die Vermeidung unnötiger Diagnostik bei gesunden Kindern.

Klinischer Kontext

Thoraxschmerzen sind ein häufiger Vorstellungsgrund in pädiatrischen Notaufnahmen und Hausarztpraxen. Im Gegensatz zum Erwachsenenalter liegt die Prävalenz kardialer Ursachen bei Kindern und Jugendlichen im Promillebereich.

Die Pathophysiologie ist meist harmloser Natur, wobei idiopathische und muskuloskelettale Beschwerden wie die Costochondritis dominieren. Auch respiratorische Infekte, Asthma bronchiale oder gastrointestinale Störungen wie der gastroösophageale Reflux sind typische Auslöser.

Die klinische Bedeutung liegt vor allem in der sicheren Abgrenzung benigner Ursachen von seltenen, aber potenziell lebensbedrohlichen Erkrankungen wie Myokarditis oder Rhythmusstörungen. Eine strukturierte Triage verhindert dabei unnötige Ängste bei den Eltern und vermeidet Überdiagnostik.

Diagnostisch stehen eine ausführliche Anamnese und die körperliche Untersuchung im Vordergrund. Apparative Untersuchungen wie ein EKG oder eine Echokardiografie sind primär bei Warnzeichen wie belastungsabhängigen Schmerzen oder Synkopen indiziert.

Wissenswertes

Die meisten Thoraxschmerzen im Kindesalter sind idiopathisch oder muskuloskelettal bedingt. Auch respiratorische Erkrankungen wie Asthma bronchiale oder gastrointestinale Ursachen wie ein Reflux kommen häufig vor.

Warnzeichen sind Schmerzen, die unter körperlicher Belastung auftreten, sowie begleitende Synkopen oder Palpitationen. Auch eine bekannte familiäre Vorbelastung für plötzlichen Herztod erfordert eine genaue Abklärung.

Ein EKG ist nicht routinemäßig bei jedem Thoraxschmerz erforderlich. Es sollte jedoch bei Vorliegen von Red Flags, auffälliger Auskultation oder dem Verdacht auf eine kardiale Genese durchgeführt werden.

Das Tietze-Syndrom geht mit einer sicht- und tastbaren Schwellung der Knorpel-Knochen-Grenze am Sternum einher. Eine einfache Costochondritis verursacht hingegen Schmerzen ohne lokale Schwellung.

Psychogene Ursachen wie Angststörungen oder Stress sind bei Jugendlichen relativ häufig. Sie treten oft in Ruhe auf und können mit vegetativen Symptomen wie Kribbeln oder Atemnot einhergehen.

Eine Myokarditis präsentiert sich oft unspezifisch mit Abgeschlagenheit, Tachykardie und Thoraxschmerzen nach einem viralen Infekt. Diagnostisch wegweisend sind EKG-Veränderungen, erhöhte Troponinwerte und Auffälligkeiten in der Echokardiografie.

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💡Praxis-Tipp

Ein unauffälliges Belastungs-EKG schließt eine Koronaranomalie nicht sicher aus. Die Leitlinie betont, dass bei Thoraxschmerzen unter intensiver Belastung oder bei belastungsinduzierten Synkopen stets eine gezielte echokardiographische Darstellung der Koronararterienabgänge erfolgen sollte.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie liegt nur in etwa einem Prozent der Fälle eine kardiale Ursache vor. Die allermeisten Kinder und Jugendlichen mit Thoraxschmerzen sind herzgesund.

Es wird die Bestimmung von hochsensitivem Troponin und BNP beziehungsweise NT-proBNP empfohlen. Eine routinemäßige Laboruntersuchung bei unauffälliger Anamnese ist jedoch nicht indiziert.

Ja, nach dem sicheren Ausschluss einer organischen Herzerkrankung sind gemäß der Leitlinie keine Einschränkungen hinsichtlich Sport, Reisen oder Berufswahl erforderlich.

Die Leitlinie weist darauf hin, dass der Konsum von Kokain, synthetischen Cannabinoiden oder Amphetaminen durch Vasokonstriktion Ischämieschmerzen verursachen kann. Auch Medikamente wie Methylphenidat oder Triptane kommen als Auslöser infrage.

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KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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