Tiergestützte Therapie bei Demenz: Cochrane Review
Hintergrund
Demenz ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung, die zu einem Verlust kognitiver und sozialer Fähigkeiten führt. Da es derzeit keine heilende Behandlung gibt, zielen therapeutische Ansätze oft auf die Linderung psychologischer Symptome und die Verbesserung der Lebensqualität ab.
Die tiergestützte Therapie rückt dabei zunehmend in den Fokus der Forschung. Hierbei werden speziell trainierte Tiere eingesetzt, um das emotionale und physische Wohlbefinden der Betroffenen zu fördern.
Der vorliegende Cochrane Review (2019) untersucht die Wirksamkeit und Sicherheit dieser Intervention. Es wurden randomisierte kontrollierte Studien ausgewertet, die den Einsatz lebender Tiere mit Standardversorgung, Robotertieren oder Stofftieren vergleichen.
Empfehlungen
Der Review fasst die aktuelle Evidenzlage zur tiergestützten Therapie bei Menschen mit Demenz zusammen.
Auswirkungen auf depressive Symptome
Laut der Auswertung kann die Intervention zu einer leichten Reduktion depressiver Symptome führen (Evidenzgrad niedrig). Dies zeigte sich im Vergleich zur Standardversorgung oder zu Aktivitäten ohne Tierbezug.
Weitere klinische Endpunkte
Für andere wichtige klinische Parameter konnte der Review keinen klaren Nutzen belegen. Es zeigten sich keine signifikanten Unterschiede bei folgenden Endpunkten:
-
Lebensqualität (Evidenzgrad moderat)
-
Soziale Funktionsfähigkeit (Evidenzgrad niedrig)
-
Problematisches Verhalten und Agitation (Evidenzgrad sehr niedrig)
-
Aktivitäten des täglichen Lebens und Selbstversorgungsfähigkeit (Evidenzgrad niedrig)
Vergleich mit tierischen Alternativen
Die Studien verglichen den Einsatz lebender Tiere auch mit Robotertieren und Stoffkatzen. Die Ergebnisse dieser Gegenüberstellung sind in der folgenden Übersicht zusammengefasst:
| Intervention | Vergleichsgruppe | Beobachtete Effekte | Evidenzgrad |
|---|---|---|---|
| Lebende Tiere | Keine tiergestützte Therapie | Leichte Reduktion depressiver Symptome; kein Effekt auf Lebensqualität | Niedrig bis moderat |
| Lebende Tiere | Robotertiere | Längerer physischer Kontakt; kürzere verbale Kommunikation; kein Unterschied im Verhalten | Niedrig |
| Lebende Tiere | Stofftier (Katze) | Längerer physischer Kontakt; kürzere verbale Kommunikation | Niedrig |
Sicherheit und Nebenwirkungen
Die Autoren betonen, dass in den eingeschlossenen Studien keine Daten zu unerwünschten Ereignissen erhoben wurden. Es liegen somit keine systematischen Erkenntnisse zur Sicherheit für die Betroffenen oder zu den Auswirkungen auf die Therapietiere vor.
💡Praxis-Tipp
Es wird darauf hingewiesen, dass die Evidenz für die tiergestützte Therapie bei Demenz derzeit noch schwach ist und sich primär auf eine leichte Linderung von Depressivität beschränkt. Da in den Studien keine Daten zu unerwünschten Ereignissen wie Infektionen oder Traumata erfasst wurden, wird bei der Implementierung im klinischen Alltag eine strenge Nutzen-Risiko-Abwägung sowie die Einhaltung hygienischer Standards empfohlen.
Häufig gestellte Fragen
Laut dem Cochrane Review gibt es derzeit keine klare Evidenz dafür, dass die Intervention Agitation oder problematisches Verhalten signifikant reduziert. Die Vertrauenswürdigkeit der Daten zu diesem Endpunkt wird als sehr niedrig eingestuft.
Die Auswertung der Studien zeigte keinen signifikanten Unterschied in der Lebensqualität zwischen Personen mit und ohne tiergestützte Therapie. Diese Erkenntnis stützt sich auf Evidenz von moderater Qualität.
Der Review zeigt gemischte Effekte auf die soziale Interaktion. Während lebende Tiere zu einem längeren physischen Kontakt führten, wurde bei Robotertieren eine längere verbale Kommunikation beobachtet.
In den analysierten Studien wurden keine Daten zu unerwünschten Ereignissen oder Nebenwirkungen berichtet. Daher können laut der Autoren derzeit keine sicheren Aussagen zu potenziellen Risiken wie Verletzungen oder Infektionen getroffen werden.
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Quelle: Cochrane Review: Animal-assisted therapy for dementia (Cochrane, 2019). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.