CochraneIa2023

Tanz-Bewegungstherapie bei Demenz: Evidenz & Kognition

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Demenz ist ein Syndrom, das mit kognitiven Beeinträchtigungen sowie Veränderungen in Verhalten, Emotionen und sozialen Beziehungen einhergeht. Zur Behandlung werden zunehmend nicht-pharmakologische, ganzheitliche Ansätze wie die Tanz-Bewegungstherapie (DMT) diskutiert.

Die DMT ist eine psychotherapeutische Intervention, die körperliche, emotionale und kognitive Prozesse verbindet. Es wird angenommen, dass sie durch den Einsatz von Bewegung, Musik und der therapeutischen Beziehung positive Effekte auf das Wohlbefinden erzielen kann.

Dieser Artikel fasst die Ergebnisse eines Cochrane Reviews (2023) zusammen. Der Review analysiert die aktuelle Evidenz zur Wirksamkeit der DMT im Vergleich zu Standardversorgung, Wartelisten oder anderen Interventionen wie reinem Sport.

Empfehlungen

Der Cochrane Review stützt sich auf eine einzige eingeschlossene randomisiert-kontrollierte Studie mit 204 Teilnehmenden mit leichter Demenz. Daraus ergeben sich folgende Kernaussagen zur Wirksamkeit:

Kognition und Verhalten

Laut Review zeigt die DMT keinen signifikanten Effekt auf neuropsychiatrische Symptome im Vergleich zu einer Warteliste oder sportlicher Betätigung (Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit).

Auch bei der kognitiven Funktion lassen sich keine statistisch bedeutsamen Unterschiede zwischen den Gruppen feststellen.

Depressive Symptome

Die Autoren des Reviews stellen fest, dass die DMT möglicherweise einen leichten positiven Effekt auf Depressionen hat.

  • Im Vergleich zur Warteliste zeigte sich eine geringfügige Reduktion depressiver Symptome (Evidenz von niedriger Vertrauenswürdigkeit).

  • Ein ähnlicher, leichter Vorteil zeigte sich im Vergleich zu reinem Bewegungstraining.

  • Diese Effekte blieben auch nach drei und neun Monaten bestehen, wobei die klinische Relevanz dieses geringen Unterschieds unklar bleibt.

Einschränkungen der Evidenz

Der Review betont, dass die aktuelle Studienlage stark limitiert ist. Es werden folgende Einschränkungen genannt:

  • Die Evidenz basiert auf nur einer einzigen Studie, was die Aussagekraft stark einschränkt.

  • Nicht alle Teilnehmenden hatten eine gesicherte Demenzdiagnose, einige wiesen lediglich leichte neurokognitive Störungen auf.

  • Zu Endpunkten wie Lebensqualität, Mobilität oder unerwünschten Ereignissen liegen keine Daten vor.

Vergleich der Endpunkte

Die folgende Tabelle fasst die Effekte der Tanz-Bewegungstherapie im Vergleich zu den Kontrollgruppen zusammen:

EndpunktVergleich mit WartelisteVergleich mit SportVertrauenswürdigkeit (GRADE)
Neuropsychiatrische SymptomeKein relevanter UnterschiedKein relevanter UnterschiedNiedrig
Kognitive FunktionKein relevanter UnterschiedKein relevanter UnterschiedNiedrig
Depressive SymptomeLeichte ReduktionLeichte ReduktionNiedrig
Soziales/berufliches FunktionsniveauSehr unsichere EvidenzSehr unsichere EvidenzSehr niedrig
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Häufige Fragen dazu

💡Praxis-Tipp

Der Cochrane Review verdeutlicht, dass die Tanz-Bewegungstherapie bei leichter Demenz zwar einen leichten positiven Effekt auf depressive Symptome haben kann, die klinische Relevanz jedoch unklar ist. Es wird darauf hingewiesen, dass die Intervention derzeit nicht als evidenzbasierter Ersatz für etablierte Therapien zur Verbesserung der Kognition angesehen werden kann.

Häufig gestellte Fragen

Laut dem Cochrane Review gibt es derzeit keine Evidenz dafür, dass die Tanz-Bewegungstherapie die kognitive Funktion bei Demenz verbessert. In der untersuchten Studie zeigten sich keine signifikanten Unterschiede im Vergleich zu Sport oder einer Warteliste.

Der Review zeigt, dass die Therapie möglicherweise eine leichte Reduktion depressiver Symptome bewirken kann. Dieser Effekt war auch noch Monate nach der Behandlung messbar, wobei die klinische Bedeutsamkeit des Unterschieds noch unklar ist.

Die im Review eingeschlossene Studie untersuchte ausschließlich Personen mit leichten neurokognitiven Störungen oder leichter Demenz. Zur Wirksamkeit bei mittelschwerer oder schwerer Demenz können laut den Autoren derzeit keine Aussagen getroffen werden.

Im Gegensatz zu reinem Sport ist die Tanz-Bewegungstherapie eine psychotherapeutische Intervention. Sie nutzt Bewegung, Kreativität und die therapeutische Beziehung gezielt, um emotionale und soziale Prozesse zu unterstützen.

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Quelle: Cochrane Review: Dance movement therapy for dementia (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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