StatPearls2026

Prähospitale Thrombolyse bei STEMI: StatPearls

KI-generierte Zusammenfassung|Quelle: StatPearls (2026)|Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung

Hintergrund

Der ST-Hebungs-Myokardinfarkt (STEMI) ist ein lebensbedrohlicher Zustand, der eine schnelle Reperfusionstherapie erfordert. Die prähospitale Thrombolyse durch den Rettungsdienst stellt eine wichtige Behandlungsoption dar, insbesondere wenn die Transportzeiten zu einem Zentrum für perkutane Koronarintervention (PCI) verlängert sind.

Laut der StatPearls-Leitlinie empfiehlt die American Heart Association (AHA) die Einleitung einer Thrombolysetherapie bei ischämischen Symptomen von weniger als 12 Stunden Dauer. Voraussetzung ist, dass die Zeit von der STEMI-Diagnose bis zur PCI voraussichtlich mehr als 120 Minuten beträgt.

Studien zeigen, dass eine prähospitale Gabe die Zeit bis zur Reperfusion signifikant verkürzen kann. Dennoch erfordert die Umsetzung ein gut strukturiertes Rettungssystem, um Patienten zu identifizieren, die ohne unangemessenes Risiko von der Therapie profitieren.

Empfehlungen

Die Leitlinie formuliert folgende Kernempfehlungen für die prähospitale Thrombolyse:

Systemvoraussetzungen und Diagnostik

Für die Durchführung einer prähospitalen Thrombolyse wird die Fähigkeit zur Ableitung und telemetrischen Übertragung eines 12-Kanal-EKGs an einen Arzt gefordert. Dies dient der Bestätigung der Diagnose und der Überprüfung der Patienteneignung.

Zudem wird die Implementierung einer strukturierten Reperfusions-Checkliste sowie eines Qualitätsmanagement-Plans dringend empfohlen. Alle beteiligten Akteure, einschließlich der Zielkliniken, müssen in das Konzept eingebunden sein.

Begleitmedikation

Zusätzlich zur Thrombolyse wird eine standardisierte pharmakologische Begleittherapie empfohlen. Diese umfasst laut Leitlinie:

  • Aspirin (162 bis 324 mg oral oder rektal)

  • Clopidogrel (altersadaptierte Dosierung)

  • Heparin (niedermolekular oder unfraktioniert) oder Fondaparinux

  • Nitroglycerin, Morphin und Sauerstoff bei Bedarf

Auswahl des Thrombolytikums

Es wird der Einsatz fibrinspezifischer Wirkstoffe empfohlen, da diese ein geringeres Risiko für Blutungskomplikationen aufweisen. Zu den genannten Optionen gehören Tenecteplase, Reteplase und Alteplase.

Streptokinase wird aufgrund des Allergierisikos in ressourcenstarken Systemen nicht mehr für die systemische Thrombolyse empfohlen.

Zielklinik und Transport

Patienten, die eine prähospitale Thrombolyse erhalten, sollten bevorzugt in ein PCI-Zentrum transportiert werden. Dies wird empfohlen, um bei einem Versagen der Thrombolyse eine sofortige Notfall-PCI (Rescue-PCI) zu ermöglichen.

Bei schweren Nebenwirkungen kann zudem eine erweiterte Maximalversorgung (z.B. Neurochirurgie bei intrakraniellen Blutungen) erforderlich sein.

Dosierung

Die Leitlinie nennt folgende Dosierungsschemata für die Begleitmedikation und beschreibt die Applikationswege der Thrombolytika:

MedikamentDosierung / ApplikationIndikation / Bemerkung
Aspirin162 - 324 mg (oral oder rektal)Standard-Begleittherapie
Clopidogrel300 mgPatienten bis einschließlich 75 Jahre
Clopidogrel75 mgPatienten über 75 Jahre
TenecteplaseGewichtsadaptierter EinzelbolusFibrinspezifische Thrombolyse
ReteplaseZwei fixe Bolusgaben (30 Min. Abstand)Fibrinspezifische Thrombolyse
AlteplaseGewichtsadaptierte 90-Minuten-InfusionFibrinspezifische Thrombolyse

Kontraindikationen

Die Leitlinie verweist auf die Vorgaben der AHA und listet folgende Kontraindikationen für eine Thrombolyse auf:

Art der KontraindikationBedingung
AbsolutFrühere intrakranielle Blutung
AbsolutBekannte strukturelle zerebrovaskuläre Läsion oder malignes intrakranielles Neoplasma
AbsolutIschämischer Schlaganfall innerhalb der letzten 2 Monate (außer akut innerhalb von 4,5 Stunden)
AbsolutHoher klinischer Verdacht auf Aortendissektion
AbsolutAktive Blutung oder Blutungsneigung (außer Menstruation)
AbsolutSchweres Schädel-Hirn- oder Gesichtstrauma in den letzten 3 Monaten
AbsolutIntrakranielle oder spinale Operation in den letzten 2 Monaten
AbsolutSchwerer, unkontrollierter Blutdruck (systolisch >180 mmHg oder diastolisch >110 mmHg) trotz medikamentöser Therapie
AbsolutBehandlung mit Streptokinase in den letzten 6 Monaten
RelativSchlecht eingestellte, schwere chronische Hypertonie in der Anamnese
RelativBlutdruck bei Vorstellung systolisch >180 mmHg oder diastolisch >110 mmHg
RelativIschämischer Schlaganfall vor mehr als 3 Monaten
RelativDemenz oder bekannte intrakranielle Pathologie (die nicht absolut kontraindiziert ist)
RelativTraumatische oder prolongierte Reanimation (> 10 Minuten)
RelativGrößere Operation in den letzten 3 Wochen oder innere Blutung in den letzten 2-4 Wochen
RelativNicht komprimierbare Gefäßpunktion, Schwangerschaft oder aktives Ulcus pepticum
RelativOrale Antikoagulationstherapie
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💡Praxis-Tipp

Die Leitlinie betont, dass die gefürchtetste Komplikation der Thrombolyse eine schwere intrakranielle Blutung ist. Es wird daher dringend empfohlen, vor jeder prähospitalen Gabe zwingend eine strukturierte Reperfusions-Checkliste abzuarbeiten und eine telemetrische Rücksprache mit einem Arzt zu halten.

Häufig gestellte Fragen

Laut Leitlinie ist die Thrombolyse indiziert, wenn die Symptome seit weniger als 12 Stunden bestehen und die Zeit von der Diagnose bis zur perkutanen Koronarintervention (PCI) voraussichtlich mehr als 120 Minuten beträgt.

Es wird der Einsatz von fibrinspezifischen Wirkstoffen wie Tenecteplase, Reteplase oder Alteplase empfohlen. Streptokinase wird aufgrund des Allergierisikos in ressourcenstarken Systemen nicht mehr empfohlen.

Die Leitlinie empfiehlt den bevorzugten Transport in ein Krankenhaus mit PCI-Bereitschaft. Dies stellt sicher, dass bei einem Versagen der Thrombolyse umgehend eine Notfall-PCI durchgeführt werden kann.

Tenecteplase wird als gewichtsadaptierter Einzelbolus verabreicht, was die prähospitale Anwendung erleichtert. Reteplase erfordert zwei Bolusgaben im Abstand von 30 Minuten, während Alteplase über 90 Minuten per Infusionspumpe gegeben wird.

Zusätzlich zum Thrombolytikum wird die Gabe von Aspirin, Clopidogrel sowie Heparin oder Fondaparinux empfohlen. Bei Bedarf kommen Nitroglycerin, Morphin und Sauerstoff hinzu.

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Quelle: StatPearls: EMS Prehospital Administration Of Thrombolytics For STEMI (StatPearls, 2026). Originaldokument ansehen

KI-generierte Zusammenfassung. Keine Diagnose- oder Therapieempfehlung. Die klinische Entscheidung trifft der behandelnde Arzt.

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