CochraneIa2023

Individuelle Aktivitäten bei Demenz: Cochrane Review

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: Cochrane (2023)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Menschen mit Demenz in Langzeitpflegeeinrichtungen verbringen oft viel Zeit ohne sinnvolle Beschäftigung. Eine fehlende Stimulation kann herausforderndes Verhalten wie Agitation, Apathie oder Depressionen verstärken.

Ein aktueller Cochrane Review (2023) untersucht, ob individuell angepasste Aktivitäten die psychosozialen Endpunkte dieser Personengruppe verbessern können. Die Interventionen basieren dabei auf einer vorherigen Erfassung der persönlichen Interessen und Vorlieben der Betroffenen.

Die eingeschlossenen Studien umfassen überwiegend Personen mit mittelschwerer bis schwerer Demenz. Verglichen wurde die personalisierte Intervention mit der üblichen Pflege oder nicht-personalisierten Standardaktivitäten.

Empfehlungen

Der Review formuliert folgende zentrale Erkenntnisse zur Wirksamkeit der Interventionen:

Auswirkungen auf Verhalten und Stimmung

Laut den Autoren können individuell angepasste Aktivitäten die Agitation bei Menschen mit Demenz möglicherweise leicht reduzieren (niedrige Vertrauenswürdigkeit der Evidenz). Es wird jedoch darauf hingewiesen, dass dieser Effekt vermutlich nur so lange anhält, wie die Aktivitäten auch tatsächlich durchgeführt werden.

Auf den Ausdruck negativer Emotionen (negativer Affekt) hat die Intervention wahrscheinlich kaum oder keinen Einfluss. Die Auswirkungen auf positive Emotionen und die allgemeine Stimmung bleiben aufgrund methodischer Mängel der Studien sehr ungewiss.

Lebensqualität

Hinsichtlich der Lebensqualität zeigt die Auswertung folgende Ergebnisse:

  • Bei der Fremdeinschätzung durch das Pflegepersonal zeigt sich möglicherweise kein oder nur ein geringer Unterschied.

  • Auch bei der Selbsteinschätzung der Betroffenen ist der Nutzen unklar.

  • Die Autoren betonen die generelle methodische Schwierigkeit, die Lebensqualität bei schwerer Demenz valide zu erfassen.

Übersicht der Endpunkte

Die folgende Tabelle fasst die erwarteten Effekte gemäß der GRADE-Methodik zusammen:

EndpunktErwarteter EffektVertrauenswürdigkeit (GRADE)
AgitationMöglicherweise leichte ReduktionNiedrig
Lebensqualität (Fremdeinschätzung)Geringer bis kein UnterschiedNiedrig
Negativer AffektWahrscheinlich kein EffektModerat
Positiver Affekt / StimmungSehr ungewissSehr niedrig

Implikationen für die Praxis

Aus ethischer Sicht wird das Angebot von Aktivitäten für Menschen mit Demenz als notwendig erachtet. Die Auswahl der Beschäftigungen sollte sich laut Review an folgenden Kriterien orientieren:

  • Den individuellen Interessen und Vorlieben der Person

  • Den verbliebenen kognitiven Fähigkeiten

  • Den funktionellen und körperlichen Ressourcen

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💡Praxis-Tipp

Ein zentraler Hinweis des Reviews ist, dass der leicht positive Effekt auf die Agitation nicht von Dauer ist. Die Reduktion der Unruhe bleibt laut den Daten nur so lange bestehen, wie die individuell angepassten Aktivitäten auch aktiv durchgeführt werden. Eine kontinuierliche Integration in den Pflegealltag wird daher als essenziell betrachtet.

Häufig gestellte Fragen

Der Review zeigt, dass individuell zugeschnittene Beschäftigungen die Agitation bei Pflegeheimbewohnern möglicherweise leicht reduzieren können. Dieser Effekt hält jedoch meist nur während der tatsächlichen Durchführung der Aktivität an.

Laut den ausgewerteten Daten gibt es wahrscheinlich keinen oder nur einen sehr geringen Unterschied in der Lebensqualität. Die Autoren weisen jedoch darauf hin, dass die Messung der Lebensqualität bei schwerer Demenz durch Fremdeinschätzung methodisch schwierig ist.

Die Studienlage lässt keine Rückschlüsse auf ein optimales Aktivitätsprogramm zu. Es wird jedoch betont, dass die Auswahl zwingend auf den persönlichen Interessen sowie den kognitiven und funktionellen Fähigkeiten der Betroffenen basieren sollte.

In den untersuchten Studien wurden keine unerwünschten Ereignisse oder negativen Effekte durch die individuell angepassten Aktivitäten berichtet. Die Intervention gilt als sicher.

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Quelle: Cochrane Review: Personally tailored activities for improving psychosocial outcomes for people with dementia in long-term care (Cochrane, 2023). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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