Tenecteplase (TNK) Dosierung & Indikation: StatPearls
Hintergrund
Tenecteplase (TNK) ist ein rekombinanter gewebespezifischer Plasminogenaktivator (tPA), der zur Auflösung intravaskulärer Thromben eingesetzt wird. Laut der StatPearls-Zusammenfassung handelt es sich um eine biotechnologisch veränderte Variante von Alteplase mit höherer Fibrinspezifität, erhöhter Resistenz gegen endogene Inhibitoren und längerer Halbwertszeit.
Die einzige FDA-zugelassene Indikation ist der akute ST-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI). Aufgrund der einfachen Verabreichung als Einzelbolus und der Kosteneffizienz wird das Medikament jedoch zunehmend auch Off-Label bei akuten ischämischen Schlaganfällen und Lungenembolien verwendet.
Der Wirkstoff bindet an die Fibrinkomponente eines Thrombus und katalysiert selektiv die Spaltung von Plasminogen zu Plasmin. Dies führt zu einer Degradation des Fibrins und einer Rekanalisation des Blutflusses.
Empfehlungen
Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen zum Einsatz von Tenecteplase:
Akuter Myokardinfarkt (STEMI)
Die Leitlinie empfiehlt Tenecteplase als primäre Reperfusionsstrategie, wenn eine perkutane Koronarintervention (PCI) nicht innerhalb von 90 Minuten nach dem ersten medizinischen Kontakt erfolgen kann. Es wird eine prähospitale Thrombolysetherapie innerhalb von 30 Minuten nach Symptombeginn befürwortet.
Bei fehlgeschlagener Thrombolyse sollte eine Rescue-PCI in Betracht gezogen werden. Von einer routinemäßigen PCI unmittelbar nach der Tenecteplase-Gabe wird abgeraten; der größte Nutzen zeigt sich laut Studien bei einer Verzögerung der PCI um 3 bis 12 Stunden.
Akuter ischämischer Schlaganfall
Gemäß den zitierten AHA/ASA-Leitlinien kann Tenecteplase als Alternative zu Alteplase bei Patienten ohne Kontraindikationen erwogen werden (Klasse-IIB-Empfehlung). Dies gilt insbesondere für Patienten, die auch für eine mechanische Thrombektomie infrage kommen.
Es wird betont, dass die Dosierung von 0,4 mg/kg keinen Vorteil gegenüber der Standarddosierung von 0,25 mg/kg zeigt.
Lungenembolie
Bei einer Hochrisiko- oder massiven Lungenembolie, definiert durch anhaltende Hypotension oder kardiogenen Schock, kann Tenecteplase Off-Label eingesetzt werden. Die Dosierung entspricht dabei der des akuten Myokardinfarkts.
Monitoring und Überwachung
Nach der Verabreichung wird ein engmaschiges neurologisches und kardiovaskuläres Monitoring empfohlen. Die Leitlinie rät dazu, in den ersten Stunden auf nicht zwingend erforderliche Punktionen zu verzichten.
Bei Anzeichen einer neurologischen Verschlechterung muss umgehend ein Schädel-CT durchgeführt werden. Zudem wird eine kontinuierliche Überwachung der Vitalparameter auf Fieber, Hypotension und Tachykardie empfohlen.
Dosierung
Tenecteplase wird als intravenöser Einzelbolus über 5 Sekunden verabreicht. Die rekonstituierte Lösung (5 mg/ml) muss innerhalb von 8 Stunden verwendet werden.
| Indikation | Dosierung | Maximaldosis | Anmerkung |
|---|---|---|---|
| STEMI & Lungenembolie | 0,50 mg/kg Körpergewicht | 50 mg | Bei Patienten >75 Jahre wird eine reduzierte Dosis von 0,25 mg/kg empfohlen. |
| Ischämischer Schlaganfall (Off-Label) | 0,25 mg/kg Körpergewicht | 25 mg | Alternative zu Alteplase; höhere Dosen (0,4 mg/kg) zeigen keinen Zusatznutzen. |
Kontraindikationen
Die Leitlinie nennt folgende absolute Kontraindikationen für die Gabe von Tenecteplase:
-
Aktive innere Blutungen
-
Schwere unkontrollierte Hypertonie
-
Zerebrovaskulärer Insult in der Anamnese
-
Aneurysma oder arteriovenöse Malformation in der Anamnese
-
Intrakranielle Neoplasien in der Anamnese
-
Intrakranielle oder intraspinale Operationen innerhalb der letzten 2 Monate
-
Schädel- oder Wirbelsäulentrauma innerhalb der letzten 2 Monate
-
Erkrankungen mit erhöhtem Blutungsrisiko
Eine Schwangerschaft stellt eine relative Kontraindikation dar. Zudem bestehen absolute Kontraindikationen bei gleichzeitiger Anwendung von Defibrotid oder Mifepriston aufgrund eines stark erhöhten Blutungsrisikos.
💡Praxis-Tipp
Die Leitlinie warnt ausdrücklich davor, dass es für Tenecteplase kein spezifisches Antidot gibt. Bei Auftreten von schweren Blutungen wird ein sofortiger Abbruch der Therapie und die Einleitung supportiver Maßnahmen empfohlen. Zudem wird darauf hingewiesen, dass bei Patienten über 75 Jahren mit einem STEMI eine Dosisreduktion auf 0,25 mg/kg erfolgen sollte, um das Risiko intrakranieller Blutungen zu minimieren.
Häufig gestellte Fragen
Laut Leitlinie erfolgt die Verabreichung als intravenöser Einzelbolus über einen Zeitraum von 5 Sekunden. Die rekonstituierte Lösung sollte bei 2 bis 8 °C gelagert und innerhalb von 8 Stunden verbraucht werden.
Für den Off-Label-Einsatz beim akuten ischämischen Schlaganfall wird eine Maximaldosis von 25 mg empfohlen. Dies entspricht einer gewichtsadaptierten Dosierung von 0,25 mg/kg Körpergewicht.
Die Leitlinie beschreibt den Off-Label-Einsatz bei Hochrisiko- oder massiven Lungenembolien, die mit Hypotension oder kardiogenem Schock einhergehen. Die Dosierung entspricht dabei dem Schema für den akuten Myokardinfarkt.
Es wird ein engmaschiges neurologisches und kardiovaskuläres Monitoring empfohlen. Bei jeglichen Anzeichen einer neurologischen Verschlechterung muss gemäß der Leitlinie umgehend ein Schädel-CT erfolgen.
War diese Zusammenfassung hilfreich?
Quelle: StatPearls: Tenecteplase (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen
KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.